Abstraktum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Abstraktums · Nominativ Plural: Abstrakta
Aussprache
WorttrennungAb-strak-tum · Abs-trak-tum
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

Sprachwissenschaft begriffliches Substantiv
Gegenwort zu Konkretum
Beispiel:
das Wort ›Liebe‹ ist ein Abstraktum
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

abstrakt · Abstraktum · Abstraktion
abstrakt Adj. ‘vom Gegenständlichen, Einzelnen absehend, losgelöst und daher unanschaulich, begrifflich’ (Gegensatz konkret), entlehnt (2. Hälfte 15. Jh.) aus gleichbed. mlat. abstractus, Part. Perf. von lat. abstrahere ‘wegziehen, fortschleppen’ (s. ↗abstrahieren). Aus ‘nicht sinnlich’ entwickelt sich (um 1800) ‘nur gedacht, vorgestellt, nicht wirklich’. Vgl. Fügungen wie abstrakte Zahl ‘unbenannte, reine Zahl’ (1803), abstrakte Arbeit ‘den (Tausch)wert schaffende Arbeit’ (Marx 1859), abstrakte Kunst ‘ungegenständliche Kunst’ (1899). In der Bedeutung ‘losgelöst, für sich stehend, beziehungslos’ ist abstrakt seit der Mitte des 18. Jhs. bezeugt. Abstraktum n. ‘(allgemeiner, ungegenständlicher) Begriff’ (2. Hälfte 16. Jh.), in der Sprachwissenschaft ‘Substantiv mit begrifflichem, nichtgegenständlichem, unsinnlichem Inhalt’ (Ende 17. Jh.; Gegensatz Konkretum), von gleichbed. mlat. abstractum, dem substantivierten Neutr. Sing. von mlat. abstractus (s. oben). Abstraktion f. ‘Begriffsbildung, Verallgemeinerung, allgemeiner Begriff’ (1. Hälfte 18. Jh.), älter ‘Abziehung, Hinführung’ (2. Hälfte 16. Jh.), aus gleichbed. spätlat. abstrāctio (Genitiv abstrāctiōnis). zu lat. abstrahere (s. oben). Seltener begegnet Abstraktion in den Bedeutungen ‘das Außerachtlassen’ und ‘Loslösung, Abwendung (von Unerwünschtem, Störendem)’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstraktum [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

verwandeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abstraktum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Wort Lage ist das Abstraktum zu liegen, seit althochdeutscher Zeit.
Die Welt, 01.03.2004
Dieser Begriff ist zwar nicht neu, doch er ist bis heute für die Mehrheit ein Abstraktum geblieben.
Süddeutsche Zeitung, 22.02.1997
Wir nehmen Farben wahr, aber das Abstraktum Farbe existiert nicht.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 31672
Die Bewegung ist das Abstraktum und die Substitution innerer Veränderungen, die psychischer Art sind.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 11953
Diese ist aber schlechthin als ein in der Bilanz auftretendes Abstraktum, als ein rein rechnungsmäßiger Begriff aufzufassen, genau wie die Größe Kapital.
Rieger, Wilhelm: Einführung in die Privatwirtschaftslehre, Erlangen: Palm & Enke 1964 [1928], S. 281
Zitationshilfe
„Abstraktum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abstraktum>, abgerufen am 17.10.2019.

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