Abstrich, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abstrich(e)s · Nominativ Plural: Abstriche
Aussprache 
Worttrennung Ab-strich
Grundformabstreichen
Wortbildung  mit ›Abstrich‹ als Erstglied: Abstrichzentrum
eWDG

Bedeutungen

1.
Abzug
Beispiele:
ein Abstrich im Haushaltsplan, am Etat
die Behörde musste sich erhebliche Abstriche gefallen lassen
Die Mädchen klagten sehr über die Abstriche, die Frau Lexer ihnen machte [ BrechtDreigroschenroman182]
2.
abwärtsgehender Strich der Schrift
in gegensätzlicher Bedeutung zu Aufstrich
Beispiele:
drei Abstriche beim m
starke Abstriche
3.
Medizin Entnahme einer Absonderung
Beispiele:
ein Abstrich an den Mandeln
einen Abstrich machen lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streichen · Streicher · Streichholz · abstreichen · Abstrich · anstreichen · Anstreicher · Anstrich · verstreichen
streichen Vb. ‘sich fortbewegen, gehen, (mit der Hand) etw. streifend berühren, über etw. hinstreifen, (be)schmieren, durch streichende Bewegung entfernen, einen Strich ziehen’, ahd. strīhhan (8. Jh.), mhd. strīchen ‘Striche machen, streichend bewegen, glätten, bestreichen, schärfen, streichend berühren, schlagen, sich rasch bewegen, herumstreifen’, mnd. mnl. strīken, nl. strijken, afries. strīka, aengl. strīcan, engl. to strike (germ. *strīkan), daneben anord. strӯkja, strӯkva (germ. *streukan) sowie (ablautend) schwach flektierendes ahd. streihhōn ‘streicheln’ (um 1000), mhd. streichen (s. streicheln) führen mit dem zugehörigen, unter Strich (s. d.) behandelten Abstraktum und lat. (mit n-Infix) stringere ‘schnüren, zusammenbinden, (ab)streifen’, striga ‘Strich, Schwaden, Zeltreihe, Längsfurche’, strigilis ‘Schabeisen’, aslaw. strišti, russ. strič’ (стричь) ‘scheren’ auf ie. *streig-, eine durch Guttural erweiterte Form der Wurzel ie. *ster- ‘Streifen, Strich, Strähne, Strahl’, in Erweiterungen auch ‘über etw. hinwegstreifen, -streichen’, wohl eine semantische Variante der unter streuen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *ster(ə)- ‘ausbreiten, (aus)streuen’. Streicher m. ‘Landstreicher, Vagabund’ (16. Jh.; s. Landstreicher), ‘Maler’ (17. Jh.; s. unten Anstreicher), ‘Spieler eines Streichinstruments’ (1. Hälfte 20. Jh.), mhd. strīcher als Bezeichnung für unterschiedliche Handwerker. Streichholz n. ‘Zündholz’ (19. Jh.), älter Bezeichnung für unterschiedliche Geräte, z. B. zum Abstreichen gefüllter Gefäße (15. Jh.). abstreichen Vb. ‘durch streichende Bewegung entfernen, sich entfernen, herumstreifen, beschmieren, streichend berühren, durch einen Strich tilgen’, mhd. abestrīchen ‘beseitigen, abwischen, forteilen’; Abstrich m. ‘Abzug’ (17. Jh.), ‘abwärtsgehender Schriftstrich’ (19. Jh.), in der Medizin ‘Entnahme von Haut, Schleimhaut’ zu Untersuchungen (19. Jh.), mhd. abestrich ‘Tilgung’. anstreichen Vb. ‘mit Farbe bedecken, mit einem Strich versehen, bezeichnen’, mhd. anestrīchen ‘bedecken, beschmieren (mit Salbe), sich putzen’; Anstreicher m. ‘Maler, Tüncher’ (18. Jh.), bei Kepler für Tangente im Sinne von ‘Berührer, berührende Linie’ (17. Jh.); Anstrich m. ‘aufgemalte Farbe, Tünche, Salbe’ (16. Jh.), mhd. anstrich ‘auf den Geigenbogen gestrichenes Harz, Kolophonium’. verstreichen Vb. ‘verschmieren, breitstreichen, durch Streichen aufbrauchen, vergehen (von der Zeit)’, ahd. firstrīhhan ‘tilgen’ (8. Jh.), mhd. verstrīchen ‘ver-, überstreichen, verschmieren, ausstreichen, sich bewegen, sich schnell oder heimlich davonmachen, vergehen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstrich · Einbuße · Kürzung · Schmälerung

Typische Verbindungen zu ›Abstrich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abstrich‹.

Verwendungsbeispiele für ›Abstrich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da musste man dann eben auch mal kleine Abstriche bei der Art der Tätigkeit machen. [C't, 2001, Nr. 22]
In der Klasse bis 4000 Mark muss man bei jedem Gerät Abstriche machen. [C't, 2001, Nr. 12]
Weitere Abstriche muss man oft auch beim Service nach dem Kauf hinnehmen. [C't, 2000, Nr. 22]
Aber diese Abstriche genügen noch lange nicht: Gefragt sind effiziente Kompressionsverfahren. [C't, 2000, Nr. 6]
Nach diesen Abstrichen bleibt immer noch ein Begriff der B. stehen, der nicht zu ersetzen oder einfach zu umschreiben wäre. [Flitner, A.: Bildung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 4263]
Zitationshilfe
„Abstrich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abstrich>.

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