Abstrich, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abstrich(e)s · Nominativ Plural: Abstriche
Aussprache
WorttrennungAb-strich (computergeneriert)
Grundformabstreichen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Abzug
Beispiele:
ein Abstrich im Haushaltsplan, am Etat
die Behörde musste sich erhebliche Abstriche gefallen lassen
Die Mädchen klagten sehr über die Abstriche, die Frau Lexer ihnen machte [BrechtDreigroschenroman182]
2.
abwärtsgehender Strich der Schrift
Gegenwort zu Aufstrich
Beispiele:
drei Abstriche beim m
starke Abstriche
3.
Medizin Entnahme einer Absonderung
Beispiele:
ein Abstrich an den Mandeln
einen Abstrich machen lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streichen · Streicher · Streichholz · abstreichen · Abstrich · anstreichen · Anstreicher · Anstrich · verstreichen
streichen Vb. ‘sich fortbewegen, gehen, (mit der Hand) etw. streifend berühren, über etw. hinstreifen, (be)schmieren, durch streichende Bewegung entfernen, einen Strich ziehen’, ahd. strīhhan (8. Jh.), mhd. strīchen ‘Striche machen, streichend bewegen, glätten, bestreichen, schärfen, streichend berühren, schlagen, sich rasch bewegen, herumstreifen’, mnd. mnl. strīken, nl. strijken, afries. strīka, aengl. strīcan, engl. to strike (germ. *strīkan), daneben anord. strӯkja, strӯkva (germ. *streukan) sowie (ablautend) schwach flektierendes ahd. streihhōn ‘streicheln’ (um 1000), mhd. streichen (s. ↗streicheln) führen mit dem zugehörigen, unter ↗Strich (s. d.) behandelten Abstraktum und lat. (mit n-Infix) stringere ‘schnüren, zusammenbinden, (ab)streifen’, striga ‘Strich, Schwaden, Zeltreihe, Längsfurche’, strigilis ‘Schabeisen’, aslaw. strišti, russ. strič’ (стричь) ‘scheren’ auf ie. *streig-, eine durch Guttural erweiterte Form der Wurzel ie. *ster- ‘Streifen, Strich, Strähne, Strahl’, in Erweiterungen auch ‘über etw. hinwegstreifen, -streichen’, wohl eine semantische Variante der unter ↗streuen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *ster(ə)- ‘ausbreiten, (aus)streuen’. Streicher m. ‘Landstreicher, Vagabund’ (16. Jh.; s. ↗Landstreicher), ‘Maler’ (17. Jh.; s. unten Anstreicher), ‘Spieler eines Streichinstruments’ (1. Hälfte 20. Jh.), mhd. strīcher als Bezeichnung für unterschiedliche Handwerker. Streichholz n. ‘Zündholz’ (19. Jh.), älter Bezeichnung für unterschiedliche Geräte, z. B. zum Abstreichen gefüllter Gefäße (15. Jh.). abstreichen Vb. ‘durch streichende Bewegung entfernen, sich entfernen, herumstreifen, beschmieren, streichend berühren, durch einen Strich tilgen’, mhd. abestrīchen ‘beseitigen, abwischen, forteilen’; Abstrich m. ‘Abzug’ (17. Jh.), ‘abwärtsgehender Schriftstrich’ (19. Jh.), in der Medizin ‘Entnahme von Haut, Schleimhaut’ zu Untersuchungen (19. Jh.), mhd. abestrich ‘Tilgung’. anstreichen Vb. ‘mit Farbe bedecken, mit einem Strich versehen, bezeichnen’, mhd. anestrīchen ‘bedecken, beschmieren (mit Salbe), sich putzen’; Anstreicher m. ‘Maler, Tüncher’ (18. Jh.), bei Kepler für Tangente im Sinne von ‘Berührer, berührende Linie’ (17. Jh.); Anstrich m. ‘aufgemalte Farbe, Tünche, Salbe’ (16. Jh.), mhd. anstrich ‘auf den Geigenbogen gestrichenes Harz, Kolophonium’. verstreichen Vb. ‘verschmieren, breitstreichen, durch Streichen aufbrauchen, vergehen (von der Zeit)’, ahd. firstrīhhan ‘tilgen’ (8. Jh.), mhd. verstrīchen ‘ver-, überstreichen, verschmieren, ausstreichen, sich bewegen, sich schnell oder heimlich davonmachen, vergehen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstrich · ↗Einbuße · ↗Kürzung · ↗Schmälerung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beamtenpension Beitragsrabatt Ehegattensplitting Federungskomfort Gehalt Komfort Lebensstandard Lohnforderung Lohnfortzahlung Mundschleimhaut Qualität Rente Rentenniveau Sonderzahlung Sozialausgabe Sozialleistung Sparpaket Sparprogramm Urlaubsgeld Weihnachtsgeld Wettbewerbsprinzip erheblich erkaufen finanziell hinnehmen nennenswert qualitativ substanziell verwirklichen vornehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abstrich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber was die medizinische Versorgung angeht, machen wir keine Abstriche.
Die Welt, 23.12.2002
Abstriche bei der Beratung soll es nicht geben, verspricht die Bank.
Der Tagesspiegel, 30.08.1999
Nach diesen Abstrichen bleibt immer noch ein Begriff der B. stehen, der nicht zu ersetzen oder einfach zu umschreiben wäre.
Flitner, A.: Bildung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 4263
Wenn man also auf diese rechtliche Seite abstellt, muß ein erheblicher Abstrich an den Zahlen gemacht werden.
o. A.: Zweihundertfünfter Tag. Freitag, 16. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 31555
Die Belege lassen sich durch einfachen Abstrich bei den Daten in den Vierecken vermerken.
Behrmann, Hermann: Das Inserat, Wien: Barth 1928, S. 312
Zitationshilfe
„Abstrich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abstrich>, abgerufen am 19.03.2019.

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