Abt, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abt(e)s · Nominativ Plural: Äbte
Aussprache 
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Abt‹ als Erstglied: ↗Abtsstab · ↗Abtstab
eWDG, 1967

Bedeutung

Vorsteher eines Mönchsklosters
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Abt · Äbtissin · Abtei
Abt m. Vorsteher eines Mönchsklosters, früher auch eines Stifts. Ahd. abbat (9. Jh.), mhd. ab(b)et, abt, mnd. mnl. ab(be)t, nl. abt, aengl. abbad, abbod, abbud, engl. abbot ist entlehnt aus den obliquen Kasus von gleichbed., seit dem 4. Jh. bezeugtem kirchenlat. abbās (Genitiv abbātis), das über spätgriech. ábbās (ἄββας), in der biblischen Anrede abbā́ (ἀββᾶ) ‘Vater’ auf gleichbed. aram. abbā, ein altes Lallwort für ‘Vater’, zurückgeht. Anord. abbāti, auch in der volksetymologisch als ‘Sittenverbesserer’ umgedeuteten Form ābōti, schwed. abbot, dän. abbed beruhen auf Entlehnungen aus westgerm. Sprachen. Äbtissin f. Vorsteherin eines Nonnenklosters bzw. Stifts; spätmhd. ebtissīn ist eine verdeutlichende Erweiterung von mhd. eppetisse durch die fem. Endung -īn; vorauf geht ahd. abbatissa (Hs. 12. Jh., aus kirchenlat. abbatissa, zu abbās, s. oben); vgl. asächs. a(be)diska, mnd. abbedische, ab(be)disse, mnl. ab(b)edisse, abdisse, nl. abdis, aengl. abbodisse, abbodesse, engl. abbes. Abtei f. einem Abt (einer Äbtissin) unterstehendes Kloster (Stift), ahd. abbateia (Hs. 12. Jh.), mhd. abbeteie, mnd. ab(be)dīe, mnl. ab(e)dīe, nl. abdij, entlehnt aus gleichbed. kirchenlat. abbatia.

Typische Verbindungen zu ›Abt‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Abt‹

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Auf seine sanfte Weise fasste der weißhaarige Abt damit ein heißes politisches Eisen an.
Süddeutsche Zeitung, 15.11.2001
Habe ich mein Gegenüber richtig verstanden, diesen vergeistigten Mann mit den Manieren eines Abtes?
Die Zeit, 25.10.1985, Nr. 44
In diesem Kampf befahl der Abt, und sie hatten dem Abt zu gehorchen.
Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 4442
Dieses Amt versah er bis 1781, nachdem er 1778 die Wahl zum Abt abgelehnt hatte.
Scharnagl, August: Werner. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 40773
Der Zauber, dem er unterlegen war, übertrug sich auf den Abt.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 6
Zitationshilfe
„Abt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abt>, abgerufen am 12.08.2020.

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