Abtritt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abtritt(e)s · Nominativ Plural: Abtritte
Aussprache
WorttrennungAb-tritt
Grundformabtreten
Wortbildung mit ›Abtritt‹ als Erstglied: ↗Abtrittsbrille · ↗Abtrittsdeckel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Weggang
a)
Theater Abgang
Gegenwort zu Auftritt
Beispiele:
der Abtritt des Schauspielers von der Bühne
der Abtritt nach links
übertragen
Beispiel:
so kurz vor meinem Abtritt (= Tod) [LessingNathanV 1]
b)
Rücktritt
Beispiel:
der baldige Abtritt des Ministers
2.
landschaftlich einfacher Abort
3.
Jägersprache durch Wild abgetretenes Gras
Beispiel:
der Abtritt des Hirsches liegt in der Fährte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Abtritt m. ‘Weggang, Rücktritt, primitiver Abort’, in unterschiedlichen Auffassungen zu ↗abtreten (s. d.) gebildet, mhd. ab(e)trit ‘das Zurücktreten, Widerruf’. In der Bedeutung ‘Abort’ vereinzelt seit dem 16. Jh., geläufig seit der 2. Hälfte des 17. Jhs.; zunächst verhüllender Ausdruck, der „niedrig zu werden anfängt“ (Adelung 1774) und in jüngerer Sprache durchweg als grob empfunden wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
00 · ↗Abort · Abtritt · ↗Klosett · ↗Latrine · ↗Null-Null · ↗Retirade · ↗Wasserklosett  ●  ↗Pissoir  franz. · ↗Toilette  franz., Hauptform · ↗WC  Abkürzung · ↗Donnerbalken  ugs. · ↗Hütte  ugs. · ↗Kackstuhl  derb · Keramikabteilung  ugs., Modewort · ↗Klo  ugs. · ↗Lokus  ugs. · ↗Orkus  geh. · ↗Pinkelbude  derb · ↗Pissbude  derb · ↗Scheißhaus  derb · ↗Thron  ugs., scherzhaft · To  ugs. · ↗Topf  ugs. · Tö  ugs. · stilles Örtchen  ugs. · wo (selbst) der Kaiser zu Fuß hingeht  ugs., Spruch · ↗Örtchen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auftritt Bühne Spekulation Vorstandschef Zeitpunkt angekündigt baldig endgültig erzwungen freiwillig plötzlich sofortig spektakulär spekulieren unrühmlich verpassen vorzeitig überraschend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abtritt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seinen Abtritt, so ließ er wissen, wolle er nicht vom Erfolg abhängig machen.
Die Welt, 21.01.2002
Vielleicht sollten wir doch noch einmal bei den Grimms unter "Abtritt" nachschauen.
Der Tagesspiegel, 20.08.1999
Ein anderer Mann fürchtet sich, abends auf den Abtritt in den Hof zu gehen.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 1
Vielleicht war das auch einer der Gründe für den vorgezogenen Abtritt Jelzins.
Der Spiegel, 10.01.2000
Durch Rigolen und durch reichliches Düngen mit fettem Mist, Kuhmist, Abtritt kann man Kohlköpfe von riesigem Umfang gewinnen.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 81
Zitationshilfe
„Abtritt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abtritt>, abgerufen am 10.12.2018.

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