Abwertung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abwertung · Nominativ Plural: Abwertungen
Aussprache 
Worttrennung Ab-wer-tung
Wortzerlegung abwerten-ung
Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
das Herabsetzen, Verringern des Wertes von etw., besonders einer Währung; das Abgewertetwerden
siehe auch Wertminderung, Gegenwort zu Aufwertung (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine weitere, deutliche, massive, starke, mögliche Abwertung
als Akkusativobjekt: eine Abwertung vornehmen, vermeiden
in Präpositionalgruppe/-objekt: zu einer Abwertung führen
in Koordination: Aufwertung und Abwertung
hat Präpositionalgruppe/-objekt: eine Abwertung um, von 13 Prozent
Beispiele:
Immer mehr Länder könnten der Versuchung erliegen, sich durch gezielte Abwertungen [ihrer Währungen] oder Kapitalverkehrskontrollen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. [Die Zeit, 10.02.2017 (online)]
Eine turnusgemäße Neubewertung von 44 der 51 Immobilien ergab lediglich eine Abwertung von insgesamt 0,9 Prozent. [Die Welt, 04.08.2009]
Die Abwertung [des Euros] gegenüber dem Dollar um 13 Prozent […] hatte keiner auf der Rechnung. [Die Welt, 30.12.2005]
Nach der Umstrukturierung der zahnärztlichen Honorare kommt es […] zu einer knapp achtprozentigen Abwertung der Leistungen für Zahnersatz. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2003]
Da die Wechselkurse in Euroland festgezurrt sind, braucht kein Unternehmen unkalkulierbare Abwertungen oder Aufwertungen seiner nationalen Währung zu befürchten. [Der Tagesspiegel, 24.11.1998]
In der Öffentlichkeit ist die Angst vor einer Abwertung der italienischen Währung inzwischen abgeklungen. [Die Zeit, 14.08.1964, Nr. 33]
2.
übertragen abwertende, herabsetzende Beurteilung von jmdm. oder etw.
Gegenwort zu Aufwertung (2)
Beispiele:
Gesellschaftliche Abwertung macht stark übergewichtige Menschen krank – Psychotherapie soll helfen, Selbststigma zu überwinden [Titel] [Der Standard, 06.08.2013]
Schlechte Noten bekommt der [Siemens-]Konzern für seine Mitarbeit an dem sozial und ökologisch hochumstrittenen Dreischluchtendamm in China, eine »deutliche Abwertung« brachte die Beteiligung am Madeira‑Staudammprojekt in Brasilien. [Die Zeit, 26.11.2009, Nr. 49]
Ein Spieler nimmt eine Gehaltssteigerung eines Mannschaftskollegen als Abwertung der eigenen Leistung wahr. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2006]
Bei der Helligkeitsverteilung [auf dem Bildschirm] führt ein deutlicherer Abfall in der linken Bildhälfte zur Abwertung auf ein »Befriedigend«. Linearität und Farbkonstanz sind hingegen ordentlich. [C’t, 1996, Nr. 10]
Nennt man hierzulande jemanden »Entertainer«, dann mischen sich in dieser Tätigkeitsbeschreibung respektvolle Anerkennung eines Temperamentes mit sanfter Abwertung eines Charakters. [Süddeutsche Zeitung, 10.12.1994]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Abwertung · ↗Deklassierung · ↗Diskreditierung · ↗Entwertung  ●  ↗Devaluation  geh., franz.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abqualifizierung · ↗Herabsetzung · ↗Verächtlichmachung  ●  Abwertung  Hauptform
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sprachliche) Abwertung · abwertende Benennung  ●  ↗Dysphemismus  fachspr. · Kakophemismus  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Abwertung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abwertung‹.

Zitationshilfe
„Abwertung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abwertung>, abgerufen am 01.03.2021.

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