Abwesenheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abwesenheit · Nominativ Plural: Abwesenheiten · wird meist im Singular verwendet
WorttrennungAb-we-sen-heit (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Abwesenheit‹ als Erstglied: ↗Abwesenheitspfleger  ·  mit ›Abwesenheit‹ als Letztglied: ↗Geistesabwesenheit
eWDG, 1967

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von abwesend, Gegenwort zu Anwesenheit
Beispiele:
für die Dauer meiner Abwesenheit
nach fünfjähriger, jahrelanger Abwesenheit
jmds. Abwesenheit bemerken, feststellen (= jmds. Fehlen bemerken, feststellen)
in Abwesenheit verhandeln, jmdn. in Abwesenheit verurteilen
salopp durch Abwesenheit glänzen (= nicht dasein)
übertragen
Beispiel:
als ob er aus irgendeiner tiefen Abwesenheit erwachte [Th. MannBuddenbrooks1,137]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

abwesend · Abwesenheit
abwesend Adj. ‘nicht zugegen, nicht vorhanden, nicht da (wo erwartet)’, Gegensatz ↗anwesend (s. d.). Das seit der 2. Hälfte des 15. Jhs. bezeugte Adjektiv, vgl. auch mnd. afwēsende, ist das Part. Präs. des im 17. Jh. untergegangenen, überwiegend auf nd. Sprachgebiet bezeugten Verbs abwesen, mhd. abewesen, mnd. afwēsen, ahd. abawesan ‘fehlen, nicht da sein’ (9. Jh.), einer Übersetzung von lat. abesse. Zum Verb wesen, das mit sein konkurriert, s. ↗Wesen. Die Übertragung ‘geistig nicht zugegen, mit den Gedanken nicht bei der Sache, zerstreut’ ist seit der 2. Hälfte des 17. Jhs. bezeugt. Abwesenheit f. ‘das Nichtzugegensein, Nichtvorhandensein, Fehlen’ (omd. ostobd. 1. Hälfte 16. Jh.), eine lat. absentia wiedergebende Bildung zum substantivierten Infinitiv Abwesen n.; vgl. mnd. afwēsen ‘das Fehlen, Abwesendsein’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(unentschuldigte) Abwesenheit · Blaumachen · ↗Fehlstunde(n) · Schwänzen
Assoziationen
  • Schulmüdigkeit · Schulschwänzen · Schulverweigerung  ●  ↗Absentismus  fachspr.
Synonymgruppe
Abwesenheit (von) · ↗Ermangelung (von) · Fehlen (von) · ↗Mangel (an)
Assoziationen
Synonymgruppe
Abwesenheit · ↗Defizit · Fehlen · ↗Mangel  ●  ↗Absenz  österr., schweiz.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angeklagte Anwesenheit Haft Olympiasieger Olympiasiegerin Titelverteidiger Titelverteidigerin achtjährig auffallen demonstrativ dreijährig eigenmächtig einjährig erzwungen fünfjährig glänzen häufig jahrelang krankheitsbedingt lang mehrmonatig monatelang sechsmonatig urlaubsbedingt verhandeln verurteilen vierjährig völlig zehnjährig zweijährig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abwesenheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die weitgehende Abwesenheit der Politiker sei für ihn ein positives Zeichen gewesen.
Die Welt, 21.02.2005
Nach einer weiteren Abwesenheit ist er auch seiner Füße beraubt.
Der Tagesspiegel, 30.05.1999
Wir sprachen bislang nur von der physischen Abwesenheit der Mutter.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 143
Dann wagte ich es über Mittag während meiner Abwesenheit gehen zu lassen.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Auch in ihrer Abwesenheit habe er überall ihre Augen auf sich gerichtet gesehen.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Grafen Komarowski vor dem Schwurgericht zu Venedig. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 6101
Zitationshilfe
„Abwesenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abwesenheit>, abgerufen am 17.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
abwesend
Abwertung
abwerten
abwerfen
Abwerbung
Abwesenheitspfleger
Abwesenheitsprotest
Abwetter
abwettern
abwetzen