Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Abzocke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abzocke · Nominativ Plural: Abzocken · wird selten im Plural verwendet
Worttrennung Ab-zo-cke
Grundformabzocken
Wahrig und DWDS

Bedeutung

abwertend, salopp (meist betrügerisches) Bestreben, einen im Vergleich zur Leistung überhöhten Gewinn zu erzielen, häufig durch Ausnutzen der Notlage oder Unerfahrenheit anderer, Übervorteilung; das Übervorteiltwerden
Beispiele:
Von dreister Abzocke ist die Rede, von skrupellosen Geschäftsmethoden. [Süddeutsche Zeitung, 06.08.2016]
So gibt das Magazin Tipps für kostenlose Sportangebote und günstige Handytarife, warnt vor Abzocke bei der Wohnungssuche und blendet auch kritische Themen wie Kriminalität nicht aus. [Süddeutsche Zeitung, 28.11.2016]
Im Kampf gegen Internetkriminalität wie Abzocke und Betrug, Ausspähen oder Sabotage braucht Europa nach Ansicht von IT‑Experten eine abgestimmte Strategie. [Die Zeit, 14.03.2016 (online)]
Vielmehr werde der Verbraucher unter anderem durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vor Abzocke und Irreführung geschützt. [Der Tagesspiegel, 05.04.2001]
Die Abzocke im frommen Milieu lief fast immer nach derselben Masche: Telefaxe, angeblich aus Zaire, die eine gefälschte Unterschrift des Erzbischofs […] von Kinshasa trugen, baten deutsche Amtsbrüder, dem Neffen des zairischen Oberhirten einen Christendienst zu erweisen: Eric Bamungwabi[…] benötige für sich, seine Frau und drei Kinder dringend Flugtickets von Deutschland nach Kinshasa. [Der Spiegel, 24.06.1996]
Lies vor Deiner Reise gründlich nach, wie das in Deinem Reiseland sein wird, welcher Wechselkurs herrscht und auf welche Abzocken Du nicht hereinfallen solltest! [Pink Compass, 12.07.2016, aufgerufen am 14.02.2017] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zocken · Zocker · abzocken · Abzocke
zocken Vb. ‘am Glücksspiel teilnehmen’, entlehnt (zuerst rotw. 19. Jh.) aus jidd. zschocken, zachkenen ‘spielen’, hebr. śᵉḥōq ‘lachen, scherzen, spielen’ (Wolf Rotw. 346). Zocker m. ‘(gewerbsmäßiger) Glücksspieler’, (um 1900), rotw. Zchocker, jidd. zachkan, zachkener. Dazu die Weiterbildung abzocken Vb. ‘beim Spiel ausnehmen’, allgemein ‘zweifelhafte oder überhöhte Gebühren verlangen, jmdm. etw. listig oder hinterhältig abnehmen’, mit dem Verbalabstraktum Abzocke f. (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geldmacherei · Nepp  ●  Beutelschneiderei  veraltet · Geldschneiderei  selten · Wucher  juristisch · Abzocke  ugs., Hauptform · Abzockerei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Abzocke‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abzocke‹.

Zitationshilfe
„Abzocke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abzocke>.

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