Achsel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Achsel · Nominativ Plural: Achseln
Aussprache
WorttrennungAch-sel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Achsel‹ als Erstglied: ↗Achselband · ↗Achseldrüse · ↗Achselgrube · ↗Achselhöhle · ↗Achselklappe · ↗Achselschweiß · ↗Achselstück · ↗Achselträger · ↗achselständig · ↗achselzuckend
eWDG, 1967

Bedeutung

Schulter, Schultergelenk
Beispiele:
die Achseln hochziehen, heben und senken
jmdm. die Hand auf die Achsel legen
die Jacke drückt unter den Achseln
den Rucksack, das Gewehr über die Achsel werfen
einen Balken auf die Achsel nehmen
über jmdn., etw. (mitleidig, geringschätzig, zweifelnd) die Achseln, mit den Achseln zucken
seinen dicken Stock unter die Achsel geklemmt [BrechtDreigroschenroman269]
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
jmdn. über die Achsel ansehen (= auf jmdn. herabsehen)
etw. auf die leichte Achsel nehmen (= etw. nicht ernst genug nehmen, zu sorglos sein)
veraltet auf beiden Achseln tragenes mit beiden Parteien halten
Beispiel:
daß der eine und andere ... wankel ist in seiner Treue zu ihm, also daß er auf beiden Achseln trägt [Th. MannJoseph5,207]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Achsel f. ‘Schulter, Höhlung unterhalb des Schultergelenks’. Das germ. Substantiv ahd. ahsla (8. Jh., dehnstufig uohsala, 11. Jh.), mhd. ahsel, asächs. ahsla, mnd. assel, asle, mnl. assel(e), anord. ǫxl, schwed. axel, dazu ablautend mnl. ocsel(e), oecsel(e), nl. oksel, ‘Achsel’ und (mit anderem Suffix) ahd. uohhisa (um 900), mhd. uohse, üehse, ahd. uohsana (9. Jh.) sowie aengl. ōxn f., ōxta m. (engl. mundartlich oxter) ‘Achselhöhle’ vergleicht sich außergerm. mit lat. āla (aus *agslā) ‘Achsel’, danach ‘Flügel’, dazu das Deminutivum lat. axilla ‘Achselhöhle, kleiner Flügel’, ferner mit awest. ašayā̊ (Genitiv des Duals) ‘der beiden Achseln’, und führt mit diesen zu der unter ↗Achse (s. d.) entwickelten Form ie. *ak̑s- aus *ag̑s- ‘Achsel’, die mit lat. agere ‘treiben, handeln, tätig sein’ und griech. ágein (ἄγειν) ‘treiben, leiten, führen, ziehen, gehen’ (s. ↗agieren) auf die Verbalwurzel ie. *ag̑- ‘(mit geschwungenen Armen) treiben, schwingen, in Bewegung setzen, führen’ zurückgeht. Achsel ist also der Körperteil, dem als Drehpunkt die beweglichen Arme ansitzen. Dazu stellt sich lat. exigere ‘heraus-, wegtreiben, wägen, abmessen’ (mit lat. exāctus, eigentlich ‘genau abgewogen’, s. ↗exakt), was ursprünglich als ausbalancierende bzw. abmessende Bewegung der Arme zu verstehen ist. Vgl. Reichelt in: Wörter und Sachen 12 (1929) 112 ff.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Arme Bein Brust Fleck Haar Hals Lymphknoten Rasierklinge Schulter Schweiß Schweißflecken ansehen fassen heben hochziehen klemmen kneifen kratzen link lächeln packen rasieren rasiert riechen schieben schwitzen sprühen unrasiert zucken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Achsel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber statt zu handeln, zucken die meisten europäischen Politiker nur mit den Achseln.
Die Welt, 02.08.2004
Obwohl sie es besser wußte, zuckte sie mit den Achseln.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 288
Dann zuckt sie mit den Achseln und sagt: 'Das ging eben damals nicht.
Süddeutsche Zeitung, 29.04.1996
Sie zuckte die Achseln, plötzlich umgestimmt: schließlich, was liegt mir daran?
Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 378
Dann grinste er und steckte wieder die Hände über kreuz unter die Achseln.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 225
Zitationshilfe
„Achsel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Achsel>, abgerufen am 21.03.2019.

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