Achtung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Achtung · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ach-tung
Wortzerlegung achten -ung
Wortbildung  mit ›Achtung‹ als Erstglied: Achtung gebietend · Achtungsapplaus · Achtungsbezeigung · Achtungserfolg · achtunggebietend · achtungsvoll
 ·  mit ›Achtung‹ als Letztglied: Danachachtung · Hochachtung · Nichtachtung · Selbstachtung
eWDG

Bedeutungen

1.
Achtung! (= Vorsicht!)
Beispiele:
Achtung! Stufen!
Achtung! Hochspannung, Lebensgefahr!
Achtung! Selbstschüsse!
Achtung! (= aufgepasst!)
Beispiele:
Militär Achtung, präsentiert das Gewehr!
Rundfunk, Film Achtung! Aufnahme!
landschaftlich, umgangssprachlich Achtung passen (= achtgeben)
Beispiele:
Paß Achtung, Fabrikantle [ Hesse1,816]
Paß Achtung, Genosse [ FalladaBlechnapf139]
veraltet auf etw. Achtung haben, geben (= auf etw. aufpassen, achten)
Beispiel:
niemand im Haus gab weiter Achtung drauf [ GoetheTheatral. Sendung6,855]
2.
Respekt, Wertschätzung
Beispiele:
vor jmdm. (große, hohe, ungewöhnliche, geringe) Achtung haben
Achtung vor dem Menschen, Gesetz, Leben
die Achtung vor jmdm. verlieren
Achtung für jmdn. empfinden
gehoben Achtung für jmdn. hegen
die schuldige Achtung gegen jmdn. zeigen
gehobendie schuldige Achtung gegen jmdn. beobachten
jmdm. Achtung erweisen, entgegenbringen
gehobenjmdm. Achtung zollen
das gebietet die gegenseitige, bloße Achtung
jmdm. seine Achtung versagen, verweigern
zum Zeichen meiner Achtung
umgangssprachlichalle Achtung (vor der Leistung)!
das ist aller Achtung wert, verdient alle Achtung
sich [Dativ] Achtung verschaffen
sich [Dativ] die Achtung seiner Mitmenschen erwerben
jmds. Achtung gewinnen
jmdm. Achtung abnötigen, abgewinnen, einflößen
allgemeine Achtung genießen, sich allgemeiner Achtung erfreuen
das hat ihm allgemeine Achtung eingetragen
von allseitiger Achtung umgeben sein
bei jmdm. in hoher Achtung stehen
sich der Achtung würdig erweisen
jmds. Achtung verlieren
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »bei«
Beispiel:
bei aller Achtung (vor ihm)
Grammatik: in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
von jmdm. mit Achtung sprechen
jmdn. mit Achtung behandeln
jmdm. mit der nötigen, ihm gebührenden Achtung begegnen
sie betrachtete ihn von der Seite mit scheuer Achtung [ H. MannUnrat1,608]
Grammatik: in Verbindung mit »an«
Beispiel:
es an der notwendigen Achtung fehlen lassen
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiel:
in jmds. Achtung sinken
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Acht1 · ächten · Ächtung
Acht1 f. ‘Recht- und Friedlosigkeit’, d. h. ‘Ausschluß aus der Gesellschaft’ (der Ausgeschlossene konnte von jedermann verfolgt und straflos getötet werden), ahd. āhta (11. Jh.), mhd. āhte, æhte, mnd. mnl. achte, nl. acht, aengl. ōht ‘(durch Rechtsspruch angeordnete) Verfolgung, Friedlosigkeit’ läßt sich mit ir. ēcht ‘Totschlag (aus Rache)’ verknüpfen. Außerhalb des Westgerm. (*anhtō?) und des Kelt. sind weitere Verwandte nicht mit Sicherheit feststellbar, so daß die Herkunft des Wortes ungeklärt bleibt. Im Mittelalter ist die von der weltlichen Gerichtsbarkeit ausgesprochene Acht oft verbunden mit dem von der Kirche verhängten Bann (s. d.), dem Ausschluß aus der religiösen Gemeinschaft; daher die Wendung Acht und Bann (Anfang 14. Jh.). ächten Vb. ‘in die Acht erklären, als rechtlos ausstoßen’. Von den verschiedenen Formen des Substantivs Acht sind abgeleitet die (zum Teil früher belegten) westgerm. Verben ahd. āhten (8. Jh.), mhd. āhten, æhten, asächs. āhtian, mnd. achten, echten, mnl. echten, aengl. ēht(i)an ‘verfolgen’. Ächtung f. ‘Verhängung der Acht, Ausstoßung aus der Gemeinschaft, Verdammung, Verfemung’, ahd. āhtunga (um 800), mhd. āhtunge, æhtunge; vgl. mnd. echtinge, aengl. ēhtung ‘Verfolgung’.

Acht2 · achten · Achtung · achtbar · achtsam · unachtsam · beachten · beachtlich · erachten · verachten · verächtlich · Verachtung
Acht2 f. ‘Aufmerksamkeit, Beachtung’, heute vornehmlich in Wendungen wie (sich) in acht nehmen, außer acht lassen, achtgeben, achthaben, in denen der substantivische Charakter des Wortes verblaßt ist. Ahd. ahta ‘Überlegung, Meinung, Ansehen’ (um 800), mhd. aht(e), mnd. mnl. acht(e), nl. acht, aengl. eaht sind verwandt mit got. aha ‘Sinn, Verstand’, ahjan ‘meinen’ und lassen eine Verbalwurzel germ. *ah- ‘denken, meinen’ erkennen. Ob sich die germ. Gruppe mit außergerm. Formen wie griech. óknos (ὄκνος) ‘Bedenklichkeit, Zaudern’, okné͞in (ὀκνεῖν) ‘zögern, Bedenken tragen’, toch. B āks- ‘wach sein’ verbinden und der Wurzel ie. *ok- ‘überlegen’ zuordnen läßt, ist nicht mit Sicherheit zu erweisen. Vom Substantiv abgeleitet ist achten Vb. ‘schätzen, aufpassen, Rücksicht nehmen’, ahd. ahtōn (um 800), mhd. ahten ‘erwägen, beachten, schätzen’, asächs. ahton, mnd. mnl. nl. achten, aengl. eahtian ‘schätzen, achten, erwägen’; vgl. anord. ætla (aus *ahtilōn) ‘meinen, glauben, vorhaben, beabsichtigen’; dazu Achtung f. ‘Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Ansehen’, ahd. ahtunga (9. Jh.), mhd. ahtunge ‘Überlegung, Wertschätzung’. Imperativisches habt, gebt Achtung! wird verkürzt zum Kommando- und Warnungsruf Achtung! (Ende 18. Jh.). achtbar Adj. ‘geachtet, angesehen, achtenswert, anerkennenswert, beachtlich’, mhd. aht(e)bære, zu mhd. ahte im Sinne von ‘Schätzung, Stand, Rang’, danach eigentlich ‘rangtragend’. achtsam Adj. ‘aufmerksam, wachsam, behutsam’ (16. Jh.); früher bezeugt ist unachtsam Adj. ‘nicht auf das achtend, worauf man achten sollte’, mhd. unahtsam. beachten Vb. ‘achten auf, berücksichtigen, Aufmerksamkeit schenken’, ahd. biahtōn (10. Jh.), mhd. beahten; beachtlich Adj. ‘bemerkenswert, wichtig’, geläufig seit 19. Jh., spätmhd. beahtlich. erachten Vb. ‘wofür halten, ansehen’, ahd. irahtōn (9. Jh.), mhd. erahten. verachten Vb. ‘als schlecht, minderwertig ansehen, geringschätzen, verschmähen’, mhd. verahten; verächtlich Adj. ‘Verachtung ausdrückend, abfällig, verachtenswert’ (15. Jh.); Verachtung f. ‘Geringschätzung, Abscheu’, spätmhd. verahtunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
Achtung · Anerkennung · Beachtung · Bestätigung · Bewunderung · Ehrerbietung · Hochachtung · Respekt · Wertschätzung · Zuspruch  ●  Rückenwind  fig. · Admiration  geh., bildungssprachlich, veraltet, lat.
Oberbegriffe
Antonyme
Synonymgruppe
Achtung · Ehrfurcht · Respekt
Synonymgruppe
Achtung! · Augen auf! · Vorsicht! · Vorsichtig (mit) ...! · aufgepasst! · aufpassen! · pass auf! · passen sie auf! · passt auf!  ●  Hab acht!  veraltet · Obacht!  österr., süddt. · Augen auf im Straßenverkehr!  ugs., Spruch · Holzauge, sei wachsam!  ugs., Spruch · Spitz pass auf  ugs., Spruch, veraltend
Synonymgruppe
Achtung · Andacht · Anerkennung · Ehre · Ehrung
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Achtung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Achtung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Achtung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Achtung für das Gesetz nötigt nur die Idee des Guten selbst ab. [Henrich, D.: Legalität. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 23408]
Um so größer aber wird die Achtung vor der menschlichen Energie, die alles daransetzt, das Leben neu zu schaffen. [Die Zeit, 11.07.1946, Nr. 21]
Was der Koch einkauft, wie er es zubereitet und anrichtet – alle Achtung. [Bild, 24.10.2003]
Kurz, von allen Tugenden des Mannes heischte auf einmal die kriegerische allgemeine Achtung. [Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 214]
Ist Zanken bei dir das Zeichen der Liebe und Achtung? [Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 66]
Zitationshilfe
„Achtung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Achtung>.

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