Adebar, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Adebar(e)s · Nominativ Plural: Adebare
WorttrennungAde-bar
eWDG, 1967

Bedeutung

landschaftlich Storch
Beispiele:
Meister Adebar
der Adebar kam statt mit der Windel mit einem schwarzen Flor geflogen [Storm7,11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Adebar m. landschaftlich (besonders nordd., westmd.) verbreiteter Name des Storches. Ahd. ōtibero (11./12. Jh.) mit den Varianten ōdobero, ōdoboro, ōdofaro, mhd. odebar, odevare, ödeber, odibere, edebar, adebar, mnd. ādebār, ēdebār, ēdebēr(e), mnl. odevare, oudevaer, oid(e)ver machen eine Grundform germ. *odabaro wahrscheinlich, die durch grammatischen Wechsel wohl aus älterem *uda-faro entstanden ist. Wenn sich das erste Glied dieser Zusammensetzung mit aengl. waþum(a) ‘Woge, Flut, Strom’ verbinden und an eine dentale Variante auf -t von ie. *aud-, *u̯ed-, *ū̌d- (s. ↗Wasser) anschließen läßt, so ergibt sich eine Bedeutung ‘sumpfige Stelle, Wiese’. Das zweite Glied gehört zu ahd. faran ‘gehen, fahren’, so daß Adebar als der „Sumpfgänger“ zu verstehen ist. Vgl. Krogmann in: Korrespondenzbl. d. Vereins f. nd. Sprachforschg. 51 (1938) 71 f. Volksetymologisch wird der Name früh als *ōdaboro ‘Segenbringer, Glücksträger’ gedeutet und mit ahd. ōt (9. Jh.), asächs. ōd ‘Glück, Reichtum’ sowie ahd. -boro ‘Träger’ verbunden, vgl. J. Grimm Dt. Mythol. 22, 638.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Meister Adebar (lit.) · ↗Storch  ●  Adebar  ugs. · Ciconia ciconia  fachspr. · ↗Klapperstorch  ugs. · ↗Weißstorch  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

eintreffen

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das kommt in der Welt von Meister Adebar recht häufig vor.
Der Tagesspiegel, 19.06.2004
Nicht durchsetzen kann er sich dagegen im eigenen Garten - bei seinem Adebar.
Bild, 27.08.2001
Bereits in der Antike galt Adebar als Symbol der Fruchtbarkeit.
Röhrich, Lutz: Klapperstorch. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 22067
Sie fiele dann in die Zeit zwischen dem sausenden Karussell und dem Sternenhändler Adebar.
Degenhardt, Franz Josef: Die Abholzung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1985], S. 0
Unser allbekannter Freund Adebar ist bis auf ein heiseres Zischen, das im Rachen erzeugt wird und kein eigentlicher Stimmlaut ist, völlig schweigsam.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 104
Zitationshilfe
„Adebar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Adebar>, abgerufen am 17.09.2019.

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