Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Adresse, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Adresse · Nominativ Plural: Adressen
Abkürzung Adr.
Aussprache 
Worttrennung Ad-res-se
Häufige Falschschreibung Addresse
Herkunft aus gleichbedeutend adressefrz
eWDG

Bedeutungen

I.
Anschrift, Wohnungsangabe
Beispiele:
meine Adresse lautet …
die Adresse (auf)schreiben
jmdm. seine Adresse (an)geben, nennen, hinterlassen
eine neue Adresse haben
einen Brief an jmds. Adresse richten
übertragen
Beispiele:
offene Drohungen an jmds. Adresse richten (= offene Drohungen gegen jmdn. richten)
sich an die richtige Adresse wenden (= sich an die richtige Stelle wenden)
salopp(bei jmdm.) an die falsche, unrechte Adresse kommen, geraten (= (bei jmdm.) an den Unrechten kommen, geraten)
II.
gehoben an eine amtliche Stelle gerichtete Denkschrift, offizielles Schreiben
Beispiele:
eine Adresse (an jmdn.) aufsetzen
jmdm. eine Adresse überreichen
eine Adresse verlesen
[Diederich] diktierte ihnen die Adresse, von deren Überreichung er die Annahme … abhängig machte [ H. MannUntertan4,234]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Adresse · adressieren · Adressat · Adreßbuch
Adresse f. ‘Anschrift, Wohnungsangabe’, bis ins 18. Jh. auch, dem Frz. entsprechend, ‘Zugang, Gelegenheit’ und ‘Geschicklichkeit’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. adresse, afrz. adrece ‘Richtung, Richtweg, richtige Gelegenheit’, gebildet zu afrz. adrecier (s. unten). Die Bedeutung ‘schriftliche Willensbekundung, offizielles, feierliches Schreiben’ (im Dt. um 1700 aufkommend, später vor allem ‘Glückwunsch-, Grußschreiben’) stammt aus der engl. Parlamentssprache, vgl. engl. address ‘Bittschrift des Parlaments an den König’ (nach frz. adresse im früh veralteten Sinne von ‘Anrede, Hinwendung’). Unter engl. Einfluß begegnet im Dt. anfangs die Schreibung Address(e) auch in den anderen Verwendungen des Wortes. adressieren Vb. ‘mit einer Anschrift versehen, an jmdn. richten’ (Ende 16. Jh.), nach gleichbed. mfrz. frz. adresser, afrz. adrecier ‘in eine Richtung, in Ordnung bringen, ausführen, ausstatten, zurechtweisen, helfen’, aus vlat. *addīrēctiāre ‘in gerade Richtung bringen, ausrichten’, einer Ableitung von lat. dīrēctus ‘geradegerichtet’, dem Part. Perf. von dīrigere ‘geraderichten, hinlenken’ (s. dirigieren). Adressat m. ‘Empfänger einer Sendung’ (2. Hälfte 18. Jh.). Adreßbuch n. ‘Anschriften-, Auskunftsbuch’ (2. Hälfte 18. Jh., zuvor Adreßkalender, Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Adresse · Anschrift · Postadresse  ●  Postanschrift  Hauptform · ladungsfähige Anschrift  fachspr., juristisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Adresse · Denkschrift · Eingabe · Memorandum · Note · Schreiben

Typische Verbindungen zu ›Adresse‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Adresse‹.

Verwendungsbeispiele für ›Adresse‹, ›Adr.‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst Damen der besseren Stände erkundigten sich nach seiner Adresse. [Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 151]
Daher ist es heute üblich geworden, auch die Adresse anzugeben. [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 900]
Dreimal gut essen in drei Tagen bedeutet eine dritte Adresse. [Die Zeit, 21.10.1999, Nr. 43]
Die freundliche Dame gab allerdings nach einigen Überlegungen zu, das sei wohl doch nicht die richtige Adresse. [Die Zeit, 22.07.1999, Nr. 30]
Nach einer kleinen Pause sprechen wir schließlich gemeinsam die Adresse. [Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 289]
Zitationshilfe
„Adresse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Adresse>.

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