Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Affekt, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Affekt(e)s · Nominativ Plural: Affekte
Aussprache 
Worttrennung Af-fekt
Wortbildung  mit ›Affekt‹ als Erstglied: Affektausbruch · Affektausdruck · Affektenlehre · Affektgebärde · Affekthandlung · Affektstau · Affektsturm · Affektstörung · Affekttat · Affektverdrängung · affektbetont · affektgeladen · affektisch · affektiv
 ·  mit ›Affekt‹ als Letztglied: Primäraffekt  ·  mit ›Affekt‹ als Grundform: Affektion
Herkunft aus affectuslat ‘Gemütszustand, Gemütsbewegung, Leidenschaft, Verlangen’ < afficerelat ‘hinzutun, einwirken, in eine Stimmung versetzen, anregen’
eWDG

Bedeutung

heftige Gemütsbewegung, innere Erregung
Beispiele:
im Affekt handeln
eine Tat im Affekt begehen
einen Entschluss im Affekt fassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Affekt · affektiert · Affektiertheit · Affekthandlung
Affekt m. ‘heftige Gemütsbewegung, Erregung, Angespanntheit, Verlangen, Begierde’, entlehnt (Anfang 16. Jh., geläufig seit 18. Jh.) aus lat. affectus ‘Gemütszustand, Gemütsbewegung, Leidenschaft, Verlangen’, zu lat. afficere (affectum) ‘hinzutun, einwirken, in eine Stimmung versetzen, anregen’; vgl. lat. facere ‘machen, tun, bewirken’ und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’. Früher oft in lat. Form Affectus; von Zesen 1671 mit Gemütsbewegung verdeutscht. – affektiert Adj. ‘geziert, gekünstelt, unnatürlich’ (1. Hälfte 17. Jh.) ist das in adjektivischen Gebrauch übergegangene Part. Prät. des heute veralteten Verbs affektieren ‘sich anstellen, zieren, nach etw. streben, trachten’ (um 1600), aus lat. affectāre ‘erfassen, erstreben, nach etw. trachten, erkünsteln’; dazu Affektiertheit f. ‘affektiertes Benehmen, Geziertheit, Verstellung’ (Mitte 19. Jh.), für älteres Affektation (Anfang 17. Jh.). Affekthandlung f. ‘im Affekt begangene, unbesonnene Handlung’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Emotion · Empfindung · Gefühlsaufwallung · Gefühlsbewegung · Gefühlserregung · Gefühlsregung · Gefühlswallung · Gemütsbewegung · Gespür · Regung · Sentiment · menschliche Regung  ●  Gefühl  Hauptform · Affekt  fachspr.
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Affekt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Affekt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Affekt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf andere Weise läßt sich sein Affekt gegen die Post nicht mehr bearbeiten. [Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 158]
Sie beziehen sich teilweise auf den Affekt des Stückes, teilweise auf das Tempo, teilweise auf beides zugleich. [Riedel, Friedrich Wilhelm u. a.: Notation. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 43006]
Gluck sah sich dadurch mit dem Problem konfrontiert, einen einzigen Affekt musikalisch immer neu zu umschreiben. [Fath, Rolf: Werke – A. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 58]
Sie dissoziieren den Affekt, weil sie ihn nicht bewältigen können. [o. A.: Vater büßt auf der Herdplatte. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1999]]
Aber oft hat Bach die Affekte auch nur routiniert hingeschrieben. [Die Zeit, 27.04.2000, Nr. 18]
Zitationshilfe
„Affekt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Affekt>.

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