Affront, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Affronts · Nominativ Plural: Affronts
Aussprache
WorttrennungAf-front (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Affront‹ als Erstglied: ↗affrontieren
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend, gehoben (schwere) Beleidigung, Schimpf
Beispiele:
jmdm. einen Affront antun
in etw. einen Affront (gegen jmdn.) sehen
sich über einen Affront empört zeigen
sich einen Affront nicht gefallen lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Affront m. ‘Beschimpfung, Beleidigung, Kränkung’, Übernahme (1. Hälfte 17. Jh., vereinzelt schon Mitte 15. Jh. in einer oberelsäss. Urkunde) von gleichbed. mfrz. frz. affront, einem Deverbativum von frz. affronter ‘die Stirn bieten, trotzen, beschimpfen, beleidigen’ (bis Ende 18. Jh. auch ‘betrügen’), afrz. afronter ‘vor Scham erröten machen, mit Schande bedecken’, eigentlich ‘(durch Hieb auf die Stirn) niederschlagen, mit der Stirn stoßen’. Zugrunde liegt afrz. frz. front, lat. frōns (Genitiv frontis) ‘Stirn’ (s. ↗Front), doch ist wohl bereits von einem abgeleiteten Verb vlat. *affrontāre auszugehen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Affront · ↗Beleidigung · ↗Ehrverletzung · ↗Insultation · ↗Kränkung · ↗Schmähung
Assoziationen
Synonymgruppe
Affront · ↗Beleidigung · ↗Diskreditierung · ↗Erniedrigung · ↗Herabwürdigung · ↗Insult · ↗Kränkung · ↗Schimpf · ↗Verbalinjurie · ↗Verletzung · ↗Verunglimpfung · schwere Beleidigung  ●  Schlag ins Gesicht  fig.
Oberbegriffe
  • Ehrverletzung  ●  Ehrdelikt  fachspr., juristisch · Ehrverletzungsdelikt  fachspr., juristisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Herausforderung · offene Gegnerschaft  ●  ↗Kampfansage  fig. · ↗Kriegserklärung  fig. · Affront  geh., franz., bildungssprachlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absage Alleingang Demütigung Fernbleiben Staatengemeinschaft auffassen beabsichtigt beispiellos bewußt diplomatisch empfinden gewollt gezielt gleichkommen herunterspielen hinnehmbar interpretieren kalkuliert neuerlich quittieren unerhört ungeheuer ungeheuerlich unglaublich unnötig unverzeihlich verbal werten wohlkalkuliert ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Affront‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als Affront will man das in der Koalition nicht verstehen.
Die Zeit, 06.12.2010, Nr. 49
Aus ihrem Mund war vor anderthalb Jahren ein Affront gekommen.
Der Tagesspiegel, 09.02.2005
Tim Hartmann sah einen Affront darin, von mir nicht wie von den anderen mit Tim angesprochen zu werden.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 397
Er begann es mit einem offenen, demonstrativen Affront gegen die Optimalen.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20536
Ich war selbst beim Führer in dieser Frage, um ihm deutlich zu sagen, daß das als ein Affront von der Armee aus angesehen würde.
o. A.: Achtundneunzigster Tag. Mittwoch, 3. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 16865
Zitationshilfe
„Affront“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Affront>, abgerufen am 22.05.2019.

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