Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ahndung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ahndung · Nominativ Plural: Ahndungen
Aussprache 
Worttrennung Ahn-dung
eWDG

Bedeutung

gehoben Bestrafung
Beispiele:
eine harte, scharfe Ahndung
die gesetzliche Ahndung von Verbrechen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ahnden · Ahndung
ahnden Vb. ‘strafen, rächen, eine Sühne verhängen’, ahd. antōn ‘in heftige Gemütsbewegung geraten, eifern, Unrecht strafen, ahnden’ (um 800), mhd. anden ‘eifern, seinen Zorn auslassen, ärgern, rügen, rächen’, asächs. andon, mnd. mnl. anden, aengl. andian sind Ableitungen von einem Substantiv, belegt in ahd. anto ‘Mißgunst, Ereiferung, Verdruß, Zorn’ (8. Jh.), asächs. ando, mhd. mnd. mnl. ande, aengl. anda, das wohl mit einem um n erweiterten Suffix ie. -to- zur Wurzel ie. *an(ə)- ‘atmen, hauchen’ (über eine vermittelnde Bedeutung ‘vor Erregung schwer atmen, keuchen’) gebildet ist. Nebenformen mit Zwischenvokal begegnen in ahd. anado (9. Jh., mit dem Verb ahd. anadōn, 10. Jh.) und aengl. anoþa, onoþa. Zur genannten Wurzel gehören mit Sicherheit anord. ǫnd ‘Seele, Atem’, andi ‘Atem, Wind, Geist’, anord. anda, aengl. ōþian, ēþian ‘atmen’ und ohne Dentalsuffix got. uzanan ‘aushauchen’ sowie außergerm. aind. ániti ‘atmet’, ánilaḥ ‘Wind’, griech. ánemos (ἄνεμος) ‘Hauch, Wind’ (s. Anemone), lat. animus ‘Geist, Seele, Gesinnung, Mut’, anima ‘Lufthauch, Atem, Seele, Leben’ (s. animieren), air. anāl ‘Atem’, animm ‘Seele’. Die Schreibung mit -h- tritt im 17. Jh. auf und setzt sich im 18. Jh. durch; über mundartliche Zusammenhänge und Entwicklungen vgl. de Grauwe in: Studia Germanica Gandensia 21 (1980/81) 247 ff. Ahndung f. ‘Bestrafung, (rechtliche) Verfolgung von Vergehen’, ahd. antunga ‘Erregung über geschehenes Unrecht’ (10. Jh.), mhd. andunge ‘Gemütsbewegung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ahndung · Bestrafung · Strafe · Strafmaßnahme · Strafverhängung · Züchtigung  ●  Bebußung  fachspr. · Sanktionierung  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Ahndung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ahndung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ahndung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hätte wohl auch mit einer disziplinarischen Ahndung rechnen müssen. [Die Zeit, 11.03.1960, Nr. 11]
Im Moment ist dies für das Land wichtiger als eine Ahndung des Kriegsrechts. [Süddeutsche Zeitung, 14.12.1996]
Die Ahndung von überhöhter Geschwindigkeit richtet sich nach dem gemessenen Wert. [Die Welt, 22.11.2005]
Sie wissen alle um die konsequente Ahndung durch die Uefa. [Die Welt, 09.04.2001]
Die Schutzhaft ist ferner nicht zulässig zur Ahndung strafbarer Handlungen; denn dafür sind die Gerichte zuständig. [o. A.: Einhundertdreizehnter Tag. Mittwoch, 24. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 18941]
Zitationshilfe
„Ahndung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ahndung>.

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