Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ahnenkult, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ahnenkult(e)s · Nominativ Plural: Ahnenkulte
Aussprache 
Worttrennung Ah-nen-kult
Wortzerlegung Ahn Kult, Ahne Kult
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

kultische Verehrung einer Reihe vorhergegangener Generationen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ahn · Ahne · Ahnherr · Ahnfrau · Urahn · Ahnenkult
Ahn m. ‘Vorfahr’, ahd. ano (9. Jh.), mhd. an(e), ene, mnd. āne ‘Vorfahr, Großvater, Urgroßvater’. Das im germ. Sprachbereich nur im Dt. gebräuchliche Wort hat eine vereinzelte Entsprechung in dem Kompositum mnl. aenhete ‘(Ur)großvater’; außergerm. Verwandte sind griech. annís (ἀννίς) ‘Großmutter’, lat. anna ‘Pflegemutter’, anus ‘alte Frau, Greisin’, so daß sich eine Wurzel ie. *an- ‘männlicher oder weiblicher Vorfahr’ erschließen läßt, wohl ein Lallwort der Kindersprache. Eine Deminutivbildung zu Ahn ist Enkel1 (s. d.). Ahne f. ‘(Ur)großmutter’, ahd. ana (9./10. Jh.), mhd. ane. Ahnherr m. ‘Stammvater eines Geschlechts, Vorfahr’, mhd. anherre. Ahnfrau f. mhd. anvrou(we). Urahn m. ‘männlicher Vorfahr, Urgroßvater’, ahd. urano (Hs. 12. Jh.), mhd. urane, urene. Ahnenkult m. ‘kultische Verehrung der Vorfahren’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Ahnenkult · Ahnenverehrung · Manismus
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Ritual · rituelle Handlung · wiederkehrende Handlung  ●  Zeremonie  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Ahnenkult‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ahnenkult‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ahnenkult‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vorläufig aber noch sorgt er für die nötigen kahlen Stellen im Laubwerk des Ahnenkultes. [Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 630]
Darum hing auch hinsichtlich des Ahnenkults viel von seinem Urteil ab. [Dahl, O. Chr.: Totenverehrung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 17865]
Sie empfangen im Ahnenkult Verehrung, können ihrer aber auch schon bei Lebzeiten teilhaftig werden. [Rosenkranz, G.: Shintoismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 39282]
Ist das Museumsarbeit, Ahnenkult, kulturpolitische Verpflichtung gegenüber zwei großen deutschen Denkern? [konkret, 1990]
Die vom Ahnenkult getragene Großfamilie, der Clan, löste sich auf. [Die Zeit, 30.03.1990, Nr. 14]
Zitationshilfe
„Ahnenkult“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ahnenkult>.

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