Akkord, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Akkord(e)s · Nominativ Plural: Akkorde
Aussprache 
Worttrennung Ak-kord
Herkunft Französisch
Wortbildung  mit ›Akkord‹ als Erstglied: ↗Akkordflöte · ↗Akkordfolge · ↗Akkordlehre · ↗Akkordpassage · ↗Akkordverbindung · ↗akkordisch
 ·  mit ›Akkord‹ als Letztglied: ↗Dominantakkord · ↗Durakkord · ↗Grundakkord · ↗Mollakkord · ↗Schlussakkord · ↗Septakkord · ↗Septimenakkord · ↗Sextakkord
 ·  formal verwandt mit: ↗Akkordanz · ↗akkordant
Wahrig und ZDL, 2020

Bedeutungen

1.
Musik drei oder mehr Töne unterschiedlicher Tonhöhe, die (der Harmonielehre (a) entsprechend) als Zusammenklang notiert sind
siehe auch Dreiklang (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: gebrochene, arpeggierte (= in einzelnen Tönen gespielte) Akkorde
als Akkusativobjekt: einen Akkord spielen, anschlagen, greifen
in Präpositionalgruppe/-objekt: aus [einzelnen] Akkorden bestehen
Beispiele:
Wenn man von der Grundstellung der Akkorde ausgeht, entsteht das Dur […] durch die große, im Verlauf also erhöhte Terz, das Moll durch die kleine, also erniedrigte[…]. [Süddeutsche Zeitung, 01.09.2008]
Wenn mir […] ein [Song-]Text gefällt, notiere ich gleich Akkorde in die Zeilen. [Süddeutsche Zeitung, 30.07.2016]
Wo der Hörer die Rückkehr zum Dreiklang der Grundtonart, also C‑Dur, erwartet, setzt Haydn einen Akkord in a‑moll. [Berliner Zeitung, 09.12.2002]
[Das Softwareprogramm] Band‑in‑a‑Box hilft Musikern beim Lernen und Komponieren, indem es nach Auswahl einer Stilrichtung auf der Grundlage von Melodielinien oder Akkorden eine passende Begleitung erstellt. [C’t, 2001, Nr. 10]
Ein Akkord ging in die Musikgeschichte ein: Richard Wagners Musikdrama »Tristan und Isolde« ist von einem harmonisch ambivalenten Vierklang durchzogen, der die Gemüter bewegte und bewegt: Der »Tristanakkord« – vom Meister selbst nur mit duftigen Erläuterungen umnebelt, stürzte die konventionelle Harmonielehre in eine Krise. [Berliner Zeitung, 28.09.1996]
2.
Musik Zusammenklang von drei oder mehr Tönen unterschiedlicher Tonhöhe
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: dissonante, konsonante Akkorde
als Akkusativobjekt: einen Akkord hören
Beispiele:
Seine Lieder bringen Liebe ins Leben, jeder Akkord [ist] ein Glücksmoment. [Die Welt, 14.11.2018]
Auf‑ und absteigende Melodien, konsonante und dissonante Akkorde, an‑ und abschwellende Lautstärke, unterschiedliche Dichte und verschiedene Klangfarben: Musik lebt von Spannungsverhältnissen. [Neue Zürcher Zeitung, 26.10.2017]
Harmonisch und wohlgefällig klangen die Akkorde seiner Gitarre, und leise war seine Stimme. [Die Zeit, 15.11.2011, Nr. 46]
Den vollen Akkord, den ich eben noch vernommen hatte, durchtönte eine schrille Dissonanz. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 2002]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Akkord2 · Akkordeon
Akkord2 m. ‘harmonischer Zusammenklang mehrerer Töne’ (15. Jh.), auch ‘Stimmung der Saiten eines Instruments’ (Anfang 17. Jh.), entlehnt aus gleichbed. mfrz. frz. accord, Deverbativum von frz. accorder, afrz. acorder ‘in Übereinstimmung bringen’ (s. ↗Akkord1), das, wohl unter Einwirkung von afrz. frz. corde, lat. chorda, griech. chordḗ (χαρδή) ‘(Darm)saite’ schon im Afrz. auch die für den Bereich der Musik geltende Bedeutung ‘die Saiten, Instrumente stimmen’ entwickelt. Akkordeon n. ‘chromatische Handharmonika’, künstliche Bildung des Wiener Instrumentenbauers Demian, der das Modell seiner Ziehharmonika, das durch Hinzufügen von in Akkorden zusammengefaßten Bässen verbessert war, unter dem Namen Accordion (1829) patentieren ließ; im 20. Jh. Akkordion, dann Akkordeon, beeinflußt durch frz. accordéon, das nach frz. orphéon ‘Drehleier’ umgebildet ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
Akkord · ↗Akkordarbeit · Stückakkord  ●  ↗Fließbandarbeit  auch figurativ
Synonymgruppe
Akkord · ↗Harmonie · ↗Klang · ↗Zusammenklang
Oberbegriffe
  • Schallereignis · akustisches Ereignis
  • Musikelement · musikalische Struktur · musikalisches Element
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Akkord · ↗Akkordlohn · ↗Gedinge (Bergbau) · ↗Leistungslohn · ↗Stücklohn

Typische Verbindungen zu ›Akkord‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Akkord‹.

Zitationshilfe
„Akkord“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Akkord#1>, abgerufen am 25.09.2020.

Weitere Informationen …

Akkord, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Akkord(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ak-kord
Herkunft Französisch
Wortbildung  mit ›Akkord‹ als Erstglied: ↗Akkordant · ↗Akkordarbeit · ↗Akkordarbeiter · ↗Akkordbedingungen · ↗Akkordlohn · ↗Akkordrichtsatz · ↗Akkordzettel · ↗Akkordzuschlag · ↗akkordieren
 ·  mit ›Akkord‹ als Letztglied: ↗Gruppenakkord
Wahrig und ZDL, 2020

Bedeutungen

1.
Arbeitsform, bei der die Entlohnung nach der Anzahl der in einer bestimmten Zeiteinheit gefertigten Stückzahlen berechnet wird
Synonym zu Akkordarbeit (1), siehe auch Akkordlohn, Stücklohn
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: im Akkord produzieren, arbeiten
Beispiele:
Der zunehmende Übergang zum Akkord [in der Firma Krupp] tat ein Übriges, um die Arbeiter von den Meistern zu unterscheiden, schließlich ließen sich ihre Anleitungs‑ und Kontrollaufgaben nicht nach Stückzahlen entlohnen. [Gall, Lothar: Krupp, Berlin: Siedler 2000, S. 107]
Pro Fließband arbeiten 15 Frauen und Männer im Akkord. [Bild am Sonntag, 09.06.2019, Nr. 23]
Ich habe gejobbt[…], etwa im Akkord Spargel geschält in einer Konservenfabrik. [Süddeutsche Zeitung, 16.06.2018]
Mit deren [ihrer Großmütter] Geschichten vom Leben im Krieg, von der harten Arbeit in der Zigarrenfabrik, in der die Frauen im Akkord arbeiteten und sich für wenig Lohn plagten, ist sie [Barbara Unmüßig] groß geworden. [Süddeutsche Zeitung, 19.09.2018]
Mit der Massenfertigung von Kleidung in Asien, wo Näherinnen zu niedrigsten Löhnen im Akkord für den europäischen Markt produzieren, hat deren Produktion [von Firmen, die in Deutschland produzieren] nur wenig zu tun. [Spiegel, 29.10.2012 (online)]
übertragen Arbeitsweise, bei der sehr schnell und unter großem Zeitdruck gearbeitet (und etw. hergestellt) wird
Synonym zu Akkordarbeit (1 ●)
Beispiele:
Es ist die Stunde der Zensoren [in China]: Kritische Artikel und Kommentare werden im Akkord gelöscht [Titel] [Süddeutsche Zeitung, 24.07.2018]
Sie [die Regisseurin] kam nach Ravensburg in ein Kleinsttheater, wo sie zu fünft im Akkord Stücke schrieben und spielten[…]. [Die Welt, 18.12.2018]
Wer Fernsehbilder von Fabriken sieht, in denen im Akkord getötete Antibiotikaschweine auf Fliessbändern vorbeiziehen, steht vor dem wüstesten Auswuchs dieser Entwicklung. [Neue Zürcher Zeitung, 25.04.2016]
Die Weihnachtszeit ist für die Skiorte ein Riesengeschäft, weshalb derzeit [Kunst-]Schnee im Akkord produziert wird. [Süddeutsche Zeitung, 22.12.2011]
»Morgen ist Transferschluss [für die Fußballclubs]«, sagt Grassi, wischt sich den Schweiss von der Stirn und unterschreibt im Akkord Verträge. [Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2006]
2.
Recht, veraltend Vertrag, Vereinbarung
Beispiele:
Wir brauchen einen neuen Akkord im Format eines Maastrichter Vertrages, um Europa einen neuen Atem zu geben. [Die Welt, 19.07.2002]
Den französischen Inhabern, welche dem Akkord beitreten, bleiben alle weitergehenden Vorteile gewahrt, welche anderen Titresinhabern in späteren Verträgen etwa eingeräumt werden. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1933]]
Das […] rasch emporgeblühte Emden verstand es, mit Hilfe des Adels und der westlichen Marschämter[…] dem Fürstenhaus der Cirksena Position nach Position zu entreißen und es schließlich in einer Reihe von Akkorden und Vergleichen zur Unterwerfung […] zu zwingen. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 490]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Akkord1 · Akkordarbeit · Akkordarbeiter · Akkordlohn
Akkord1 m. ‘Arbeit bei Entgelt nach der geleisteten Stückzahl’, eigentlich ‘Vereinbarung des Entgelts bei Arbeit im Stücklohn’ (im Unterschied zum Tage- oder Stundenlohn), besonders in der Wendung im Akkord arbeiten. Diese Bedeutung, die sich nur im Dt. entwickelt hat, wird zu Beginn des 19. Jhs. üblich, ältere Bezeichnungen wie Stückarbeit (17. Jh.) und in der Bergmannssprache Gedinge (16. Jh.) ablösend. Als ‘Übereinstimmung, Vertrag, Abkommen, Vergleich’ wird das Wort in der 2. Hälfte des 15. Jhs. in die Kaufmannssprache aus gleichbed. ital. accordo, im 16. Jh. erneut in die politische und militärische Fachsprache aus gleichbed. mfrz. frz. accord, afrz. acort entlehnt. Zugrunde liegen die Verben ital. accordare und mfrz. frz. accorder, afrz. acorder ‘in Übereinstimmung bringen’; sie gehen auf gleichbed. vlat. *accordāre, eine Analogiebildung (mit Präfix lat. ad-) zu lat. concordāre ‘in Einklang stehen, harmonieren’, zurück und gehören zu lat. cor (Genitiv cordis) ‘Herz, Stimmung, Einsicht’. Akkordarbeit f. ‘Arbeit im Stücklohn’, Akkordarbeiter m. ‘nach Akkord bezahlter Arbeiter’ (beide Anfang 19. Jh.). Akkordlohn m. ‘Lohn, der nach der Anzahl der in einer festgelegten Zeiteinheit hergestellten Erzeugnisse gezahlt wird, Stücklohn’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Akkord · ↗Akkordarbeit · Stückakkord  ●  ↗Fließbandarbeit  auch figurativ
Synonymgruppe
Akkord · ↗Harmonie · ↗Klang · ↗Zusammenklang
Oberbegriffe
  • Schallereignis · akustisches Ereignis
  • Musikelement · musikalische Struktur · musikalisches Element
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Akkord · ↗Akkordlohn · ↗Gedinge (Bergbau) · ↗Leistungslohn · ↗Stücklohn

Typische Verbindungen zu ›Akkord‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Akkord‹.

Zitationshilfe
„Akkord“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Akkord#2>, abgerufen am 25.09.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
akkompagnieren
Akkompagnement
Akkomodommeter
Akkomodation
akkommodieren
Akkordant
Akkordanz
Akkordarbeit
Akkordarbeiter
Akkordbedingungen