Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Akkordeon, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Akkordeons · Nominativ Plural 1: Akkordeons · Nominativ Plural 2: selten Akkordeone
Nebenform selten, veraltend Akkordion · Substantiv · Genitiv Singular: Akkordions · Nominativ Plural: Akkordions
Aussprache  [aˈkɔʁdeɔn] · [aˈkɔʁdi̯ɔn]
Worttrennung Ak-kor-de-on ● Ak-kor-di-on
Wortbildung  mit ›Akkordeon‹ als Erstglied: Akkordeonist · Akkordeonspieler · Akkordeonspielerin · Akkordionspieler · Akkordionspielerin
 ·  mit ›Akkordeon‹ als Letztglied: Knopfakkordeon · Pianoakkordeon
Herkunft Akkord¹
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Akkordeon
Akkordeon
Musikinstrument mit einem Balg¹ (3) zwischen zwei Reihen von Tasten und bzw. oder Knöpfen, bei dem der Ton durch Auseinanderziehen und Zusammendrücken des Balges und Drücken der Tasten und Knöpfe erzeugt wird
Fachsprachlich wird oft zwischen dem modernen, anspruchsvollen Akkordeon und älteren, einfacheren Instrumenten unterschieden. So werden Bandoneon und Konzertina eher als Handharmonika oder Ziehharmonika bezeichnet. Gemeinsprachlich bezeichnet man hingegen die gängigen Modelle mit Tasten und Knöpfen sowohl als Akkordeon als auch als Ziehharmonika.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein chromatisches, diatonisches Akkordeon
als Akkusativobjekt: Akkordeon spielen; (sich) das Akkordeon umhängen, umschnallen
in Präpositionalgruppe/-objekt: jmdn. am, auf dem Akkordeon begleiten
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Akkordeon mit [60, 80 usw.] Bässen, [zwei, drei, vier usw.] Registern
als Genitivattribut: die Knöpfe und Tasten des Akkordeons
Beispiele:
Männer klopfen den immergleichen Rhythmus in ihr Tamburin und ziehen und quetschen Akkorde aus ihrem Akkordeon. [Auf der anderen Seite, 18.03.2017, aufgerufen am 31.08.2020]
[…] auch die Akkordeons sind Tasteninstrumente mit vielen Registern, und Orgel wie Akkordeon benötigen einen Luftstrom, um ins Klingen zu kommen. [Saarbrücker Zeitung, 06.07.2016]
Siegfried Haglmo jodelt zur Steirischen, dem Akkordeon mit Knöpfen statt Tasten, das im Klang mehr einer Mundharmonika als einem Klavier ähnelt. [Süddeutsche Zeitung, 13.05.2002]
Live läuft [der Schauspieler und Musiker Ulrich] Tukur zur Hochform auf, als er den Klavierschemel verlässt, das Akkordeon umschnallt und den selbst geschriebenen »Windhundwalzer« singt. [Berliner Zeitung, 28.09.2001]
Der 60jährige Maestro spielt auch Klavier und Gitarre, aber meistens tanzen seine Finger auf den Tasten und Knöpfen des Akkordeons nach dem Pulsschlag des brasilianischen Karnevals. [die tageszeitung, 15.07.1992]
Die rechte Hand bedient beim Spielen die Melodieseite, die linke die begleitenden Bässe mit Akkordkoppelungen, aus welchem Umstand der Name Akkordeon abzuleiten ist. [Sonner, Rudolf: Balginstrumente. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Bd. 1. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 4936]
Überall wird [auf dem Irish Folk Festival] mit Flöten, Banjos, Dudelsäcken, Gitarren, Trommeln, Akkordions gespielt und musiziert. [Die ersten fünf Tage sind vorüber, 15.08.2013, aufgerufen am 01.09.2020] ungewöhnl.
Wenn Ivan H[…] mit seiner Guerrini ringt, der Stradivari unter den Akkordeonen, dann scheint er allein und weit weg zu sein von seinen Zufallshörern. [Süddeutsche Zeitung, 27.01.1993] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Akkord2 · Akkordeon
Akkord2 m. ‘harmonischer Zusammenklang mehrerer Töne’ (15. Jh.), auch ‘Stimmung der Saiten eines Instruments’ (Anfang 17. Jh.), entlehnt aus gleichbed. mfrz. frz. accord, Deverbativum von frz. accorder, afrz. acorder ‘in Übereinstimmung bringen’ (s. Akkord1), das, wohl unter Einwirkung von afrz. frz. corde, lat. chorda, griech. chordḗ (χαρδή) ‘(Darm)saite’ schon im Afrz. auch die für den Bereich der Musik geltende Bedeutung ‘die Saiten, Instrumente stimmen’ entwickelt. Akkordeon n. ‘chromatische Handharmonika’, künstliche Bildung des Wiener Instrumentenbauers Demian, der das Modell seiner Ziehharmonika, das durch Hinzufügen von in Akkorden zusammengefaßten Bässen verbessert war, unter dem Namen Accordion (1829) patentieren ließ; im 20. Jh. Akkordion, dann Akkordeon, beeinflußt durch frz. accordéon, das nach frz. orphéon ‘Drehleier’ umgebildet ist.

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Akkordeon · Handharmonika · Schifferklavier · Ziehharmonika  ●  Handorgel  ugs. · Quetsche  ugs. · Quetschkommode  ugs.
Oberbegriffe
  • Harmonika · Harmonikainstrument
  • Handzuginstrument  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Akkordeon‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Akkordeon‹ und ›Akkordion‹.

Zitationshilfe
„Akkordeon“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Akkordeon>.

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