Aktivität, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aktivität · Nominativ Plural: Aktivitäten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungAk-ti-vi-tät (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
aktives Verhalten, Tätigkeitstrieb
Beispiele:
geistige, schöpferische, gesellschaftliche, politische Aktivität zeigen
[der Gegensatz] zwischen seiner beweglichen, elastischen Aktivität und der ... Blässe seines Gesichtes [Th. MannBuddenbrooks1,479]
2.
Chemie Wirksamkeit
Gegenwort zu Inaktivität
Beispiel:
ein Katalysator bestimmter Aktivität
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aktiv · Aktiv1 · Aktiv2 · aktivieren · Aktivist · Aktivität
aktiv Adj. ‘tatkräftig, tätig, geschäftig, unternehmend’, entlehnt (16. Jh.) aus gleichbed. lat. āctīvus, einer Bildung zu lat. agere (āctum) ‘in Bewegung setzen, treiben, handeln, tätig sein’, bis ins 18. Jh. vorwiegend adverbial verwendet entsprechend lat. āctīvē. Sehr geläufig seit Ende des 18. Jhs. in unterschiedlichen Bedeutungen wie ‘im Beruf, im Dienst stehend’ und in in jüngerer Sprache entwickelten Auffassungen wie ‘rührig, zielstrebig’; in der Chemie ‘stark reaktionsfähig’ (aktive Körper), ‘Strahlen aussendend’ (s. ↗radioaktiv); in der Medizin ‘fortschreitend’ (aktive Tbc), ‘in besonderer Weise wirksam’ (biologisch aktives Insulin). In der Grammatik bedeutet aktiv ‘transitiv’ (18./19. Jh.) und ‘als Aktiv gebraucht, das Aktiv betreffend’, wofür jünger aktivisch sich durchsetzt. Einige Verwendungen erklären sich aus der Opposition zu ↗passiv (s. d.), so aktives Wahlrecht, aktive Bestechung. Aktiv1 n. ‘Tätigkeitsform’ (18. Jh.), eines der Genera verbi; aus spätlat. (verbum) āctīvum substantiviert und bis in die jüngste Zeit in der Form Aktivum verwendet. Endungsloses Aktiv tritt im 19. Jh. auf und setzt sich in der Gegenwart durch. Aktiv2 n. ‘aktivste Gruppe einer gesellschaftlichen Organisation, Arbeitsgruppe, die für die Bewältigung bestimmter Aufgaben gebildet wird’ (Mitte 20. Jh.), nach gleichbed. russ. aktív (актив); vgl. Zusammensetzungen wie Eltern-, Lern-, Parteiaktiv. aktivieren Vb. ‘in Gang bringen, in Tätigkeit setzen’ (1. Hälfte 19. Jh.), aus gleichbed. frz. activer. Aktivist m. ‘zielbewußt Handelnder, tatkräftiger Mensch’ und ‘anerkannter Neuerer’. Zu Anfang des 20. Jhs. auftretend im Sinne von ‘aktiv Tätiger’, auch ‘Vertreter des Aktivismus’, einer philosophischen Richtung, die die Beantwortung der Lebensfragen durch selbstgesetzte Normen vertritt. In der zweiten Bedeutung, die von russ. aktivíst (активист) ‘Angehöriger eines Aktivs’ mitgeprägt ist, wurde das Wort seit 1948 im östlichen Dt. auch als verliehener Titel gebraucht. Aktivität f. ‘Tätigkeit, Geschäftigkeit, Tatbereitschaft, Wirksamkeit’, entlehnt (2. Hälfte 17. Jh.) unter Einfluß von frz. activité aus mlat. activitas (Genitiv activitatis) ‘Wirkungskraft’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aktivität · ↗Betriebsamkeit · ↗Beweglichkeit · ↗Geschäftigkeit · ↗Rastlosigkeit · ↗Regsamkeit · ↗Umtrieb  ●  ↗Rührigkeit  ugs. · ↗Unternehmungsgeist  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Physik
Synonymgruppe
Aktivität · Zerfallsrate
Oberbegriffe
  • physikalische Größe  ●  reale Größe  fachspr. · tatsächliche Größe  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bereich Gen ausbauen ausweiten außenpolitisch bündeln diplomatisch entfalten erhöht geschäftlich hektisch illegal konzentrieren koordinieren kriminell kulturell körperlich militärisch politisch sexuell sportlich subversiv terroristisch unternehmerisch verlagern verstärken verstärkt vielfältig vulkanisch wirtschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aktivität‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die größten Aktivitäten gab es bei den vom Abstieg bedrohten Clubs.
Die Zeit, 31.01.2013 (online)
Auch sie glauben, "Zeichen für mögliche biologische Aktivitäten" auf dem Mars gefunden zu haben.
Die Welt, 19.02.2005
Den größten Teil seiner Aktivitäten widmet es der Wahrnehmung seiner selbst.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 469
Es verfällt mit seiner jähen Aktivität, es setzt keine Zeit an.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 350
Er beruht auf dem Ineinandergreifen zweier heterogener Determinationen in der Bestimmung der menschlichen Aktivität.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 314
Zitationshilfe
„Aktivität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aktivität>, abgerufen am 15.09.2019.

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