Aktualität, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aktualität · Nominativ Plural: Aktualitäten
Aussprache
WorttrennungAk-tu-ali-tät · Ak-tua-li-tät
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Aktualität‹ als Erstglied: ↗Aktualitätenkino  ·  mit ›Aktualität‹ als Letztglied: ↗Tagesaktualität
eWDG, 1967

Bedeutung

Gegenwartsnähe, Zeitbezogenheit
Beispiele:
ein Thema, eine Darstellung von besonderer, unerhörter, brennender Aktualität
diese Frage verliert, gewinnt an Aktualität
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aktuell · Aktualität
aktuell Adj. ‘für die Gegenwart bedeutsam, zeitgemäß, zeitnah, vordringlich’ (Mitte 19. Jh.), zuvor ‘wirklich, wahrhaftig, gegenwärtig’ (1. Hälfte 18. Jh.), Entlehnung von frz. actuel ‘wirklich, gegenwärtig, wirksam’ (heute auch ‘zeitgemäß, gegenwartsbezogen’). Diesem geht spätlat. āctuālis ‘tätig, wirksam, tatsächlich’ voraus, das zum Verb lat. agere (āctum) ‘treiben, handeln’ (s. ↗agieren) gebildet ist. Anfangs nach frz. Vorbild im Sinne von ‘wirklich’ gebraucht, wird aktuell in der Bedeutung ‘neu, zeitgemäß’ in der 2. Hälfte des 19. Jhs. zu einem von der Publizistik bevorzugten Modewort. Aktualität f. ‘Gegenwartsbezug, Zeitnähe’, anfangs ‘Gegenwärtigkeit’ (19. Jh.), latinisierende Bildung nach frz. actualité ‘Wirklichkeit, Gegenwärtigkeit, Zeitnähe, Neuigkeit’, mlat. actualitas (Genitiv actualitatis) ‘Wirksamkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aktualität · ↗Brisanz · ↗Dringlichkeit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brisanz Dringlichkeit Menschenbild Vollständigkeit bedrängend bedrückend beklemmend besonder bestürzend bleibend brennend brisant einbüßen erlangen erschreckend erstaunlich fortdauernd makaber modisch tagespolitisch unerwartet ungeahnt ungebrochen unverhofft unvermindert unvermutet verblüffend vordergründig zeitlos Ästhetische

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aktualität‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und auch dieser Sound erfreut sich plötzlich wieder ungeahnter Aktualität.
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2002
Dank der Aktualität, so ist zu hören, verkauft sich das Buch gut.
Der Tagesspiegel, 29.12.1999
Der tragischen Darstellung der Sage wuchs daraus unerschöpfliche Aktualität zu.
Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 279
Vor allem wieder die gewaltige emotionale Aktualität der eschatologischen Erwartung entschied hier alles.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 341
Seine Kunst erstrebt keine Aktualität, sie ist versonnen und retrospektiv.
Wirth, Helmut: Granados (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 41244
Zitationshilfe
„Aktualität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aktualität>, abgerufen am 17.09.2019.

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