Aktualität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Aktualität · Nominativ Plural: Aktualitäten
Aussprache 
Worttrennung Ak-tu-ali-tät · Ak-tua-li-tät
Wortbildung  mit ›Aktualität‹ als Erstglied: Aktualitätenkino · Aktualitätsdruck  ·  mit ›Aktualität‹ als Letztglied: Tagesaktualität
Herkunft aus actualitéfrz ‘Wirklichkeit, Gegenwärtigkeit, Zeitnähe, Neuigkeit’, vgl. actualitasmlat ‘Wirksamkeit’
eWDG

Bedeutung

Gegenwartsnähe, Zeitbezogenheit
Beispiele:
ein Thema, eine Darstellung von besonderer, unerhörter, brennender Aktualität
diese Frage verliert, gewinnt an Aktualität
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aktuell · Aktualität
aktuell Adj. ‘für die Gegenwart bedeutsam, zeitgemäß, zeitnah, vordringlich’ (Mitte 19. Jh.), zuvor ‘wirklich, wahrhaftig, gegenwärtig’ (1. Hälfte 18. Jh.), Entlehnung von frz. actuel ‘wirklich, gegenwärtig, wirksam’ (heute auch ‘zeitgemäß, gegenwartsbezogen’). Diesem geht spätlat. āctuālis ‘tätig, wirksam, tatsächlich’ voraus, das zum Verb lat. agere (āctum) ‘treiben, handeln’ (s. agieren) gebildet ist. Anfangs nach frz. Vorbild im Sinne von ‘wirklich’ gebraucht, wird aktuell in der Bedeutung ‘neu, zeitgemäß’ in der 2. Hälfte des 19. Jhs. zu einem von der Publizistik bevorzugten Modewort. Aktualität f. ‘Gegenwartsbezug, Zeitnähe’, anfangs ‘Gegenwärtigkeit’ (19. Jh.), latinisierende Bildung nach frz. actualité ‘Wirklichkeit, Gegenwärtigkeit, Zeitnähe, Neuigkeit’, mlat. actualitas (Genitiv actualitatis) ‘Wirksamkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aktualität · Brisanz · Dringlichkeit
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Aktualität‹ (berechnet)

Ausnahmekünstlerin Glaubensverhältnis Menschenbild bedrängend bedrückend beklemmend bestürzend bleibend brennend einbüßen eingebüsst erlangen erschreckend fortdauernd gewinnen gewohnt immerwährend kulinarisch modisch tagespolitisch traurig unerwartet ungeahnt ungebrochen unvermindert unvermutet verblüffend verleihen zeitlos Ästhetische

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aktualität‹.

Verwendungsbeispiele für ›Aktualität‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der tragischen Darstellung der Sage wuchs daraus unerschöpfliche Aktualität zu. [Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 279]
Vor allem wieder die gewaltige emotionale Aktualität der eschatologischen Erwartung entschied hier alles. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 341]
Es ist von einer verblüffenden Aktualität – falsch, es ist ewig. [Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 16.03.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16415]
Hier hat der Autor einem vermeintlichen Zwang zur Aktualität nachgegeben – weniger wäre mehr gewesen. [o. A.: "Ich bin ein Mensch". In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1999 [1998]]
Für den Käufer stellt sich die schwierige Frage nach der Aktualität. [C't, 1990, Nr. 11]
Zitationshilfe
„Aktualität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aktualit%C3%A4t>.

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