Akzent, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Akzent(e)s · Nominativ Plural: Akzente
Aussprache
WorttrennungAk-zent
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Akzent‹ als Erstglied: ↗Akzentträger · ↗Akzentverschiebung · ↗Akzentzeichen · ↗akzentfrei
 ·  mit ›Akzent‹ als Letztglied: ↗Hauptakzent · ↗Nebenakzent · ↗Satzakzent · ↗Versakzent · ↗Wortakzent
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Betonung
a)
Hauptbetonung
Beispiele:
dieses Wort hat, trägt den Akzent auf der zweiten Silbe
der Akzent liegt vorn
b)
Betonungszeichen
Beispiel:
ein Wort mit dem Akzent versehen
2.
Tonfall, Aussprache
Beispiele:
eine Sprache mit fremdem, hartem Akzent sprechen
mit echtem Berliner Akzent
3.
übertragen Nachdruck, Gewicht
Beispiele:
ein politischer, künstlerischer Akzent
auf etw. einen besonderen, starken, scharfen Akzent legen, setzen
einen neuen Akzent erhalten
so putzte sie ... ihre Nase mit einem kurzen und energischen Akzent [Th. MannBuddenbrooks1,607]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Akzent · akzentuieren
Akzent m. ‘Betonung, Nachdruck, Aussprache’, entlehnt (Anfang 16. Jh.) aus lat. accentus, eigentlich ‘das Beitönen’, gebildet zu lat. accinere ‘dazu singen, dazu tönen’; vgl. lat. canere (cantum) ‘singen’ (s. ↗Kantate, ↗Kantor) und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’. Lat. accentus im Sinne des grammatischen Terminus ist eine Übersetzung von griech. prosōdía (προσῳδία) ‘Wortbetonung’ (wörtlich ‘Zugesang’, s. ↗Ode), das als Prosodie ‘Lehre von der Messung der Sprache im Vers und von dem Verhältnis von Ton und Wort’ in die Fachsprachen der Metrik und Musik übernommen wird. Akzent wird unter Ausweitung seines Verwendungsbereichs (‘Tonfall, Ausspracheart, Akzentzeichen’, 16. Jh., später auch ‘Nachdruck’, 18. Jh.) allgemein üblich. akzentuieren Vb. ‘mit einem Akzent versehen, betonen, hervorheben’; aus gleichbed. mlat. accentuare; vereinzelt bezeugt seit Anfang des 18. Jhs., geläufig seit etwa 1800.

Thesaurus

Synonymgruppe
Akzent · ↗Aussprache  ●  ↗Zungenschlag  ugs.
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Akzent · ↗Akzentuierung · ↗Betonung · ↗Hervorhebung · ↗Pointierung
Assoziationen
Synonymgruppe
Akzent · ↗Akzentzeichen
Oberbegriffe
  • diakritisches Zeichen  ●  Diakritikum  lat., griechisch · Diakritikon  fachspr., griechisch
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Deutsch architektonisch besonder charmant dramatisch englisch farbig farblich französisch gesetzt holländisch irisch markant modisch norddeutsch osteuropäisch rheinisch rhythmisch schottisch schwäbisch setzen slawisch spielerisch stark städtebaulich sächsisch unterschiedlich verlagern verschieben österreichisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Akzent‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das wird nicht einfach, aber er setzt richtige Akzente, das freut mich.
Die Welt, 03.11.2004
Sehr charmant erklärt Cara jeden Song mit entzückendem irischen Akzent.
Der Tagesspiegel, 01.12.2003
Die ältere Frau mit polnischem Akzent reichte mir eine Hand.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 263
Unterschiedliche Akzente gab es in der Frage, mit welchem Tempo das geschehen solle.
Nr. 350: Gespräch Kohl mit Gorbatschow vom 15. Juli 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 3909
Solange die Aufklärung noch nachwirkt, hat zwar der Begriff der N. noch keinen ethischen Akzent.
Trillhaas, W.: Natur und Christentum. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 13065
Zitationshilfe
„Akzent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Akzent>, abgerufen am 19.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
akzelerieren
Akzelerator
Akzelerationsprinzip
Akzeleration
Akyndichtung
Akzentbuchstabe
akzentfrei
Akzentsetzung
Akzentträger
akzentuieren