Albino, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Albinos · Nominativ Plural: Albinos
Aussprache 
Worttrennung Al-bi-no
Herkunft Spanisch
Wortbildung  mit ›Albino‹ als Erstglied: ↗Albinismus
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
an Albinismus leidender Mensch
Im öffentlichen Sprachgebrauch wird zuletzt häufig die Wendung Mensch mit Albinismus vorgezogen, um eine Reduzierung der betroffenen Person auf ihre Krankheit zu vermeiden.
Beispiele:
Wer durch eine genetische Mutation gar kein oder fast kein Melanin im Körper hat, wird Albino genannt – weißes Haar, weiße Haut und rote oder blassblaue Augen sind die Folge des Pigment‑Mangels. [Spiegel, 31.01.2008 (online)]
Die Kanadierin Winnie Harlow gehört mit ihrer Weißfleckenkrankheit ebenso zu den weltweit gefragten Models wie der US‑amerikanische Albino Shaun Ross […]. [Welt am Sonntag, 17.09.2017, Nr. 38]
Nach Schätzungen von Dermatologen hat jeder zweite Albino zwischen 20 und 30 Jahren Melanome in fortgeschrittenem Stadium. [Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2016]
[…] [der Musiker] Winston Foster, so sein bürgerlicher Name, ist ein Albino und wurde als solcher weder von Weißen noch von Schwarzen akzeptiert. [Berliner Zeitung, 07.12.1991]
Der Mann faszinierte uns. Er war ein asiatischer Albino mit schneeweißem Haar und bleicher Haut … [o. A.: 30 JAHRE KRIEG IN INDOChiNA – GENOSSEN VON PETER SCHOLL-LATOUR. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1980]]
Vor zweieinhalb Jahren ist schon einmal eine Albino ins Parlament eingezogen. Die damals 48 Jahre alte al‑Shymaa Kway‑Geer wurde aber nicht gewählt, sondern von Präsident Kikwete ins Abgeordnetenhaus berufen. Er wollte damals, als die rituellen Morde an den hellhäutigen Landsleuten einen traurigen Höhepunkt erreichten, ein Zeichen setzen. [Süddeutsche Zeitung, 04.11.2010] ungewöhnl. Genus
2.
Tier ohne Pigmente in Haut, Haar und Augen, so dass es ganz hell ist
Beispiele:
Weil ihm ein bestimmtes Enzym zur Pigmentbildung fehlt, ist der kleine Igel im Vergleich zu seinen dunklen Artgenossen sprichwörtlich farblos. Die weiße Giraffe, der weiße Gorilla, der weiße Elefant – sie alle teilen das gleiche Schicksal. Albinos – ein weißes Wunder. Und ein seltenes, denn in der Natur haben sie kaum Chancen zu überleben. [Bild am Sonntag, 04.06.2000]
Auch die Haut des Tieres [eines Orang-Utans] werde beobachtet, da Albinos besonders anfällig für Hautschäden durch die UV‑Strahlung der Sonne sind. [Süddeutsche Zeitung, 20.12.2018]
Alle [auf der Straße gefundenen Ratten] waren Albinos mit weißem Fell und rosa Augen. [Süddeutsche Zeitung, 29.01.2016]
Die kleine Schildkröte ist aufgrund ihrer hellen Farbe besonders schutzbedürftig. Albinos können genetisch bedingt nur wenige oder gar keine Farbpigmente herstellen. [Spiegel, 14.10.2015 (online)]
Sobald sich jedoch zwischen gefangenen Ratten Albinos befanden, wurden diese ausgesondert und in Schaubuden und Menagerien als Kuriosität gezeigt. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 217]
3.
(Blüten-)‍Blatt, Beerenfrucht ohne Farbstoffbildung
Beispiele:
Die seltenen weißen Exemplare sind Albinos, rote Johannisbeeren, die mit dem Verlust ihrer Pigmente auch an Säure verloren haben. Sie schmecken eher süßlich und mild. [Welt am Sonntag, 20.08.2006, Nr. 34]
Selbstbefruchtung ist zwar bei Tannen im Gegensatz zu vielen anderen Hölzern durchaus möglich. Aber reiche Nachkommenschaft ist dann nicht zu erwarten: Viele Samen sind hohl, keimen nicht oder bringen Albinos hervor, die kein Blattgrün bilden können und deshalb eingehen, sobald die Nährstoffe des Samens aufgebraucht sind. [Die Zeit, 10.12.1998, Nr. 51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Albino · Albinismus
Albino m. Mensch, Tier ohne Pigmente in Haut, Haar und Augen, Übernahme (1. Hälfte 18. Jh.) von span. port. albino ‘Weißling’, Substantivierung (vielleicht über die Fügung span. negros albinos für pigmentlose Neger der westafrikanischen Küstengebiete) von span. albino ‘weißlich’, aus mlat. albinus ‘weiß’ (zu lat. albus ‘weiß’). Albinismus m. ‘Pigmentanomalie’ (Mitte 19. Jh.), span. albinismo, frz. albinisme.
Zitationshilfe
„Albino“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Albino>, abgerufen am 06.06.2020.

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