Allüre, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Allüre · Nominativ Plural: Allüren · wird meist im Plural verwendet
WorttrennungAl-lü-re
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Allüre‹ als Letztglied: ↗Künstlerallüre · ↗Machoallüre · ↗Starallüren
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2016

Bedeutung

bildungssprachlich
a)
(oft) abwertend aus dem Rahmen fallende Umgangsform; auffallendes Benehmen, Gehabe
Beispiele:
Nie habe er [der prominente Häftling] irgendwelche Allüren an den Tag gelegt oder angedeutet, dass er sich »für etwas Besseres« hielt. [Die Zeit, 23.01.2016 (online)]
Abbado war die Allüre desjenigen, der alles schon vorher und besser weiss, grundsätzlich fremd. [Neue Zürcher Zeitung, 04.03.2016]
Wie viele große Gesangstalente, die aus dem »Volk« kamen […], ist auch die Lehmann ein einfacher Mensch geblieben, […], ganz ohne Allüren und Größenwahn, zupackend, gefühlvoll. [Die Zeit, 06.09.1996, Nr. 37]
Was im kulturellen Gedächtnis haften bleibt, ist das Leben dieser Damen [großen Sängerinnen]: Ihre vermeintlichen oder auch tatsächlichen Skandale, Launen, Capricen und Allüren, zumeist von älteren Herren in onkelhaft-jovialem Ton dargeboten […]. [Süddeutsche Zeitung, 01.07.1995]
Kollokationen:
mit Genitivattribut: die Allüren eines Stars, einer Diva
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Star ohne Allüren
b)
selten Benehmen, Auftreten, Gebaren
Beispiele:
Noch in den späten siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts war Ludwig XVI. […] mit ähnlich bildbeherrschender Allüre (= Pose) gemalt worden – doch galt die Inszenierung dem König im vollen Krönungsornat. [Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2003]
Der Nazifunktionär hatte die Synagoge […] mit der schneidigen Allüre des Herrenmenschen betreten. [Der Spiegel, 14.11.1988, Nr. 46]
Die Dame als Fahrerin darf sich ebenfalls nur öffentlich zeigen, wenn sie nicht nur ihr Gespann in tadelloser Weise zu steuern versteht, sondern auch in Haltung und Allüren durchaus graziös und chic ist. [Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 3231]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: herrische, aristokratische, mondäne, snobistische, diktatorische, despotische, patriarchalische Allüren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Allüre · Allüren
Allüre f. häufiger Allüren Plur. ‘Gewohnheiten, auffallende Umgangsformen’, entlehnt (Anfang 19. Jh.) aus mfrz. frz. allures (Plur.), auch frz. allure (Sing.) ‘Gewohnheiten, Manieren, Benehmen, Verlauf’; voraus geht mfrz. allure, afrz. aleure ‘Gang(art), Lauf’ (zu frz. aller, afrz. aler ‘gehen’, s. ↗Allee).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affäre Arroganz Attitüde Diva Eitelkeit Hang Manier Pose Profi Skandal Sonnenkönig Star Superstar Zicke ablegen aristokratisch austreiben autoritär diktatorisch elegant feudal fremd herrisch imperial intellektuell modisch mondän pflegen selbstherrlich snobistisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Allüre‹.

Zitationshilfe
„Allüre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Allüre>, abgerufen am 15.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Allunionsausstellung
allunions-
allumfassend
allüberall
Alltagswort
Allusion
alluvial
Alluvion
Alluvium
Allvater