Almosen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Almosens · Nominativ Plural: Almosen
Aussprache
WorttrennungAl-mo-sen
Wortbildung mit ›Almosen‹ als Erstglied: ↗Almosenbüchse · ↗Almosenempfänger · ↗Almosenpfleger · ↗Almosenstiftung · ↗Almosenstock
eWDG, 1967 und DWDS, 2016

Bedeutung

milde Gabe
a)
veraltend kleine (kirchliche) Spende
Beispiele:
um Almosen bitten
sie gab dem Bettler ein Almosen
b)
abwertend Spende, die oft als herablassende oder den Empfänger erniedrigende Geste empfunden wird Quelle: DWDS, 2016
Beispiele:
ich will kein Almosen haben, ich fordere mein Recht
von Almosen leben, auf Almosen angewiesen sein
mit Almosen ist ihr nicht geholfen
ihm durch ein Almosen den Stempel der Entmenschung auf die Stirne zu drücken [EngelsArbeitende Klasse335]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Almosen n. ‘milde Gabe, gönnerhaft gegebenes Geschenk’, ahd. alamuosan n. (8. Jh.) neben alamuosa f. (10. Jh.), mhd. almuosen n. neben almuose f., asächs. alamōsna f., mnd. ā̌lmose, ā̌lmisse f., mnl. aelmoes(s)ene, al(e)moes(s)ene, aelmoes(s)e, aelmisse f., nl. aalmoes f. m., aengl. ælmysse, ælmesse f. engl. alms, anord. (aus dem Asächs.) ǫlmusa, almusa f., schwed. allmosa sowie afrz. almosne, aumosne, frz. aumône f., span. limosna (älter alimosna, almosna) beruhen auf roman. *al(e)mos(i)na, kirchenlat. elēmosina, eleēmosyna f., griech. eleēmosýnē (ἐλεημοσύνη) ‘Mitleid, Erbarmen’, in den Texten des Neuen Testaments ‘Almosen, Werk der Barmherzigkeit’, zu griech. eleḗmōn (ἐλεήμων) ‘mitleidig, barmherzig’, éleos (ἕλεος) ‘Jammer, Klage, Rührung’. Zu erwartendes frühnhd. Almusen wird von der dem Nd. folgenden Form Almosen, die Luther bevorzugt, verdrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Almosen · ↗Armengeld · ↗Gabe · ↗Gnadenbrot · Gnadengeschenk · ↗Obolus · ↗Spende · ↗Zuwendung · milde Gabe  ●  ↗Scherflein  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitslosengeld Bedürftige Bettler Empfänger Entwicklungshilfe Fasten Gebet Glaubensbekenntnis Mitleid Pfründe Pilgerfahrt Rechtsanspruch Reiche Rente Sozialhilfe Verteilen abfinden abspeisen anweisen austeilen betteln bitten einsammeln erbitten ernähren kümmerlich lächerlich reichlich staatlich verteilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Almosen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum ersten Mal geht es nicht um Almosen für die Dritte Welt.
Der Tagesspiegel, 23.10.2004
Eine alte Frau hockt auf der Straße, den Teller für die Almosen in der Hand.
Die Welt, 23.11.2000
Wir sind nicht bettelarm, wir brauchen keine Almosen, wir sind märchenhaft reich.
Süddeutsche Zeitung, 16.01.1997
Die frühe Entwicklung des muslimischen Verhaltens bei der Verteilung von Almosen ist uns aus verschiedenen Quellen bekannt.
Heine, Peter: Abgabe (gesetzliche). In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 32
Sie wartete wahrscheinlich auf ein tröstliches Wort, auf ein Almosen.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 143
Zitationshilfe
„Almosen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Almosen>, abgerufen am 10.12.2019.

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