Alp, der

Alternative Schreibung Alb
Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Alp(e)s · Nominativ Plural: Alpe
Wortbildung  mit ›Alp‹ als Erstglied: Albdruck · Albdrücken · Albtraum · Alpdruck · Alpdrücken · Alptraum
eWDG

Bedeutungen

1.
koboldhaftes Wesen, Nachtgespenst
Beispiel:
der weiße Alp fiel mir ein [ Storm3,115]
2.
schwerer seelischer Druck
Grammatik: meist im Singular
Beispiel:
es lag ihm (wie) ein Alp auf der Brust, Seele
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Alb · Alp2
Alb m. niederer, unterirdischer Naturgeist. Nach dem germanischen Volksglauben stehen die Alben, Elben, elbischen Wesen den Kobolden und Zwergen nahe (vgl. den Namen des Zwergkönigs Alberich ‘der die Macht und den Reichtum der Elben besitzt’; afrz. Alberon, frz. Oberon). Sie können die Menschen bedrängen und müssen daher versöhnlich gestimmt werden, so daß sie teils als feindlich, teils als freundlich angesehen werden. Ahd. alb (11. Jh.), mhd. alp, asächs. mnd. mnl. nl. alf, aengl. ælf, engl. elf, anord. alfr gehen möglicherweise wie ahd. elbiʒ, anord. elptr, ǫlpt, russ.-kslaw. lebedь, russ. lébed’ (лебедь) ‘Schwan’ und lat. albus ‘weiß’ auf ie. *albh- ‘weiß’ zurück, so daß das Wort als ‘weiße Nebelgestalt’ zu deuten ist. Doch auch eine Verbindung zu aind. ṛbhúḥ ‘geschickt, kunstfertig, Künstler, Schmied’ ist denkbar, da Zwerge und Elben als kunstfertige Schmiede gelten. Die christliche Kirche interpretiert die Elben als Dämonen, die mit dem Teufel im Bunde stehen. Die wenigen ahd. Belege verstehen unter alb bereits ein gespenstisches, heimtückisches Wesen, einen Nachtmahr, der später als Druckgeist aufgefaßt wird und durch seine drückende Last auf der Brust des Schlafenden Atembeklemmung verursacht, dafür heute meist Alp2 m. vgl. Alpdrücken (um 1700), Alpdruck (um 1800), Alptraum (19. Jh.). Engl. elf wird im 18. Jh. als Elfe, Elf2 (s. d.) ins Dt. entlehnt; es setzt die den Menschen freundliche Einstellung elbischer Wesen fort, und die Elfen werden in der Romantik zu lieblichen Lichtgestalten idealisiert.

Typische Verbindungen zu ›Alp‹, ›Alb‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Alp‹.

Verwendungsbeispiele für ›Alb‹, ›Alp‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein erfrischendes Bad vertrieb den Alp der Nacht und dann wanderten wir wieder los zur Erkundungsfahrt.
Rangnow, Rudolf: Tropenpracht und Urwaldnacht, Braunschweig: Gustav Wenzel & Sohn 1938 [1938], S. 36
Die Trauer lag auf der erschrockenen Stadt wie ein drückender Alp.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26462
Kein Alp, kein Gewissen drückte ihn, kein Gerippe erschien ihm.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 393
Der furchtbare Alp der Andeutungen weicht mit einem Schlag von Sibylla.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 184
Dieser Pakt lastet noch heute wie ein Alp auf den Ostdeutschen, klingt in dem hilflosen Gestammel der Verräter hörbar nach.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 287
Zitationshilfe
„Alp“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Alp#1>, abgerufen am 19.01.2022.

Weitere Informationen …

Alb, die

Alternative Schreibung Alp
Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Alb · Nominativ Plural: Alben
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Alb‹ als Erstglied: Albaufstieg · Albhochfläche · Albweide · Alpaufstieg · Alphorn · Alphütte · Alpsegen · Alpweide
eWDG

Bedeutung

Hochweide, Alm
Beispiel:
die ich […] auf der Alp alljährlich im Tanze schwenkte [ C. F. MeyerAmulett3,22]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Alp1 · Alpe · Alm
Alp1 Alpe f. ‘Weideplatz im Gebirge, Hochweide’, ahd. alba (10. Jh.), mhd. albe, dazu die Gebirgsnamen Alb und der Plural Alpen (lat. Alpēs) gehen wahrscheinlich auf ein altes Wort *alb- ‘hoher Berg’ zurück, das einer nicht-ie. Sprache angehört. Gebirgsbewohner verbinden mit Alp die Vorstellung grüner Weideplätze, während entfernt Wohnende an die rauhe Unwirtlichkeit und den ewigen Schnee der Gipfel denken. Daher wird schon in antiken Berichten der Name Alpen volksetymologisch mit ie. *albh- ‘weiß’ (vgl. lat. albus ‘weiß’ und s. Alb) verknüpft. Dem Nominativ mhd. albe steht in den übrigen Kasus die Form alben gegenüber, die durch Zusammenziehung und Angleichung zu gleichbed. Alm f. entwickelt wird (Ende 15. Jh.).
Zitationshilfe
„Alb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Alb#2>, abgerufen am 19.01.2022.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Alopezie
alogisch
Alogik
Aloeextrakt
Aloe
Alpaka
Alpakabesteck
Alpakasilber
Alpakawolle
Alpaufstieg