Althochdeutsch, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular 1: Althochdeutsch · Genitiv Singular 2 (selten): Althochdeutschs · wird nur im Singular verwendet
Nebenform Althochdeutsche · Substantiv (Neutrum), nur mit bestimmtem Artikel · Genitiv Singular: Althochdeutschen · wird nur im Singular verwendet
Die Verwendung der beiden möglichen Formen des Wortes richtet sich einerseits nach formalen Kriterien, andererseits tendenziell auch nach der beabsichtigten Bedeutung. Die Form ohne »-e« ist die einzige Möglichkeit, wo sonst starke Formen des Adjektivs gefordert wären (Ich verstehe kein Althochdeutsch). Sie wird gewöhnlich dann verwendet, wenn von verschiedenen Ausprägungen der Sprache die Rede ist (das frühe Althochdeutsch, im Althochdeutsch der Eliten) und steht häufiger als Subjekt und Objekt (ohne Artikel: Ich verstehe Althochdeutsch) als in anderen Rollen (die Besonderheiten ihres Althochdeutsch(s)). Die Form mit »-e«, die immer mit Artikel steht, kann in allen Fällen verwendet werden, wo schwache Adjektivendungen vorkommen (aus dem Althochdeutschen ins Neuhochdeutsche übersetzt, die Besonderheiten ihres Althochdeutschen). Sie wird gewöhnlich verwendet, wenn die Sprache allgemein gemeint ist (das Althochdeutsche ist eine vergangene Sprachstufe).
Aussprache [ˈalthoːχdɔɪ̯ʧ] · [ˈalthoːχdɔɪ̯ʧə]
Worttrennung Alt-hoch-deutsch ● Alt-hoch-deut-sche
Wortzerlegung altHochdeutsch
Grundform althochdeutsch
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

älteste, vom Beginn der schriftlichen Überlieferung bis ins 11. Jahrhundert reichende Stufe in der Entwicklung der hochdeutschen (b) Sprache   Der fließende Übergang von Alt- zum Mittelhochdeutschen führt zu verschiedenen Ansätzen, so dass das Ende der Epoche mal ins 11., mal ins 12. Jahrhundert gelegt wird.
Beispiele:
Auch wenn man schon seit 800 n. Chr. von Althochdeutsch spricht und die Epoche von 1050 bis 1350 als Mittelhochdeutsch bezeichnet, gab es damals keine überregionale Standardsprache, sondern nur Dialekte. [Die Welt, 29.11.2017]
Herberge […] bedeutet im Althochdeutschen Heerlager, also der Aufenthaltsort einer Armee (heri ist der Heerhaufen, das Kriegsvolk). [Süddeutsche Zeitung, 14.10.2020]
Bereits das Althochdeutsche, die älteste greifbare Stufe unserer Muttersprache (8. bis 12. Jahrhundert), kannte Verben mit dem erweiterten Suffix »‑ezzen, ‑azzen«, wo sich zwischen Wortstamm und Endung »‑ez‍(z)‑« eingefügt findet, um auszudrücken, dass eine Handlung oder ein Vorgang wiederholt (iterativ) oder mit besonderer Intensität (intensiv) stattfindet. [Mittelbayerische, 31.01.2020]
Die ersten Aufzeichnungen in deutscher Sprache stammen […] erst aus der Zeit des Althochdeutschen (750 bis 1050). [Berliner Morgenpost, 29.10.2019]
Auf Gotisch fängt es [das Vaterunser] an: »Atta unsar thu in himinam, weihnai namo thein.« Auf Ostfränkisch: »Fater unser thû thâr bist in himile sî geheilagôt thîn namo.« Auf Althochdeutsch: »Fater unseer, thu pist in himile uuihi namun dinan.« [Welt am Sonntag, 23.07.2017]
Otto, Kurzform der aus dem Althochdeutschen kommenden Namen Otfried (Besitzesschützer), Ottomar (der durch Besitz Berühmte), Ottokar (den Erbgutsspeer besitzend). [[o. A.]: Das Lexikon der Hausfrau. Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 236]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Althochdeutsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Althochdeutsch>, abgerufen am 18.05.2021.

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