Amüsement, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Amüsements · Nominativ Plural: Amüsements
Aussprache
WorttrennungAmü-se-ment (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich (oberflächliche) Belustigung, Vergnügen
Beispiel:
etw. nur zu seinem Amüsement tun
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

amüsieren · amüsant · Amüsement
amüsieren Vb. ‘unterhalten, die Zeit vertreiben, belustigen’. Seit Anfang des 17. Jhs. ist amusieren ‘aufhalten, hinhalten, zum Nichtstun veranlassen’ belegt; die heutige, zuerst als umgangssprachlich empfundene Bedeutung setzt sich in der 1. Hälfte des 18. Jhs. durch, bald in eingedeutschter Schreibweise amüsieren. Das Verb ist in beiden Verwendungen entlehnt aus gleichbed. frz. amuser, afrz. amuser ‘mit leeren Versprechungen hinhalten, foppen’, Präfixbildung zu afrz. muser ‘nachdenken, mit offenem Munde schauen, seine Zeit verschwenden’, dem seinem Ursprung nach ungeklärtes, vielleicht aus dem Kelt. stammendes mlat. mūsus ‘Maul’ (8. Jh.) zugrunde liegt (vgl. aprov. mus ‘Gesicht’, ital. muso und die Ableitung afrz. musel, frz. museau ‘Schnauze’). Der heute vorherrschende reflexive Gebrauch im Dt. entspricht frz. s’amuser ‘sich unterhalten, sich vergnügen’. amüsant Adj. ‘unterhaltsam, belustigend’ und Amüsement n. ‘Zeitvertreib, Belustigung, Vergnügen’ (beide Anfang 18. Jh., anfangs auch in frz. Schreibung), nach gleichbed. frz. amusant (Part. Präs. von amuser, s. oben) bzw. amusement m.

Thesaurus

Synonymgruppe
Belustigung · ↗Darbietung · ↗Entertainment · ↗Erheiterung · ↗Spaß · ↗Vergnügen · ↗Vergnügung  ●  ↗Ergötzlichkeit  veraltet · ↗Unterhaltung  Hauptform · Amüsement  geh. · ↗Kurzweil  geh., veraltend · ↗Lustbarkeit  geh., altertümelnd
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwechslung Bedürfnis Kenntnis Kurzweil Leser Mischung Publikum Satire Staunen Stätte Tanz Unterhaltung Verzweiflung Witz Wohnen bereiten billig bloß einig gehoben gewiss kurzweilig königlich nächtlich oberflächlich pur registrieren rein schwanken sorgen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Amüsement‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Solange niemand wirklich beleidigt werde, sei Amüsement doch wohl erlaubt.
Die Zeit, 19.08.2007 (online)
Männer müssen immerzu etwas vorspielen, und die Frau schaut zu, mit mäßigem Amüsement.
Der Tagesspiegel, 20.09.1999
Aber eben mehr aus Amüsement und um die Lehrer zu ärgern, als um etwas zu lernen.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 94
Oder soll man sie zum Amüsement gelangweilter Frauen, wie dies jetzt Mode ist, coram publico totschlagen?
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 21767
Die Flut präziser Information und gestriegelten Amüsements witzigt und verdummt die Menschen zugleich.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 6
Zitationshilfe
„Amüsement“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Amüsement>, abgerufen am 19.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Amuse-Gueule
amüsant
Amulett
Amtszimmer
Amtszeit
Amusie
Amüsierbetrieb
amüsieren
Amüsieretablissement
Amüsierlokal