Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Amüsement, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Amüsements · Nominativ Plural: Amüsements
Aussprache 
Worttrennung Amü-se-ment
Herkunft aus gleichbedeutend amusementfrz
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich (oberflächliche) Belustigung, Vergnügen
Beispiel:
etw. nur zu seinem Amüsement tun
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

amüsieren · amüsant · Amüsement
amüsieren Vb. ‘unterhalten, die Zeit vertreiben, belustigen’. Seit Anfang des 17. Jhs. ist amusieren ‘aufhalten, hinhalten, zum Nichtstun veranlassen’ belegt; die heutige, zuerst als umgangssprachlich empfundene Bedeutung setzt sich in der 1. Hälfte des 18. Jhs. durch, bald in eingedeutschter Schreibweise amüsieren. Das Verb ist in beiden Verwendungen entlehnt aus gleichbed. frz. amuser, afrz. amuser ‘mit leeren Versprechungen hinhalten, foppen’, Präfixbildung zu afrz. muser ‘nachdenken, mit offenem Munde schauen, seine Zeit verschwenden’, dem seinem Ursprung nach ungeklärtes, vielleicht aus dem Kelt. stammendes mlat. mūsus ‘Maul’ (8. Jh.) zugrunde liegt (vgl. aprov. mus ‘Gesicht’, ital. muso und die Ableitung afrz. musel, frz. museau ‘Schnauze’). Der heute vorherrschende reflexive Gebrauch im Dt. entspricht frz. s’amuser ‘sich unterhalten, sich vergnügen’. – amüsant Adj. ‘unterhaltsam, belustigend’ und Amüsement n. ‘Zeitvertreib, Belustigung, Vergnügen’ (beide Anfang 18. Jh., anfangs auch in frz. Schreibung), nach gleichbed. frz. amusant (Part. Präs. von amuser, s. oben) bzw. amusement m.

Thesaurus

Synonymgruppe
Belustigung · Darbietung · Entertainment · Erheiterung · Spaß · Vergnügen · Vergnügung  ●  Ergötzlichkeit  veraltet · Unterhaltung  Hauptform · Amüsement  geh. · Kurzweil  geh., veraltend · Lustbarkeit  geh., altertümelnd
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Amüsement‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Amüsement‹.

Verwendungsbeispiele für ›Amüsement‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Solange niemand wirklich beleidigt werde, sei Amüsement doch wohl erlaubt. [Die Zeit, 19.08.2007 (online)]
Ich habe diese Musik gehört, aber sie bedeutet nur Amüsement; das hatte nichts mit dem gesellschaftspolitischen Background zu tun. [Die Zeit, 26.02.2007, Nr. 09]
Nur beim nächtlichen Amüsement in der Bar scheint es zu hapern. [Die Zeit, 16.03.1990, Nr. 12]
Quiz, nicht wahr, ist ein richtiges Problem, und Amüsement ist außerordentlich verdächtig. [Die Zeit, 13.11.1970, Nr. 46]
Aber eben mehr aus Amüsement und um die Lehrer zu ärgern, als um etwas zu lernen. [Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 94]
Zitationshilfe
„Amüsement“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Am%C3%BCsement>.

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