Amboss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ambosses · Nominativ Plural: Ambosse
Aussprache
WorttrennungAm-boss (computergeneriert)
Ungültige SchreibungAmboß
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›Amboss‹ als Erstglied: ↗Ambossbahn · ↗Ambosseinsatz
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Eisenklotz als Unterlage zum Schmieden
Beispiel:
am Amboss stehen
bildlich
Beispiele:
zwischen Hammer und Amboss geraten, liegen (= von zwei feindlichen Gewalten zermalmt werden)
Du mußt ... / Leiden oder triumphieren, / Amboß oder Hammer sein [GoetheCophtisches Lied1,97]
2.
Medizin Gehörknöchel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Amboß m. ‘blockartige Unterlage aus Stahl zum Hämmern, Bearbeiten von Werkstücken’. Das Wort ist allein auf den dt. Sprachraum beschränkt. Ahd. anabōʒ (9. Jh.), mhd. an(e)bōʒ ist eine mit ahd. ana- ‘an, zu, auf’ präfigierte Bildung zu ahd. bōʒen ‘stoßen, schlagen’ (8. Jh.) und bedeutet eigentlich ‘woran, worauf man schlägt’. Es ist ein überwiegend hd. Wort (vereinzelt mnd. anebot, ambot). Vgl. Karg-Gasterstädt in: PBB 62 (1938) 57. Ahd. bōʒen ist verwandt mit nhd. bosseln ‘kleine Arbeiten machen, formen, basteln’. Zur Etymologie s. ↗Butt. Ob ahd. anabōʒ als Lehnübersetzung von lat. incūs (Genitiv incūdis) ‘Amboß’ (zu lat. in ‘in, auf’ und cūdere ‘schlagen, klopfen’) anzusehen ist, bleibt ungewiß.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blasebalg Eisen Esse Hammer Schmied Schmiedehammer Schwert Steigbügel Stein Zange bearbeiten formen hämmern schmieden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Amboss‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mein rechter Unterarm fühlt sich an, als wäre ein Amboß draufgefallen.
Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 109
Denn schließlich waren sie dabei nur der Amboss, der vom blaugelben Hammer offenbar schmerzhaft getroffen wurde.
Die Welt, 13.05.2000
Sie sind gefangen, so sagen sie, zwischen dem Hammer und dem Amboß.
Die Zeit, 05.12.1969, Nr. 49
Da wird geangelt, gelesen, getrunken, geschlafen und auf den Amboß geschlagen.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 136
Am liebsten war es mir aber, wenn ich selber - mit dem Meister zusammen - hämmern durfte, daß der Amboß dröhnte und die Erde zitterte.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8165
Zitationshilfe
„Amboss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Amboss>, abgerufen am 25.08.2019.

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