Ammenmärchen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungAm-men-mär-chen
WortzerlegungAmmeMärchen
eWDG, 1967

Bedeutung

naive, unwahre Geschichte
Beispiel:
jmdm. Ammenmärchen erzählen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Amme · Ammenmärchen
Amme f. ‘ein fremdes Kind stillende Frau, Nährmutter’. ahd. amma (um 1000), mhd. mnd. mnl. amme; vgl. anord. amma ‘Großmutter’. schwäb. Amm ‘Mutter’. Amme ist ein kindersprachliches Lallwort, das Entsprechungen in vielen anderen Sprachen hat, die sowohl ‘Mutter’ als auch ‘Amme’ bedeuten; vgl. aind. ambā ‘Mutter’. griech. ammá(s) und ammía (ἀμμά(ς), ἀμμία) ‘Mutter, Amme’, span. port. ama ‘Herrin, Hausfrau, Amme’. Bei ↗Hebamme (s. d.) handelt es sich um eine lautliche Angleichung an Amme; beide Wörter sind nicht miteinander verwandt. Ammenmärchen n. ‘unwahre, unglaubwürdige Geschichte’ (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ammenmärchen · ↗Aufschneiderei · ↗Bluff · ↗Erdichtung · ↗Erfindung · ↗Lügengeschichte · ↗Münchhauseniade · ↗Münchhausiade · ↗Räuberpistole · ↗Schwindel · ↗Schwindelei · ↗Seemannsgarn · ↗Windei  ●  ↗Märchen  fig. · ↗Anglerlatein  ugs. · ↗Flunkerei  ugs. · ↗Geflunker  ugs. · ↗Jägerlatein  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

abtun

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ammenmärchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dass stillende Mütter auch kein alkoholfreies Bier trinken dürfen, ist ein Ammenmärchen.
Die Welt, 14.11.2003
Das Buch stellt sich weder als Ammenmärchen noch als „historischer“ Roman vor.
Die Zeit, 23.08.1963, Nr. 34
Es sei ein Ammenmärchen, die Position der Frau verändere sich allein durch Qualifikation.
Süddeutsche Zeitung, 09.03.1995
Nein, alles schweigt und glaubt dieses haarsträubendste Ammenmärchen, das je einer Wählerschaft vorgesetzt worden ist.
Severing, Carl: Rundfunkansprache für die SPD zur Reichstagswahl am 31. Juli 1932, 30.07.1930
Daneben sind volkstümliche Ammenmärchen wie das von Hundezüchtern aus kommerziellen Gründen gepflegte, daß der erste Wurf einer Hündin späteren Würfen überlegen sei, bedeutungslos.
Bresch, Carsten: Klassische und molekulare Genetik, Berlin u. a.: Springer 1965 [1964], S. 299
Zitationshilfe
„Ammenmärchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ammenmärchen>, abgerufen am 23.01.2019.

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