Amnestie, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Amnestie · Nominativ Plural: Amnestien
Aussprache
WorttrennungAm-nes-tie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Amnestie‹ als Letztglied: ↗Generalamnestie · ↗Steueramnestie · ↗Teilamnestie
eWDG, 1967

Bedeutung

Begnadigung, Straferlass
Beispiele:
eine Amnestie erlassen, verkünden
jmdm. Amnestie zusichern
unter die Amnestie fallen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Amnestie · amnestieren
Amnestie f. ‘Begnadigung, Straferlaß’ (für bestimmte Gruppen von Verurteilten), entlehnt (Anfang 17. Jh.) aus lat. amnēstia, griech. amnēstía (ἀμνηστία) ‘das Vergessen, bes. des begangenen Unrechts, Vergebung’, einer Ableitung vom Adjektiv griech. ámnēstos (ἄμνηστος) ‘uneingedenk, vergessend’. Älter ist im Dt. die griech.-lat. Form Amnestia und die byzant.-griech. Form Amnistia (16./17. Jh.). Der meist einen ‘allgemeinen Straferlaß’ ausdrückende Begriff Amnestie wird schon sehr früh durch General Amnestia (1621) und General Amnestie (um 1700) verdeutlicht. amnestieren Vb. (einer Gruppe von Verurteilten) ‘durch Gesetz Straferlaß zubilligen’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amnesie Begnadigung DDR-Funktionäre DDR-Hoheitsträger DDR-Spione DDR-Unrecht Delikte Gefangene Genuß Haftentschädigung Häftlinge Putschisten Steuerflüchtlinge Steuerhinterzieher Steuersünder Straftaten Straftäter Vergehen Verurteilten allgemeine erlassen erlassene freikam generelle gewährt umfassende verfügte verkündete versprochene

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Türk konnte sich nämlich nicht dazu durchringen, auch die Autoren unliebsamer Artikel in die Amnestie einzubeziehen.
Der Tagesspiegel, 02.08.1999
Gleichzeitig boten sie der geflüchteten Regierung erneut eine Amnestie an.
Süddeutsche Zeitung, 30.09.1996
Offenbar versucht man auf diese Weise, eine Amnestie zu umgehen.
o. A. [pra]: Tätige Reue. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1991]
Unser allerhöchster Herr hat sich entschlossen, eine Amnestie auf alle Verbrechen und Vergehen zu erlassen.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 262
Gleich nach den Wahlen wurden sie alle durch eine Amnestie befreit.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 97
Zitationshilfe
„Amnestie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Amnestie>, abgerufen am 18.10.2017.

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