Anamnese, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Anamnese · Nominativ Plural: Anamnesen
Aussprache
WorttrennungAna-mne-se · Anam-ne-se (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Anamnese‹ als Letztglied: ↗Familienanamnese
eWDG, 1967

Bedeutung

Medizin Vorgeschichte einer Krankheit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ana- · an- · Anagramm · Anamnese
ana-, vor Vokalen an- Präfix mit der Bedeutung ‘oben, hinauf, aufwärts, auf, hindurch, rückwärts, zurück, wieder, gemäß, entsprechend’. Zugrunde liegt das unter ↗an (s. d.) aufgeführte griech. aná (ἀνά) Präp. und Adv. ‘darauf, auf, nach oben (hinauf), entlang’, aus dessen adverbiellem Gebrauch das im Griech. zahlreiche Zusammensetzungen bildende Präfix hervorgegangen ist, vgl. anabállein (ἀναβάλλειν) ‘aufwerfen, zurückwerfen, auf sich nehmen’, zu griech. bállein (βάλλειν) ‘werfen’ (s. ↗Ball), analégein (ἀναλέγειν) ‘auflesen, sammeln’, zu griech. légein (λέγειν) ‘auflesen, sammeln, sagen, sprechen’. Dazu gehören die ins Dt. aufgenommenen Bildungen ↗Anachronismus, ↗Analogie, ↗Analyse, ↗Anatomie, ↗Anode (s. d.), ferner Anagramm n. ‘durch Vertauschung der Buchstaben eines Wortes oder Satzes entstandenes neues Wort oder neuer Satz’ (Mitte 18. Jh., älter Anagramma, 1. Hälfte 17. Jh.), griech. anágramma (ἀνάγραμμα), zu anagráphein (ἀναγράφειν) ‘auf-, niederschreiben, aufzeichnen, eintragen in ein Register’, griech. gráphein (γράφειν) ‘schreiben’ (s. ↗-gramm); Anamnese f. ‘Vorgeschichte einer Krankheit’ (1. Hälfte 19. Jh., zuvor Anamnesis, 1. Hälfte 18. Jh.), lat. anamnēsis, griech. anámnēsis (ἀνάμνησις) ‘(Wieder)erinnerung, das Erinnern an etw.’, zu anamimnḗskein (ἀναμιμνήσκειν) ‘jmnd. an etw. erinnern, sich erinnern’, mimnḗskein (μιμνήσκειν) ‘(sich) erinnern, erwähnen’.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Anamnese · ↗Krankengeschichte · medizinische Vorgeschichte

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diagnose Krankheit Therapie Untersuchung biographisch erheben gründlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anamnese‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für eine gründliche Anamnese, die ohne weiteres eine halbe Stunde dauern kann, fehlt die Zeit.
Die Zeit, 19.08.1999, Nr. 34
Selbst unter den interessantesten Anamnesen des Sports ragt jene von Roger Black heraus, so schmerzensreich, kompliziert und langfristig wie die ist.
Süddeutsche Zeitung, 13.08.1994
Die sich daraus ergebende Bestandsaufnahme, nämlich die Diagnose, wird meist als Anamnese bezeichnet.
Schaub, Horst u. Zenke, Karl G.: Diagnose. In: dtv-Wörterbuch Pädagogik [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1995], S. 959
Die Aufzeichnungen betrafen nur zum geringsten Teil die zur Heilbehandlung notwendige Anamnese.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 26
Sie ergibt sich aus Anamnese, allgemeiner Seuchenlage und klinischem Bild.
Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 974
Zitationshilfe
„Anamnese“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anamnese>, abgerufen am 20.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
anämisch
Anämie
analytisch
Analytiker
Analytik
anamnestisch
anamnetisch
Anamnier
Anamorphose
Anamorphot