Anarchie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Anarchie · Nominativ Plural: Anarchien
Aussprache
WorttrennungAn-ar-chie
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

Gesetzlosigkeit, Chaos
Beispiele:
eine wilde, offene, politische Anarchie
die Schrecken der Anarchie
in Anarchie geraten
Die Anarchie innerhalb der gesellschaftlichen Produktion wird ersetzt durch planmäßige bewußte Organisation [EngelsAnti-Dühring351]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Anarchie · anarchisch · Anarchismus · Anarchist · anarchistisch
Anarchie f. ‘Gesetzlosigkeit, politische Unordnung, Führungslosigkeit’, Entlehnung (1. Hälfte 17. Jh.) aus griech. anarchía (ἀναρχία) ‘Herrschaftslosigkeit, Zügellosigkeit’, das von griech. ánarchos (ἄναρχος) ‘ohne Oberhaupt, führerlos’ abgeleitet ist, einer Bildung mit verneinendem a- bzw. an- vor Vokal (ἀ- privativum) zu griech. árchein (ἄρχειν) ‘der erste sein, vorangehen, anfangen, herrschen’. Anfangs neben vereinzeltem Anarchey meist Anarchia. seit Anfang des 18. Jhs. (unter dem Einfluß von älter bezeugtem frz. anarchie?) in der heutigen Form Anarchie. anarchisch Adj. ‘gesetzlos, zügellos’ (Mitte 18. Jh.). Anarchismus m. ‘utopische, jede staatliche und politische Organisation ablehnende Anschauung’ (Anfang 19. Jh.). Anarchist m. ‘Anhänger des Anarchismus’ (Ende 18. Jh.), wie frz. anarchiste eine Bildung aus der Zeit der französischen Revolution; älter Anarch (Mitte 18. Jh.). anarchistisch Adj. (1. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Anarchie · ↗Gesetzlosigkeit · Herrschaftslosigkeit · ↗Regellosigkeit · gesetzloser Zustand
Assoziationen
  • Faustrecht · ↗Gesetzlosigkeit · Recht des Stärkeren  ●  Gesetz der Straße  ugs. · Gesetz des Dschungels  ugs.
Antonyme
Synonymgruppe
Beliebigkeit · ↗Chaotik · Hin und Her · ↗Regellosigkeit · ↗Unordnung · ↗Wirrnis  ●  Anarchie  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgleiten Anarchie Bürgerkrieg Chaos Diktatur Gesetzlosigkeit Hauch Nihilismus Plünderung Rebellion Rechtlosigkeit Rückfall Staatenwelt Staatlichkeit Unordnung Willkür abgleiten ausarten blank fröhlich gelebt greifend herrschen lustvoll machbar pur süßlichscharf total verkoppelt versinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anarchie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wieder droht die Anarchie des Jazz auf die Straße zu schwappen.
Der Tagesspiegel, 07.07.1998
Zuerst bin ich den utopischen Weg der musikalischen Anarchie gegangen.
Die Zeit, 02.06.1989, Nr. 23
Er hielt ihn für das kleinere Übel im Vergleich zur herrschenden Anarchie.
Nürnberger, Richard: Das Zeitalter der französischen Revolution und Napoleons. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 9905
Aber hatten sich nicht viel schlimmere Akte der Anarchie im Bayern jener Monate ereignet?
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 999
Aber ich weiß dann, daß meine natürliche Anarchie an dieser Empfindung schuld ist, und bemühe mich, sie zu überwinden.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 315
Zitationshilfe
„Anarchie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anarchie>, abgerufen am 26.04.2019.

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