Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

Anarchismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Anarchismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungAn-ar-chis-mus (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Lehre, die eine Gesellschaftsform ohne Staatsgewalt u. gesetzlichen Zwang propagiert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Anarchie · anarchisch · Anarchismus · Anarchist · anarchistisch
Anarchie f. ‘Gesetzlosigkeit, politische Unordnung, Führungslosigkeit’, Entlehnung (1. Hälfte 17. Jh.) aus griech. anarchía (ἀναρχία) ‘Herrschaftslosigkeit, Zügellosigkeit’, das von griech. ánarchos (ἄναρχος) ‘ohne Oberhaupt, führerlos’ abgeleitet ist, einer Bildung mit verneinendem a- bzw. an- vor Vokal (ἀ- privativum) zu griech. árchein (ἄρχειν) ‘der erste sein, vorangehen, anfangen, herrschen’. Anfangs neben vereinzeltem Anarchey meist Anarchia. seit Anfang des 18. Jhs. (unter dem Einfluß von älter bezeugtem frz. anarchie?) in der heutigen Form Anarchie. anarchisch Adj. ‘gesetzlos, zügellos’ (Mitte 18. Jh.). Anarchismus m. ‘utopische, jede staatliche und politische Organisation ablehnende Anschauung’ (Anfang 19. Jh.). Anarchist m. ‘Anhänger des Anarchismus’ (Ende 18. Jh.), wie frz. anarchiste eine Bildung aus der Zeit der französischen Revolution; älter Anarch (Mitte 18. Jh.). anarchistisch Adj. (1. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Anarchismus [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Anarchokollektivismus · kollektivistischer Anarchismus
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bekämpfung Element Gewalt Hang Kommunismus Liberalismus Marxismus Nihilismus Sozialdemokratie Sozialismus Terrorismus Theorie Wurzel bekennen erkenntnistheoretisch fröhlich gewalttätig individualistisch infantil radikal sanft spanisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anarchismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn gar nichts mehr geht, wird ein trotziger Anarchismus zur adäquaten Überlebensstrategie.
Der Tagesspiegel, 02.11.2003
Heute ist der Begriff Anarchismus wie auch die politische Theorie nahezu verschwunden.
Süddeutsche Zeitung, 10.05.1997
Mit der Wahl des Ausdrucks »Anarchismus« für mein Vorhaben folgte ich lediglich dem allgemeinen Sprachgebrauch.
Feyerabend, Paul: Wider den Methodenzwang, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1976, S. 27
In den romanischen Ländern hatte sich der Anarchismus zu einer gewissen Macht entwickelt.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1358
Wenn er nur die anarchistischen Blätter lesen würde, dann würde er sich sehr bald zum Anarchismus bekennen.
Friedländer, Hugo: Das Dynamit-Attentat bei der Enthüllungsfeier des Niederwald-Denkmals. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 6292
Zitationshilfe
„Anarchismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anarchismus>, abgerufen am 19.11.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
anarchisch
Anarchie
anarch
anarbeiten
Anaptyxe
Anarchist
anarchistisch
Anarcho
Anarchosyndikalismus
Anarchoszene