Anbeter, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Anbeters · Nominativ Plural: Anbeter
Aussprache
WorttrennungAn-be-ter
Wortzerlegunganbeten-er
Wortbildung mit ›Anbeter‹ als Erstglied: ↗Anbeterin  ·  mit ›Anbeter‹ als Letztglied: ↗Götzenanbeter · ↗Sonnenanbeter
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2016

Bedeutungen

a)
seltener jmd., der jmdn., etw. betend verehrt
Beispiele:
Gehen wir voran mit Christus und leben wir unser Leben als wirkliche Anbeter Gottes. Amen. [Spiegel, 21.08.2005 (online)]
übertragen In diesem Metier [Außen- und Sicherheitspolitik] wird man fast zwangsläufig zum Anbeter der Macht. [Süddeutsche Zeitung, 18.10.2002]
Vorbei an der Madonna und ihren Anbetern, an der Mitra, der Glocke und den Orgelpfeifen bis hin zur Kathedrale [steigen wir] […]. [Der Standard, 24.05.2005]
[…] daß vielleicht eines Tages Menschen […] staunen über die Monumente, die eine frühere Zivilisation zu Ehren der Sonne und ihrer Anbeter errichtet hat. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.1999]
Achtzig Nächte hat López einmal vor dem Allerheiligsten gebetet, die Gemeinde ernannte ihn zum »ehrenwerten Anbeter«. [Der Spiegel, 02.12.1996, Nr. 49]
b)
Verehrer
Beispiele:
Ein Star mag seine Fans bezirzen, der Diva liegen Anbeter zu Füssen. [Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2002]
Dabei war dieser Abend nur in Teilen eine Audienz für die Anbeterinnen und Anbeter des Künstlers Klaus Maria Brandauer. [Der Standard, 11.11.2014]
Die kokette Schöne versammelt einen ganzen Schwarm von Anbetern um sich herum, sodass er nie zum Zuge kommt, lediglich zu einem einzigen Kuss, dem kein weiterer folgt. [Die Zeit, 02.09.2010, Nr. 36]
Die strenge Kälte der jungen Dame entmutigte die Anbeter zuerst nicht; aber nach Verlauf einiger Jahre wurden sie ihrer müde. [Berliner Verlag (Hrsg.): Das Geheimnis des Gelben Zimmers. In: Berliner Zeitung 34/118 (1978), S. 7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beten · anbeten · Anbetung · Anbeter
beten Vb. ‘sich in innerer Sammlung an Gott wenden, zu Gott sprechen’. Mit Einführung des Christentums wird für den bei den Germanen unbekannten Begriff des Betens ein von ahd. beta, asächs. beda, mnl. bede ‘Bitte’ (besonders ‘Bitte an Gott’), germ. *bedō abgeleitetes Verb ahd. betōn ‘beten’ (8. Jh.), mhd. beten, asächs. bedon, mnd. bēden, mnl. beden geschaffen, das im Unterschied zu den Formen von ↗bitten (s. d.) den neuen religiösen Gehalt wiedergeben soll. Diese Erscheinung ist nur im Hd., Nd. (und Mnl.) zu beobachten; in anderen Sprachen schließen die entsprechenden Wörter für ‘bitten’ auch die Bedeutung ‘beten’ ein, vgl. schwed. bedja, engl. to pray, frz. prier, ital. pregare. anbeten Vb. ‘eine Gottheit betend verehren’, ahd. anabetōn ‘durch Anrufen einer höheren Macht etw. auf einen anderen übertragen, anbeten’ (8./9. Jh.), mhd. anbeten, mnd. anbēden, mnl. aenbeden. Unter Einfluß von frz. adorer ‘anbeten, leidenschaftlich lieben, verehren’ wird im 17. Jh. das bis dahin allein im Religiösen beheimatete Wort auf die Verehrung der geliebten Person in der Liebesdichtung erweitert. Während Anbetung f. spätmhd. anebetunge, im kirchlichen Anwendungsbereich verbleibt, nimmt Anbeter m. ahd. anabetāri ‘Wahrsager, heidnischer Priester’ (8./9. Jh.), mhd. anbetære ‘Anbeter’, schon um 1700 die heute allein gültige Bedeutung ‘Verehrer’ an.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anbeter · ↗Bewunderer · ↗Liebhaber · ↗Verehrer  ●  ↗Fan  ugs.
Oberbegriffe
Zitationshilfe
„Anbeter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anbeter>, abgerufen am 22.09.2019.

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