Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Anbetung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Anbetung · Nominativ Plural: Anbetungen
Aussprache 
Worttrennung An-be-tung
Wortbildung  mit ›Anbetung‹ als Erstglied: anbetungsvoll · anbetungswürdig  ·  mit ›Anbetung‹ als Letztglied: Selbstanbetung · Sonnenanbetung
eWDG

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von anbeten
Beispiele:
die Anbetung der Götter, Sonne, Natur, des Feuers
in Anbetung niederknien
übertragen übertriebene Bewunderung
Beispiele:
die (blinde, leidenschaftliche) Anbetung der Geliebten
die Anbetung der Macht, des Mammons (= die Vergötterung der Macht, des Mammons)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beten · anbeten · Anbetung · Anbeter
beten Vb. ‘sich in innerer Sammlung an Gott wenden, zu Gott sprechen’. Mit Einführung des Christentums wird für den bei den Germanen unbekannten Begriff des Betens ein von ahd. beta, asächs. beda, mnl. bede ‘Bitte’ (besonders ‘Bitte an Gott’), germ. *bedō abgeleitetes Verb ahd. betōn ‘beten’ (8. Jh.), mhd. beten, asächs. bedon, mnd. bēden, mnl. beden geschaffen, das im Unterschied zu den Formen von bitten (s. d.) den neuen religiösen Gehalt wiedergeben soll. Diese Erscheinung ist nur im Hd., Nd. (und Mnl.) zu beobachten; in anderen Sprachen schließen die entsprechenden Wörter für ‘bitten’ auch die Bedeutung ‘beten’ ein, vgl. schwed. bedja, engl. to pray, frz. prier, ital. pregare. – anbeten Vb. ‘eine Gottheit betend verehren’, ahd. anabetōn ‘durch Anrufen einer höheren Macht etw. auf einen anderen übertragen, anbeten’ (8./9. Jh.), mhd. anbeten, mnd. anbēden, mnl. aenbeden. Unter Einfluß von frz. adorer ‘anbeten, leidenschaftlich lieben, verehren’ wird im 17. Jh. das bis dahin allein im Religiösen beheimatete Wort auf die Verehrung der geliebten Person in der Liebesdichtung erweitert. Während Anbetung f. spätmhd. anebetunge, im kirchlichen Anwendungsbereich verbleibt, nimmt Anbeter m. ahd. anabetāri ‘Wahrsager, heidnischer Priester’ (8./9. Jh.), mhd. anbetære ‘Anbeter’, schon um 1700 die heute allein gültige Bedeutung ‘Verehrer’ an.

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Anbetung · Kult · Verehrung

Typische Verbindungen zu ›Anbetung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anbetung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Anbetung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann wiederholte Abel ein drittes Mal die Anbetung aus der Tiefe empor mit dem schluchzenden Versinken. [Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 195]
Für die Anbetung war nur noch der geringste Raum da. [Scharnagl, August u. a.: Gemeindegesang. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 27169]
Ich sehe durch das Gold der Anbetung den schreienden Mann. [Die Zeit, 06.01.1986, Nr. 01]
Aber sie sind genau so bereit, einen Austausch der Objekte ihrer Anbetung vorzunehmen. [Die Zeit, 07.07.1949, Nr. 27]
Er erwog zumindest, den letzten Band des Romans »Die immerwährende Anbetung« zu nennen. [Süddeutsche Zeitung, 07.08.2001]
Zitationshilfe
„Anbetung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anbetung>.

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