Anbetung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Anbetung · Nominativ Plural: Anbetungen
Aussprache
WorttrennungAn-be-tung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Anbetung‹ als Erstglied: ↗anbetungsvoll · ↗anbetungswürdig  ·  mit ›Anbetung‹ als Letztglied: ↗Selbstanbetung · ↗Sonnenanbetung
eWDG, 1967

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von anbeten
Beispiele:
die Anbetung der Götter, Sonne, Natur, des Feuers
in Anbetung niederknien
übertragen übertriebene Bewunderung
Beispiele:
die (blinde, leidenschaftliche) Anbetung der Geliebten
die Anbetung der Macht, des Mammons (= die Vergötterung der Macht, des Mammons)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beten · anbeten · Anbetung · Anbeter
beten Vb. ‘sich in innerer Sammlung an Gott wenden, zu Gott sprechen’. Mit Einführung des Christentums wird für den bei den Germanen unbekannten Begriff des Betens ein von ahd. beta, asächs. beda, mnl. bede ‘Bitte’ (besonders ‘Bitte an Gott’), germ. *bedō abgeleitetes Verb ahd. betōn ‘beten’ (8. Jh.), mhd. beten, asächs. bedon, mnd. bēden, mnl. beden geschaffen, das im Unterschied zu den Formen von ↗bitten (s. d.) den neuen religiösen Gehalt wiedergeben soll. Diese Erscheinung ist nur im Hd., Nd. (und Mnl.) zu beobachten; in anderen Sprachen schließen die entsprechenden Wörter für ‘bitten’ auch die Bedeutung ‘beten’ ein, vgl. schwed. bedja, engl. to pray, frz. prier, ital. pregare. anbeten Vb. ‘eine Gottheit betend verehren’, ahd. anabetōn ‘durch Anrufen einer höheren Macht etw. auf einen anderen übertragen, anbeten’ (8./9. Jh.), mhd. anbeten, mnd. anbēden, mnl. aenbeden. Unter Einfluß von frz. adorer ‘anbeten, leidenschaftlich lieben, verehren’ wird im 17. Jh. das bis dahin allein im Religiösen beheimatete Wort auf die Verehrung der geliebten Person in der Liebesdichtung erweitert. Während Anbetung f. spätmhd. anebetunge, im kirchlichen Anwendungsbereich verbleibt, nimmt Anbeter m. ahd. anabetāri ‘Wahrsager, heidnischer Priester’ (8./9. Jh.), mhd. anbetære ‘Anbeter’, schon um 1700 die heute allein gültige Bedeutung ‘Verehrer’ an.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anbetung · ↗Verehrung
Synonymgruppe
(übertriebene) Verehrung · Anbetung · ↗Kult · ↗Vergötterung
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altar Altarsakrament Anbetung Antwerpener Asche Christuskind Dreifaltigkeit Geburt Gottheit Götze Heiliger Heimsuchung Himmelfahrt Hirt Hirte Idol Kalb Kreuzigung König Lamm Madonna Magier Sakrament Verehrung Verkündigung Weitergabe bedingungslos eucharistisch ewig gebühren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anbetung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Niemand hat uns gezwungen, den Weg zur Anbetung weltlicher Werte einzuschlagen.
Bild, 06.08.2005
Er braucht die Anbetung der Massen nicht, ihm reicht das Geld.
Der Tagesspiegel, 27.02.2005
Für die Anbetung war nur noch der geringste Raum da.
Scharnagl, August u. a.: Gemeindegesang. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 27169
Dann wiederholte Abel ein drittes Mal die Anbetung aus der Tiefe empor mit dem schluchzenden Versinken.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 195
Gott ist die höchste, reichste Wirklichkeit; das Ziel des menschlichen Lebens ist die Anbetung Gottes.
Scott, P.: Hügel. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 14900
Zitationshilfe
„Anbetung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anbetung>, abgerufen am 15.09.2019.

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