Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Anchorman, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Anchormans · Nominativ Plural: Anchormen
Aussprache [ˈɛŋkɐmæːn]
Worttrennung An-chor-man
Herkunft aus gleichbedeutend anchormanengl, wörtlich ‘Ankermann’
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Sprecher, der durch eine Nachrichtensendung oder die Berichterstattung zu einem bestimmten Ereignis führt und einzelne Beiträge anmoderiert; Person, die durch ihr Auftreten, ihre Ausstrahlung den Charakter einer Fernsehsendung, vor allem einer regelmäßigen Nachrichtensendung, oder einer Übertragung (1) prägt
siehe auch Moderator (1)
Beispiele:
Fast 20 Jahre lang hat Claus Kleber als Anchorman das »Heute Journal« im ZDF geprägt. [Was Sie in der neuen MEEDIA-Ausgabe erwartet, 14.01.2022, aufgerufen am 01.05.2022]
Der TV‑Sender RTL stellt Peter Kloeppel, Anchorman für [die] Haupt‑Nachrichtensendung »RTL aktuell« um 18.45 Uhr, eine neue Kollegin zur Seite. [Anna Fleischhauer wird neue Kollegin, 13.06.2022, aufgerufen am 13.06.2022]
Walter Cronkite berichtete über die größten Tragödien und Triumphe der jüngeren US‑Geschichte und prägte die modernen TV‑Nachrichten wie kaum ein anderer. […] Walter Cronkite war einer der ganz Großen des Nachrichtengeschäfts, für ihn wurde der Begriff des Anchorman geprägt. [Der Spiegel, 18.07.2009 (online)]
Seit Jahren moderiert der souverän wirkende Weißhaarige die Nachwahlrunden, vergleichbar mit deutschen »Elefantenrunden«. Er war der Anchorman bei unzähligen Wahlen seit 1979 sowie bei der BBC‑Berichterstattung von US‑Präsidentschaftswahlen seit 1984. [Süddeutsche Zeitung, 23.06.2004]
Änderungen in der Präsentation gibt es bei der Sonntagssendung, die nicht mehr »ranissimo« sondern nur noch »ran« heißt, und nicht mehr aus dem Studio gesendet wird, sondern aus den Stadien. Dort wird jeweils ein sogenannter »Anchorman« das Spiel von der Seitenlinie präsentieren. [Der Tagesspiegel, 12.08.1999]
Ob aus dem Studio, ob von der Kremlmauer, ob vom Fuss des Capitol Hill – von wo aus immer Gysling das Publikum einnahm, mit differenzierten Analysen, vorgetragen notabene in meist druckreifen Sätzen, signalisierte der Auftritt Glaubwürdigkeit und journalistische Kompetenz, eben das, was einen richtigen Anchorman ausmacht. [Neue Zürcher Zeitung, 07.08.1997]
Auf eine Faustformel gebracht: Die Beiträge in US‑Nachrichtensendungen sind im Schnitt schlechter als bei uns (vor allem, wenn man an die ausführliche, auf Hintergrund und auf Bilder konzentrierte Auslandsberichterstattung in heute‑journal und Tagesthemen denkt). Doch der einen Beobachtung folgt die andere auf dem Fuße: Die Moderatoren/Präsentatoren/»Anchormen« sind dort oft viel professioneller als in deutschen Nachrichtenstudios. [Die Zeit, 24.03.1989]
Neben ihm, vor allem für die weitere Nachrichtenfilterung zuständig, Hans‑Joachim Reiche, Chef der Hamburger Tagesschau; links dann der »anchorman« der Wahlsendung, Dieter Gütt. Der Moderator, der überleitet, zusammenfaßt, kommentiert, der immer einsatzbereit sein muß, wenn etwas schiefgeht: eine Fernsehdiva, nervös, reizbar und explosiv, nach außen aber ein wohltuender Ruhepunkt im Studio, der mit fast unbewegter Miene und gelassen konzentrierter Routine die Sendung präsentiert. [Die Zeit, 03.10.1969] ungültige Schreibung

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Anchorman‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anchorman‹.

Zitationshilfe
„Anchorman“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anchorman>.

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