Anfechtung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Anfechtung · Nominativ Plural: Anfechtungen
Aussprache 
Worttrennung An-fech-tung
Wortbildung  mit ›Anfechtung‹ als Erstglied: ↗Anfechtungsklage  ·  mit ›Anfechtung‹ als Letztglied: ↗Ehelichkeitsanfechtung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Einspruch gegen etw.
  2. 2. [gehoben] Versuchung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Einspruch gegen etw.
Beispiele:
die Anfechtung von Rechtshandlungen, der Vaterschaft
Anfechtungen gegen einen Vertrag, ein Urteil
2.
gehoben Versuchung
Beispiele:
Anfechtungen erleiden, erfahren
Anfechtungen erliegen, ausgesetzt sein
Anfechtungen überwinden, bestehen
einer Anfechtung widerstehen
sich gegen Anfechtungen wappnen
gegen eine solche Anfechtung gefeit sein
Religiondie Anfechtung des Fleisches
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fechten · anfechten · Anfechtung · Gefecht
fechten Vb. ‘mit einer Hieb- oder Stoßwaffe kämpfen’. Für das nur im Westgerm. bezeugte Verb ahd. fehtan (8. Jh.), mhd. vehten, asächs. fehtan, mnd. fechten, mnl. nl. vechten, aengl. feohtan, engl. to fight läßt sich Verwandtschaft mit griech. pekté͞in (πεκτεῖν) ‘kämmen, scheren’, lat. pectere ‘kämmen’, lit. pèšti ‘rupfen, zupfen, ausreißen’, also Herkunft aus einer gemeinsamen Wurzel ie. *pek̑- ‘Wolle oder Haare rupfen, zausen, raufen’ (wozu auch lat. pecū, nhd.Vieh, s. d.) annehmen. Das Verb gilt zunächst für jede Art kämpferischer Auseinandersetzung, wird aber nach der außerordentlichen Erweiterung der Kampftechniken im Nhd. auf das Kämpfen mit blanker Waffe eingeschränkt. Die Bedeutung ‘betteln’ (17. Jh.) entwickelt sich wohl in Kreisen wandernder Landsknechte und Handwerksgesellen, die ihrem Betteln oft durch Demonstration ihrer Fechtkunst oder Drohen mit der Waffe Nachdruck verleihen. anfechten Vb. ‘angreifen (mit Rechtsmitteln), in Gewissenskonflikt bringen’, ahd. anafehtan (9. Jh.), mhd. anevehten ‘gegen jmdn. kämpfen’. Anfechtung f. ‘Angriff, Versuchung’, ahd. anafehtunga (11. Jh.), mhd. anevehtunge. Gefecht n. ‘Kampfhandlung, Schlacht’, ahd. gifeht (8. Jh.), mhd. gevehte.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anfechtung · Bestreitung der Glaubwürdigkeit · Bestreitung der Gültigkeit
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Anfechtung · ↗Verführung · ↗Verlockung · ↗Versuchung
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Anfechtung‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anfechtung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Anfechtung‹

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Gelingt Ihnen die Anfechtung, müssen Sie aber auch alle Schulden übernehmen.
Der Tagesspiegel, 11.04.2000
Zur Anfechtung der Wahl taugen die Erkenntnisse von Lieber nicht.
Bild, 22.09.1999
Trotz aller Anfechtungen sehe er in der wissenschaftlichen Methode nach wie vor die einzig sinnvolle Arbeitsweise.
Woelk, Ulrich: Freigang. Verlag S. Fischer, Frankfurt 1990, S. 55
Der junge Mann werde ihn immer bereit finden, ihm in der geistigen Abwehr solcher Anfechtungen zur Hand zu gehen.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 961
Es traten an ihn Anfechtungen heran, die er überwand, ohne ihr auch nur davon zu reden.
Mann, Heinrich: Professor Unrat, Berlin: Aufbau-Verl. 1958 [1905], S. 133
Zitationshilfe
„Anfechtung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anfechtung>, abgerufen am 28.10.2020.

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