Angebot, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Angebot(e)s · Nominativ Plural: Angebote
Aussprache
WorttrennungAn-ge-bot
Grundformanbieten
Wortbildung mit ›Angebot‹ als Erstglied: ↗Angebotsdruck · ↗Angebotskurs · ↗Angebotsmonopol · ↗Angebotspalette · ↗Angebotspolitik · ↗Angebotspreis · ↗angebotsorientiert
 ·  mit ›Angebot‹ als Letztglied: ↗Abfindungsangebot · ↗Arbeitsangebot · ↗Arbeitskräfteangebot · ↗Arbeitsplatzangebot · ↗Ausbildungsangebot · ↗Beratungsangebot · ↗Betreuungsangebot · ↗Buchangebot · ↗Bücherangebot · ↗Deutungsangebot · ↗Dienstleistungsangebot · ↗Direktangebot · ↗Exportangebot · ↗Fernsehangebot · ↗Fortbildungsangebot · ↗Friedensangebot · ↗Ganztagsangebot · ↗Gegenangebot · ↗Geldangebot · ↗Gesamtangebot · ↗Gesprächsangebot · ↗Güterangebot · ↗Heiratsangebot · ↗Hilfsangebot · ↗Identifikationsangebot · ↗Informationsangebot · ↗Internet-Angebot · ↗Internetangebot · ↗Jobangebot · ↗Kaufangebot · ↗Koalitionsangebot · ↗Kombiangebot · ↗Kompromissangebot · ↗Konkurrenzangebot · ↗Kreditangebot · ↗Kulturangebot · ↗Kursangebot · ↗Lehrangebot · ↗Lehrstellenangebot · ↗Leistungsangebot · ↗Lernangebot · ↗Lockangebot · ↗Marktangebot · ↗Medienangebot · ↗Messeangebot · ↗Nahrungsangebot · ↗Nebenangebot · ↗Online-Angebot · ↗Onlineangebot · ↗Pauschalangebot · ↗Pflichtangebot · ↗Platzangebot · ↗Pornoangebot · ↗Produktangebot · ↗Programmangebot · ↗Raumangebot · ↗Reiseangebot · ↗Serviceangebot · ↗Sinnangebot · ↗Sonderangebot · ↗Sportangebot · ↗Stellenangebot · ↗Studienangebot · ↗Therapieangebot · ↗Umtauschangebot · ↗Unterhaltungsangebot · ↗Unterstützungsangebot · ↗Verhandlungsangebot · ↗Verkaufsangebot · ↗Vertragsangebot · ↗Wahlpflichtangebot · ↗Warenangebot · ↗Weiterbildungsangebot · ↗Wohnungsangebot · ↗Zusatzangebot · ↗Übernahmeangebot
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Anerbieten, Vorschlag
Beispiele:
ein glänzendes, schändliches, freundschaftliches Angebot
ein Angebot annehmen, ablehnen
jmdm. ein Angebot machen, vorlegen
gehobenjmdm. ein Angebot unterbreiten
2.
Kaufmannssprache Offerte
Beispiel:
ein schriftliches Angebot zuschicken
3.
Kaufmannssprache angebotene Ware
Beispiele:
ein reichhaltiges, spärliches Angebot (an Obst, Gemüse, Fisch)
das Verhältnis von Angebot und Nachfrage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bieten · Bot(t) · botmäßig · Botmäßigkeit · unbotmäßig · Unbotmäßigkeit · anbieten · Angebot · aufbieten · Aufbietung · Aufgebot · darbieten · Darbietung · entbieten · erbieten · Ehrerbietung · ehrerbietig · erbötig · gebieten · Gebieter · Gebieterin · gebieterisch · Gebot · verbieten · Verbot
bieten Vb. ‘darreichen, anbieten, gewähren’. Ahd. biotan ‘bekanntmachen, entgegenstrecken, anbieten’ (8./9. Jh.), mhd. bieten ‘anbieten, darreichen, gebieten’ erweist sich durch Entsprechungen wie asächs. biodan ‘bieten’, mnd. bēden, mnl. nl. bieden, afries. biāda ‘bieten’, aengl. bēodan ‘gebieten, anbieten, ankündigen, zeigen’, engl. to bid (verschmolzen mit dem unter ↗bitten behandelten Verb, s. d.) ‘bieten, ankündigen, gebieten’, anord. bjōða ‘bieten’, schwed. bjuda ‘gebieten, anbieten, zeigen’ und got. anabiudan ‘entbieten, befehlen’, faúrbiudan ‘verbieten’ als gemeingerm. Verb (germ. *beudan); dieses stellt sich lautlich zu außergerm. Verwandten wie griech. pé͞uthesthai (πεύθεσθαι), pynthánesthai (πυνθάνεσθαι) ‘erfragen, erfahren, merken’, aind. bṓdhati ‘wacht, beachtet, versteht’ (wozu das Kausativum aind. bōdháyati ‘erweckt, macht aufmerksam’ und das Part. Perf. buddháḥ ‘erweckt, erleuchtet’, vgl. Buddha), aslaw. bъděti ‘wachen’, bl’usti ‘wahren, achtgeben’, russ. budít’ (будить) ‘wecken’, bljustí (блюсти) ‘behüten, bewahren’, lit. budė́ti ‘wachen’. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist ie. *bheudh- mit differenzierter Bedeutungsentfaltung: ‘wach, geistig rege sein, beobachten, erkennen’, auch (so in den germ. Sprachen) ‘zur Aufmerksamkeit veranlassen, kundtun, gebieten, darbieten’. Im Dt. gehen bestimmte Bedeutungen des einfachen Verbs in den älteren Sprachstufen (‘bekanntmachen’, ‘gebieten’) zunehmend auf Präfixbildungen über (s. unten). Zu bieten im Sinne von ‘befehlen’ das ablautende Verbalabstraktum Bot(t) n. (heute nur landschaftlich) ‘Gebot, Befehl, Angebot, Aufgebot, Versammlung’, ahd. bot ‘Meinung, Beschluß’ (um 1000), mhd. mnd. mnl. bot, afries. aengl. bod, anord. boð (germ. *-buda-). Dazu botmäßig Adj. ‘untertan, tributpflichtig’, spätmhd. botmæzec (14. Jh.), Botmäßigkeit f. ‘Herrschaft’ (16. Jh.). Dazu im 19. Jh. unbotmäßig Adj. ‘widersetzlich’, Unbotmäßigkeit f. anbieten Vb. ‘darreichen, zur Verfügung stellen, vorschlagen’, mhd. an(e)bieten ‘anbieten, vor Gericht laden’, mnd. anbēden ‘anbieten, entbieten’, vgl. nl. aanbieden ‘anbieten, darreichen’ (hingegen got. anabiudan ‘entbieten, befehlen’, asächs. anbiodan ‘entbieten, melden’). Dazu Angebot n. ‘Vorschlag, Bereitschaftserklärung’, auch ‘Gesamtheit der zum Verkauf stehenden Waren’; als Ableitung vom präfigierten Verb zunächst in der Form mnd. anbot, nhd. Anbot (15. bis 19. Jh., danach noch öst.), seit Ende des 18. Jhs., wohl durch Einwirkung von gebieten (s. unten) und ↗Gebot (s. d.), in der heutigen Lautgestalt; in der Sprache der Wirtschaft von der 1. Hälfte des 19. Jhs. an oft in dem terminologischen Wortpaar Angebot und Nachfrage. aufbieten Vb. ‘aufrufen, aufwenden’ und ‘öffentlich verkünden’ (jetzt eingeschränkt auf die Bekanntgabe einer beabsichtigten Eheschließung), mhd. ūfbieten ‘in die Höhe strecken, darreichen, bekanntmachen, aufrufen’, mnd. upbēden ‘bekanntmachen, zur Einlösung eines Pfandes auffordern’; die im älteren Nhd. vorherrschende Bedeutung ‘zum Heeresdienst aufrufen’ lebt heute in Übertragungen wie alle Kräfte, seinen ganzen Einfluß, Willen aufbieten. Substantivische Ableitungen sind Aufbietung f. ‘das Aufbieten’ (mnd. upbēdinge, nhd. seit 15. Jh.), anfangs zu verschiedenen Bedeutungen des Verbs, nach Ende 18. Jh. nur ‘Aufwendung’ (Aufbietung aller Kräfte, Mittel u. ä.), und Aufgebot n. ‘Bekanntmachung’ (namentlich einer beabsichtigten Eheschließung), früher vor allem ‘Aufforderung’ (zu Heeresdienst, Fron usw.) sowie ‘was aufgeboten wird’ (z. B. die Gesamtheit der Wehrpflichtigen); zunächst häufiger in der Form Aufbot (15. bis 18. Jh.), doch gewinnt das vereinzelt schon im 14./15. Jh. nachzuweisende (und mit einer im 15. bis 17. Jh. neben aufbieten bezeugten Variante aufgebieten korrespondierende) Aufgebot seit dem 17. Jh. den Vorrang. darbieten Vb. ‘anbieten, darreichen’ und übertragen ‘zeigen, vorführen’ (reflexiv ‘sich zeigen’), ahd. thara biotan (9. Jh.), mhd. dar bieten ‘dahin reichen’ sind wohl schon als Einheit von Adverb und Verb aufzufassen; fest verbunden mnd. dārbēden und im Frühnhd.; dazu Darbietung f. ‘das Darbieten’; seit Anfang 16. Jh. als Nomen actionis ‘das Anbieten’, so verbreitet im 17. Jh. und gelegentlich bis ins 20. Jh.; vom Beginn des 20. Jhs. an meist ‘künstlerisches Gestalten vor einem Publikum, Vorführen’ sowie ‘Vorführung, Vortrag’. entbieten Vb. ‘wissen lassen, mitteilen’, auch ‘zu sich beordern’, ahd. inbiotan ‘zur Kenntnis bringen, gebieten, darreichen’ (um 800), mhd. enbieten ‘durch jmdn. sagen oder gebieten lassen, darreichen’, mnd. en(t)bēden ‘sagen lassen, gebieten’, frühnhd. enbieten, embieten und entbieten, letzteres setzt sich im 17. Jh. durch; in älterer Zeit vorwiegend ‘eine Botschaft, einen Gruß übermitteln’, dann ‘durch Botschaft herrufen’ (17. Jh.); seit dem 19. Jh. nur noch selten. erbieten Vb. reflexiv ‘seine Bereitschaft erklären’, ahd. irbiotan ‘zur Kenntnis bringen, darreichen, erweisen’, reflexiv ‘sich zeigen, erweisen’ (8. Jh.), mhd. erbieten ‘darreichen, erweisen’, reflexiv ‘sich erweisen, darbieten’ (vgl. aengl. ābēodan ‘mitteilen, anbieten, gebieten’); vom Mhd. an bis ins 18. Jh. auch der substantivierte Infinitiv Erbieten n. ‘Angebot’; aus der häufig vorkommenden Fügung Ehre erbieten, ahd. ēra irbiotan, mhd. ēre (er)bieten entwickeln sich auf der Grundlage der postverbalen Ableitungen spätmhd. erbietunge, mnd. erbēdinge f. und frühnhd. erbietig, erbütig Adj. die Zusammensetzungen Ehrerbietung f. ‘Hochachtung’ (mnd. ērerbēdinge, frühnhd. 15. Jh.) und ehrerbietig Adj. ‘achtungsvoll’ (16. Jh.), denen zunächst Ehrbietung (15. Jh.; auch mnd. ērbēdinge) und ehrbietig (Anfang 16. Jh.) als Zusammenbildungen mit dem einfachen Verb bieten vorausgehen. Neben frühnhd. erbietig, erbütig steht ablautend erbötig Adj. ‘bereit, willig’, mnd. erbȫdich, erbōdich, frühnhd. seit dem 16. Jh. gebieten Vb. ‘befehlen, über etw. Befehls-, Verfügungsgewalt haben’, ahd. gibiotan ‘zur Kenntnis bringen, befehlen, herrschen’ (um 800), mhd. gebieten ‘ausstrecken, darreichen, entbieten, befehlen’; dem Westgerm. gemeinsame Präfixbildung (aengl. gebēodan ‘befehlen, bekanntmachen, anbieten’, asächs. gibiodan ‘gebieten, befehlen’, mnd. gebēden ‘gebieten, befehlen’, reflexiv ‘sich erbieten’, mnl. gebieden ‘bekanntmachen, befehlen, anbieten’), im Dt. anfangs mit perfektivem Sinn neben dem einfachen Verb, das ebenfalls ‘befehlen’ bedeutet, doch trennen sich die Verben hinsichtlich ihrer Bedeutungen seit dem Mhd. Als Ableitungen gehören hierzu ↗Gebiet, ↗Gebot (s. d.) sowie Gebieter m. ‘wer Befehlsgewalt hat’, ahd. gibiotāri (Hs. 13. Jh.), mhd. gebietære, gebieter, mnd. gebēder mit gleicher Bedeutung, dem sich Gebieterin f. ‘Herrin’ (mhd. gebietærinne, gebieterīn) und gebieterisch Adj. ‘herrisch, keinen Widerspruch duldend’ (Anfang 17. Jh.) anschließen. Gebot n. ‘Befehl, Anordnung, Vorschrift’, ahd. gibot ‘Befehl, Erlaß’ (um 800), mhd. gebot ‘Auftrag, Ladung zum Erscheinen, Verbot, Herrschaft’, asächs. gibod, mnd. gebot, gebode, mnl. ghebot, nl. gebod, aengl. (ge)bod. verbieten Vb. ‘untersagen, nicht erlauben’, ahd. firbiotan ‘zur Kenntnis bringen, gebieten, untersagen, verhindern’ (8. Jh.), mhd. verbieten ‘vorladen, verhindern, untersagen, mit Beschlag belegen’; vgl. dazu (teilweise mit einem nhd. vor, für entsprechenden Präfix) aengl. forbēodan, engl. to forbid, anord. fyrirbjōða ‘verbieten, verhindern’, got. faúrbiudan ‘verbieten’, mnd. vorbēden ‘gebieten, vorladen, anbieten, verbieten’; im Dt. drückt das präfigierte Verb anfangs (bis ins ältere Nhd.) sowohl das nachdrückliche Anordnen wie auch das Untersagen einer Handlung aus, jetzt gilt nur noch die letztere Verwendung. Abgeleitet ist Verbot n. ‘Anordnung, etw. zu unterlassen’, ahd. firbot ‘Verbot’ (9. Jh.?), mhd. verbot ‘Verbot, Beschlagnahme, Vorladung’, mnd. vorbot ‘Angebot, Verbot, Beschlagnahme’ (vgl. aengl. forbod ‘Verbot, Widerrufung’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Angebot · Bieten · ↗Gebot · ↗Offerte · ↗Vorschlag  ●  ↗Anbot  österr. · ↗Anerbieten  geh. · ↗Präsentation  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Aktionspreis · Angebot · ↗Sonderpreis
Synonymgruppe
Dienst  ●  Angebot (Informatik)  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Nachfrage abgeben ablehnen annehmen attraktiv ausschlagen breit eingehen entsprechend erweitern günstig interessant konkret kulturell lukrativ neu nutzen prüfen richten solch speziell touristisch umfangreich umfassen unterbreiten verbessert verlockend vielfältig vorlegen vorliegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Angebot‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn obwohl immer mehr Länder gezielt homosexuelle Touristen ansprechen, richten sich die meisten Angebote an Männer.
Die Zeit, 09.09.2013, Nr. 37
Schließlich könnten die Deutschen mit ihrem Angebot nicht mehr Sicherheit bieten.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 330
Wenn die genannte Überzeichnungsquote stimmt, dann bleibt die Nachfrage größer als das Angebot.
o. A. [aha]: Überzeichnung. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1996]
Sie nahmen das Angebot an, sich mit mir zu beraten.
konkret, 1986
Die Regulierung des Angebots war nur noch in beschränktem Umfang möglich.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 478
Zitationshilfe
„Angebot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Angebot>, abgerufen am 21.11.2019.

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