Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Angel, die oder der

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Angel · Nominativ Plural: Angeln
Nebenform veraltet Angel · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Angels
Aussprache  [ˈaŋl̩]
Worttrennung An-gel
Wortbildung  mit ›Angel‹ als Erstglied: Angelblei · Angelfischerei · Angelgerät · Angelhaken · Angelkahn · Angelkarte · Angelköder · Angelleine · Angelot · Angelplatz · Angelrute · Angelschnur · Angelsport
 ·  mit ›Angel‹ als Grundform: angeln
Mehrwortausdrücke  jmdn., etw. an der Angel haben
eWDG

Bedeutung

Fischfanggerät, das aus einer Rute besteht, an deren Ende eine Schnur mit einem Haken befestigt ist
Beispiele:
die Angel auswerfen
der Fisch geht an die Angel
Sah nach dem Angel ruhevoll [ GoetheFischer]
bildlich
Beispiel:
Während sie … alle Angeln ihrer Reize nach Ihnen auswirft [ O. Ludwig2,579]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Angel · angeln · Angler · Angelpunkt
Angel f. Rute mit Schnur und Haken zum Fischfang, ahd. (9. Jh.), asächs. aengl. angul, mhd. mnd. nl. angel, mnl. anghel, engl. angle, anord. ǫngull gehören als l-Ableitungen zu einem (im Nhd. untergegangenen) Substantiv ahd. (8. Jh.), asächs. ango, mhd. ange, mnl. anghe, aengl. anga, anord. angi ‘Spitze, Stachel’. Diese stellen sich mit verwandten lat. uncus ‘gekrümmt, Haken’, griech. ónkos (ὄγκος) ‘Biegung, Krümmung, Widerhaken’, ankýlos (ἄγκύλος) ‘krumm, gekrümmt’, aind. aṅkáḥ ‘Biegung, Haken’ zur Wurzel ie. *ank-, *ang- ‘biegen, krümmen’, zu der auch Anger und Anker (s. d.) gehören. Angel bezeichnet zunächst den gekrümmten Fanghaken (aus Knochen oder Metall) zum Fischfang, später das gesamte Fanggerät, so daß das Kompositum Angelhaken (Mitte 16. Jh.) nötig wird. Bereits im Ahd. ist daneben die Verwendung als ‘Stachel, Spitze’ sowie ‘Holz- oder Metallstift, um den sich die Türflügel drehen, Türangel’ belegt. angeln Vb. ‘mit der Angel fischen’, mhd. angeln; vgl. ahd. angulōn ‘mit Haken, mit Stacheln versehen’ (um 800). Angler m. (15. Jh.). Angelpunkt m. ‘Drehpunkt’, um den sich die Tür (metaphorisch: alles) dreht, daher ‘Kernpunkt, Hauptsache’ (vereinzelt Anfang 18. Jh., häufiger im 19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Angel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Angel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Angel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor sechs Jahren nahm mich ein Mädchen mit zum Angeln. [Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 118]
Stille Plätze zum Angeln finden sich bei fünf Seen überall. [Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 57]
Mit Bill Gates hätte er nun einen zahlungskräftigen Bewerber an der Angel. [C't, 1999, Nr. 11]
Diese lineare Welt war längst aus den Angeln gehoben, bevor sie zerstört wurde. [Die Zeit, 20.08.1998, Nr. 35]
Er war dann imstande, mit Angeln sein ganzes Ensemble zu halten. [Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 4899]
Zitationshilfe
„Angel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Angel#1>.

Weitere Informationen …

Angel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Angel · Nominativ Plural: Angeln
Aussprache  [ˈaŋl̩]
Worttrennung An-gel
Wortbildung  mit ›Angel‹ als Erstglied: Angelpunkt  ·  mit ›Angel‹ als Binnenglied: sperrangelweit

Bedeutungsübersicht+

  1. Zapfen, um den sich die Tür, das Fenster dreht
    1. [übertragen] ...
    2. [bildlich] ⟨zwischen Tür und Angel⟩ in aller Eile
eWDG

Bedeutung

Zapfen, um den sich die Tür, das Fenster dreht
Beispiele:
die Tür dreht sich, hängt, knarrt, kreischt in den Angeln
die Tür aus den Angeln heben
rostige Angeln
übertragen
Beispiel:
die Welt aus den Angeln heben (= grundlegend ändern)
bildlich zwischen Tür und Angelin aller Eile
Beispiele:
jmdm. etw. zwischen Tür und Angel sagen
jmdn. zwischen Tür und Angel abfertigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Angel · angeln · Angler · Angelpunkt
Angel f. Rute mit Schnur und Haken zum Fischfang, ahd. (9. Jh.), asächs. aengl. angul, mhd. mnd. nl. angel, mnl. anghel, engl. angle, anord. ǫngull gehören als l-Ableitungen zu einem (im Nhd. untergegangenen) Substantiv ahd. (8. Jh.), asächs. ango, mhd. ange, mnl. anghe, aengl. anga, anord. angi ‘Spitze, Stachel’. Diese stellen sich mit verwandten lat. uncus ‘gekrümmt, Haken’, griech. ónkos (ὄγκος) ‘Biegung, Krümmung, Widerhaken’, ankýlos (ἄγκύλος) ‘krumm, gekrümmt’, aind. aṅkáḥ ‘Biegung, Haken’ zur Wurzel ie. *ank-, *ang- ‘biegen, krümmen’, zu der auch Anger und Anker (s. d.) gehören. Angel bezeichnet zunächst den gekrümmten Fanghaken (aus Knochen oder Metall) zum Fischfang, später das gesamte Fanggerät, so daß das Kompositum Angelhaken (Mitte 16. Jh.) nötig wird. Bereits im Ahd. ist daneben die Verwendung als ‘Stachel, Spitze’ sowie ‘Holz- oder Metallstift, um den sich die Türflügel drehen, Türangel’ belegt. angeln Vb. ‘mit der Angel fischen’, mhd. angeln; vgl. ahd. angulōn ‘mit Haken, mit Stacheln versehen’ (um 800). Angler m. (15. Jh.). Angelpunkt m. ‘Drehpunkt’, um den sich die Tür (metaphorisch: alles) dreht, daher ‘Kernpunkt, Hauptsache’ (vereinzelt Anfang 18. Jh., häufiger im 19. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›Angel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit Bill Gates hätte er nun einen zahlungskräftigen Bewerber an der Angel. [C't, 1999, Nr. 11]
Diese lineare Welt war längst aus den Angeln gehoben, bevor sie zerstört wurde. [Die Zeit, 20.08.1998, Nr. 35]
Aber egal was das Regime unternimmt, es wird ihm nicht gelingen, uns aus den Angeln zu heben. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1986]]
Mit so einem Mix kann man alles aus den Angeln heben. [Die Zeit, 12.07.2013, Nr. 29]
Insofern hat es mich seelisch nicht aus den Angeln gehoben. [Die Zeit, 31.10.2011, Nr. 44]
Zitationshilfe
„Angel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Angel#2>.

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