Angelsachse, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Angelsachsen · Nominativ Plural: Angelsachsen
Worttrennung An-gel-sach-se
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
historisch Angehöriger der im 5. und 6. Jahrhundert nach England ausgewanderten westgermanischen Stämme der Angeln, Sachsen, Jüten usw.
Kollokationen:
in Koordination: Angelsachsen und Franken
Beispiele:
Die wahren Geburtshelfer der britischen Schaumweintradition waren aber die Römer, die die Reben schon vor rund 2.000 Jahren auf die Insel brachten. Als die Normannen ein Jahrtausend später die Angelsachsen unterwarfen, war der Weinbau bereits relativ weit entwickelt – geriet dann aber in eine Krise. [Welt am Sonntag, 31.12.2017]
Der Dreiakter [eine Belcanto-Oper] basiert auf Walter Scotts »Ivanhoe«. Es gibt Tempelritter, Angelsachsen, Normannen und eine unglücklich verliebte Jüdin[…]. [Die Welt, 29.08.2016]
So lässt sich ein Angelsachse auch nach 1.500 Jahren im Boden noch als Angelsachse identifizieren – denn seine Zähne tragen die Strontium‑ und Sauerstoffisotopensignatur seiner Heimat. [Der Spiegel, 17.03.2014 (online)]
Das Bild vom rohen, kriegerischen, unberechenbaren und schlicht barbarischen »Teutonen« geht direkt auf die ideologische Umerziehung der noch altgermanisch empfindenden Angelsachsen durch ihre normannischen Eroberer zurück. [Die Zeit, 21.10.1999]
Angelsachsen, gemeinschaftlicher Name der deutschen Volksstämme (Sachsen, Angeln und Jüten), die von der untern Elbe und Weser, der Sage nach zuerst 449 n. Chr.[…] nach Britannien übersetzten, sich allmählich das Land und seine Bewohner kelt. Stammes unterwarfen und […] 7 sich gegenseitig befehdende Königreiche gründeten, die sog. angelsächs. Heptarchie: Kent, Sussex, Wessex, Northumbrien, Essex, Mercia, Ostangeln. [Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 2735]
2.
Person englischer Abstammung und Muttersprache
besonders Engländer oder aus England stammender Amerikaner
Beispiele:
Die Angelsachsen – Großbritannien und die USA – glauben traditionell an individuelle Verantwortlichkeiten und Rechte. [Süddeutsche Zeitung, 03.06.2017]
Wir erleben zwar an den Hochschulen inzwischen wieder ein verstärktes Interesse an der deutschen Sprache. Aber auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Publikation sind die Angelsachsen so stark, dass europäische Institutionen nichts dagegensetzen können. [Die Welt, 12.02.2018]
Angelsachsen werfen gerne ein »Yeah« oder »Right« in den Redefluss des anderen ein, um Aufmerksamkeit und Affirmation zu signalisieren. [Süddeutsche Zeitung, 05.08.2017]
Im Oxford English Dictionary, dem weltweiten Duden der Angelsachsen, sind 3.500 Wörter aufgeführt, die sich aus dem Deutschen eingeschlichen haben, und wer in Amerika Zeitung liest, stößt dort regelmäßig auf »Autobahn«, »Kindergarten«, »Wunderkind«, »Mensch« oder »Weltschmerz« – aber vor allem auf »Angst«. [Die Welt, 23.11.2015]
Als vor etwas mehr als zweihundert Jahren die Vereinigten Staaten gegründet wurden, war das vor allem das Werk von Angelsachsen – Einwanderern von den Britischen Inseln. [Frankfurter Rundschau, 16.10.1999]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Angelsachse‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Angelsachse‹.

Zitationshilfe
„Angelsachse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Angelsachse>, abgerufen am 06.05.2021.

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