Angreifer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Angreifers · Nominativ Plural: Angreifer
Aussprache 
Worttrennung An-grei-fer
Wortzerlegung angreifen -er
Wortbildung  mit ›Angreifer‹ als Erstglied: Angreiferin · angreiferisch  ·  mit ›Angreifer‹ als Letztglied: Außenangreifer
eWDG

Bedeutung

der Angreifende, Aggressor
Beispiele:
den Angreifer (wiederholt) zurückschlagen
er wandte sich gegen den Angreifer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

greifen · greifbar · Greifer · angreifen · Angriff · Angreifer · ergreifen · übergreifen · Übergriff · vergreifen
greifen Vb. ‘nehmen, fassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. grīfan (um 800), mhd. grīfen, asächs. grīpan, mnd. mnl. grīpen, nl. grijpen, afries. grīpa, aengl. grīpan, engl. to gripe, anord. grīpa, schwed. gripa, got. greipan (germ. *greipan) hat neben sich ein schwaches Iterativum ahd. greifōn (um 800), mhd. greifen, aengl. grāpian ‘tasten, mit der Hand berühren’. Im Dt. vermischen sich semantisch schon früh (bereits ahd.) das starke und das schwache Verb; im Nhd. fallen sie auch formal zusammen. Die germ. Bezeugungen sind nur vergleichbar mit den balt. Formen lit. griẽbti ‘anfassen, ergreifen’, lett. greibt ‘greifen, fassen’, griba ‘Wunsch, Wille’, gribēt ‘wollen’. Weitere Beziehungen sind unklar. greifbar Adj. ‘zum Greifen nahe, verfügbar’ (18. Jh.). Greifer m. ‘wer ergreift, faßt, fängt’ (17. Jh.), in der Technik ‘zum Greifen geeignete Vorrichtung an Maschinen, Kränen, Baggern’ (19. Jh.); voraus geht ein zum schwachen Verb gehörendes ahd. greifāri (um 1100), frühnhd. greifer ‘Schmeichler, Liebkosender’. angreifen Vb. ahd. anagrīfan (9. Jh.), mhd. an(e)grīfen ‘berühren, anfassen’, seit 16. Jh. auch ‘anfallen, feindlich entgegentreten’; Angriff m. ‘Offensive, Überfall’, ahd. anagrif ‘das Anfassen, Angreifen’ (11. Jh.), mhd. an(e)grif, auch ‘Handhabe’; vgl. langobard. anagrip ‘Antastung’ (7. Jh.); die heutige Bedeutung entwickelt sich über ‘feindliche Berührung, Tätlichkeit’ im 14./15. Jh.; Angreifer m. (15. Jh.). ergreifen Vb. ‘fassen, packen, im Innersten anrühren’, mhd. ergrīfen; vgl. ergreifend ‘rührend’, ergriffen ‘gerührt’, Ergriffenheit f. (19. Jh.). übergreifen Vb. ahd. ubargrīfan ‘überschreiten, übersteigen’ (10./11. Jh.), mhd. übergrīfen ‘über etw. hingreifen, es bedecken, beschädigen’; Übergriff m. ‘ungesetzliche Gewalttätigkeit’, ahd. ubargrif (11. Jh.), spätmhd. übergrif. vergreifen Vb. reflexiv ‘falsch, daneben greifen, einen Mißgriff tun, gegen jmdn. tätlich werden’, mhd. vergrīfen; vgl. vergriffen Part.adj. ‘ausverkauft, nicht mehr lieferbar’ (18. Jh.). S. auch Griff, Grippe.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aggressor · Angreifer · Attackierender · Eindringling
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Angreifer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Angreifer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Angreifer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann sind sie sogar Angreifern, die ihnen sonst kaum etwas anhaben können, von vornherein unterlegen. [Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 179]
Aber da riß das Hurra der Angreifer die Überlebenden aus dem Graben hoch. [Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 916]
Hektisch rede ich auf den Angreifer ein, vielleicht nutzt es etwas. [Der Spiegel, 17.11.1986]
Die erfolgreiche Abwehr eines eventuellen Angreifers setze eine gründliche Ausbildung voraus. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1970]]
Dieser brauchte aber nicht unbedingt mit dem Angreifer identisch zu sein. [o. A.: Einhundertdreiundsiebzigster Tag. Montag, 8. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 12767]
Zitationshilfe
„Angreifer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Angreifer>.

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