Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

Angriff, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Angriff(e)s · Nominativ Plural: Angriffe
Aussprache
WorttrennungAn-griff (computergeneriert)
Grundformangreifen
Wortbildung mit ›Angriff‹ als Erstglied: ↗Angriffsbewegung · ↗Angriffsbündnis · ↗Angriffsdivision · ↗Angriffsfläche · ↗Angriffsfußball · ↗Angriffsgeist · ↗Angriffskrieg · ↗Angriffslust · ↗Angriffsplan · ↗Angriffspunkt · ↗Angriffsspiel · ↗Angriffsspieler · ↗Angriffsstrategie · ↗Angriffstechnik · ↗Angriffsvektor · ↗Angriffswaffe · ↗Angriffswelle · ↗angriffig · ↗angriffslustig · ↗angriffslüstern · ↗angriffsweise
 ·  mit ›Angriff‹ als Letztglied: ↗Atomangriff · ↗Außenangriff · ↗Bajonettangriff · ↗Bombenangriff · ↗Cyberangriff · ↗Direktangriff · ↗Drohnenangriff · ↗Fliegerangriff · ↗Gegenangriff · ↗Generalangriff · ↗Großangriff · ↗Hackerangriff · ↗Konterangriff · ↗Lauschangriff · ↗Luftangriff · ↗NATO-Angriff · ↗Nachtangriff · ↗Nahangriff · ↗Nato-Angriff · ↗Panzerangriff · ↗Raketenangriff · ↗Scheinangriff · ↗Sturmangriff · ↗Störangriff · ↗Terrorangriff · ↗Tiefangriff · ↗Tieffliegerangriff · ↗Vergeltungsangriff · ↗Überraschungsangriff
 ·  mit ›Angriff‹ als Binnenglied: ↗Inangriffnahme · ↗Nichtangriffspakt · ↗Nichtangriffsvertrag
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
feindlicher Vorstoß, Überfall
Beispiele:
ein plötzlicher, heftiger, schwerer, wütender Angriff
ein bewaffneter, militärischer Angriff
ein Angriff auf, gegen jmdn., etw.
der Angriff scheiterte, prallte ab
einen Angriff vorbereiten, eröffnen, weit vortragen, unternehmen, abschlagen, abweisen, abwehren, aushalten
zum Angriff ansetzen, antreten, übergehen, vorgehen
historisch zum Angriff blasen
das Zeichen zum Angriff geben
Angriffe auf militärische Ziele fliegen
etw., sich vor Angriffen schützen
etw., sich gegen Angriffe verteidigen
gegen einen Angriff gerüstet sein
Sport das Herangehen an den Gegner
2.
übertragen Anfeindung, Feindseligkeit
Beispiele:
persönliche, politische, versteckte, offene Angriffe (aus den eigenen Reihen, von außen)
leidenschaftliche, massive, zügellose Angriffe auf, gegen jmdn., etw. richten
etw. zu Angriffen gegen jmdn. benutzen
sich Angriffen aussetzen, ausgesetzt sehen
die rüden Angriffe auf mein Gefühl [Th. Mann12, 252]
3.
etw. in Angriff nehmenetw. beginnen, anpacken
Beispiele:
eine Arbeit, Aufgabe, ein Werk in Angriff nehmen
ein Projekt ist, wird in Angriff genommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

greifen · greifbar · Greifer · angreifen · Angriff · Angreifer · ergreifen · übergreifen · Übergriff · vergreifen
greifen Vb. ‘nehmen, fassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. grīfan (um 800), mhd. grīfen, asächs. grīpan, mnd. mnl. grīpen, nl. grijpen, afries. grīpa, aengl. grīpan, engl. to gripe, anord. grīpa, schwed. gripa, got. greipan (germ. *greipan) hat neben sich ein schwaches Iterativum ahd. greifōn (um 800), mhd. greifen, aengl. grāpian ‘tasten, mit der Hand berühren’. Im Dt. vermischen sich semantisch schon früh (bereits ahd.) das starke und das schwache Verb; im Nhd. fallen sie auch formal zusammen. Die germ. Bezeugungen sind nur vergleichbar mit den balt. Formen lit. griẽbti ‘anfassen, ergreifen’, lett. greibt ‘greifen, fassen’, griba ‘Wunsch, Wille’, gribēt ‘wollen’. Weitere Beziehungen sind unklar. greifbar Adj. ‘zum Greifen nahe, verfügbar’ (18. Jh.). Greifer m. ‘wer ergreift, faßt, fängt’ (17. Jh.), in der Technik ‘zum Greifen geeignete Vorrichtung an Maschinen, Kränen, Baggern’ (19. Jh.); voraus geht ein zum schwachen Verb gehörendes ahd. greifāri (um 1100), frühnhd. greifer ‘Schmeichler, Liebkosender’. angreifen Vb. ahd. anagrīfan (9. Jh.), mhd. an(e)grīfen ‘berühren, anfassen’, seit 16. Jh. auch ‘anfallen, feindlich entgegentreten’; Angriff m. ‘Offensive, Überfall’, ahd. anagrif ‘das Anfassen, Angreifen’ (11. Jh.), mhd. an(e)grif, auch ‘Handhabe’; vgl. langobard. anagrip ‘Antastung’ (7. Jh.); die heutige Bedeutung entwickelt sich über ‘feindliche Berührung, Tätlichkeit’ im 14./15. Jh.; Angreifer m. (15. Jh.). ergreifen Vb. ‘fassen, packen, im Innersten anrühren’, mhd. ergrīfen; vgl. ergreifend ‘rührend’, ergriffen ‘gerührt’, Ergriffenheit f. (19. Jh.). übergreifen Vb. ahd. ubargrīfan ‘überschreiten, übersteigen’ (10./11. Jh.), mhd. übergrīfen ‘über etw. hingreifen, es bedecken, beschädigen’; Übergriff m. ‘ungesetzliche Gewalttätigkeit’, ahd. ubargrif (11. Jh.), spätmhd. übergrif. vergreifen Vb. reflexiv ‘falsch, daneben greifen, einen Mißgriff tun, gegen jmdn. tätlich werden’, mhd. vergrīfen; vgl. vergriffen Part.adj. ‘ausverkauft, nicht mehr lieferbar’ (18. Jh.). S. auch ↗Griff, ↗Grippe.

Thesaurus

Synonymgruppe
Angriff · ↗Attacke · ↗Einfall · ↗Offensive · ↗Sturm · ↗Vorstoß · ↗Überfall · ↗Übergriff
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Angriff (auf) · ↗Anschlag (auf) · ↗Einfall (in) · ↗Überfall (auf)
Assoziationen
Synonymgruppe
Aggression · Angriff · ↗Überfall
Assoziationen
Synonymgruppe
Zugriff!  ●  Angriff!  ugs. · Attacke!  ugs. · Auf sie mit Gebrüll!  ugs., Spruch · Schnappt sie euch!  ugs.
Assoziationen
  • einsatzbereit · ↗gefechtsbereit  ●  klar zum Gefecht  auch figurativ
  • an die Arbeit! · auf zu · los! · und dann gib ihm! · und dann los  ●  Auf zu neuen Taten!  Spruch · Leinen los  fig. · an die Gewehre!  fig. · (auf,) auf zum fröhlichen Jagen  ugs., Zitat · (es) kann losgehen  ugs. · (jetzt aber) ran an die Buletten!  ugs. · (na dann) rauf auf die Mutter  derb, salopp · (na) denn man tau  ugs., plattdeutsch · (na) denn man to  ugs., plattdeutsch · (und) ab geht's  ugs. · ab dafür!  ugs. · also los!  ugs. · auf auf!  ugs. · auf geht's!  ugs., Hauptform · auf gehts  ugs. · aufi!  ugs., süddt. · dann (mal) los!  ugs. · dann lass uns!  ugs. · dann wollen wir mal  ugs. · frisch ans Werk!  ugs. · ↗frischauf  geh., veraltend · gemma!  ugs., bair. · ↗los  ugs. · ran an den Speck!  ugs. · und ab die Post  ugs. · und ab!  ugs. · wir können!  ugs. · ↗wohlan  geh., veraltend
  • (nun mal) nicht so schüchtern!  ugs. · Augen zu und durch!  ugs., Spruch · jetzt aber ran!  ugs. · nun mal ran!  ugs.
  • also dann ...! · dann mal los! · dann wollen wir mal! · na dann ...!

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehr Falle Truppe Verteidigung Ziel abwehren abweisen bewaffnet blasen feindlich fliegen fortsetzen gezielt heftig israelisch massiv militärisch möglich nehmen persönlich richten scharf schützen terroristisch tätlich tödlich töten verteidigen verurteilen zurückschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Angriff‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir lehnen energisch die Angriffe auf China ab, die in diesen Ausführungen enthalten sind.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1982]
Dies ist ein strategischer Plan, ein Plan für einen militärischen Überfall, ein Plan für den Beginn des Angriffs.
o. A.: Siebenundfünfzigster Tag. Dienstag, 12. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 7576
Ich halte es für allein möglich, den Kampf durch einen Angriff zu beenden.
o. A.: Siebenundzwanzigster Tag. Freitag, 4. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 4313
Eben hätten sie erst einen Angriff auf die eigene Stellung abgeschlagen.
Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 233
Ich halte diese Angriffe gegen den Mann nicht für sauber.
Tucholsky, Kurt: Röhm. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1932]
Zitationshilfe
„Angriff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Angriff>, abgerufen am 20.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
angrienen
Angrenzer
angrenzen
angreiferisch
Angreifer
angriffig
Angriffsbasis
Angriffsbefehl
Angriffsbewegung
Angriffsbündnis