Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Angriff, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Angriff(e)s · Nominativ Plural: Angriffe
Aussprache 
Worttrennung An-griff
Grundformangreifen
Wortbildung  mit ›Angriff‹ als Erstglied: Angriffsbasis · Angriffsbefehl · Angriffsbewegung · Angriffsbündnis · Angriffsdivision · Angriffsdrittel · Angriffsfläche · Angriffsformation · Angriffsfußball · Angriffsgefahr · Angriffsgefecht · Angriffsgeist · Angriffskraft · Angriffskrieg · Angriffslinie · Angriffslust · Angriffsplan · Angriffspunkt · Angriffsreihe · Angriffsspiel · Angriffsspieler · Angriffsstrategie · Angriffstechnik · Angriffsvektor · Angriffswaffe · Angriffswelle · Angriffsziel · angriffig · angriffslüstern · angriffsweise
 ·  mit ›Angriff‹ als Letztglied: Artillerieangriff · Atomangriff · Atomwaffenangriff · Außenangriff · Bajonettangriff · Bombenangriff · Chemiewaffenangriff · Cyber-Angriff · Cyberangriff · DDoS-Angriff · Direktangriff · Drohnenangriff · Entlastungsangriff · Flankenangriff · Fliegerangriff · Flugzeugangriff · Frontalangriff · Gasangriff · Gegenangriff · Generalangriff · Großangriff · Hackerangriff · Innenangriff · Klingenangriff · Konterangriff · Lauschangriff · Luftangriff · Löschangriff · Mörserangriff · NATO-Angriff · Nachtangriff · Nahangriff · Nato-Angriff · Panzerangriff · Positionsangriff · Raketenangriff · Reiterangriff · Scheinangriff · Spionageangriff · Sturmangriff · Störangriff · Terrorangriff · Tiefangriff · Tieffliegerangriff · Vergeltungsangriff · Zangenangriff · Überraschungsangriff
 ·  mit ›Angriff‹ als Binnenglied: Inangriffnahme · Nichtangriffspakt · Nichtangriffsvertrag
Mehrwortausdrücke  etw. in Angriff nehmen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. feindlicher Vorstoß, Überfall
    1. ● [Sport] das Herangehen an den Gegner
  2. 2. [übertragen] Anfeindung, Feindseligkeit
  3. 3. ⟨etw. in Angriff nehmen⟩ etw. beginnen, anpacken
eWDG

Bedeutungen

1.
feindlicher Vorstoß, Überfall
Beispiele:
ein plötzlicher, heftiger, schwerer, wütender Angriff
ein bewaffneter, militärischer Angriff
ein Angriff auf, gegen jmdn., etw.
der Angriff scheiterte, prallte ab
einen Angriff vorbereiten, eröffnen, weit vortragen, unternehmen, abschlagen, abweisen, abwehren, aushalten
zum Angriff ansetzen, antreten, übergehen, vorgehen
historischzum Angriff blasen
das Zeichen zum Angriff geben
Angriffe auf militärische Ziele fliegen
etw., sich vor Angriffen schützen
etw., sich gegen Angriffe verteidigen
gegen einen Angriff gerüstet sein
Sport das Herangehen an den Gegner
2.
übertragen Anfeindung, Feindseligkeit
Beispiele:
persönliche, politische, versteckte, offene Angriffe (aus den eigenen Reihen, von außen)
leidenschaftliche, massive, zügellose Angriffe auf, gegen jmdn., etw. richten
etw. zu Angriffen gegen jmdn. benutzen
sich Angriffen aussetzen, ausgesetzt sehen
die rüden Angriffe auf mein Gefühl [ Th. Mann12, 252]
3.
etw. in Angriff nehmenetw. beginnen, anpacken
Beispiele:
eine Arbeit, Aufgabe, ein Werk in Angriff nehmen
ein Projekt ist, wird in Angriff genommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

greifen · greifbar · Greifer · angreifen · Angriff · Angreifer · ergreifen · übergreifen · Übergriff · vergreifen
greifen Vb. ‘nehmen, fassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. grīfan (um 800), mhd. grīfen, asächs. grīpan, mnd. mnl. grīpen, nl. grijpen, afries. grīpa, aengl. grīpan, engl. to gripe, anord. grīpa, schwed. gripa, got. greipan (germ. *greipan) hat neben sich ein schwaches Iterativum ahd. greifōn (um 800), mhd. greifen, aengl. grāpian ‘tasten, mit der Hand berühren’. Im Dt. vermischen sich semantisch schon früh (bereits ahd.) das starke und das schwache Verb; im Nhd. fallen sie auch formal zusammen. Die germ. Bezeugungen sind nur vergleichbar mit den balt. Formen lit. griẽbti ‘anfassen, ergreifen’, lett. greibt ‘greifen, fassen’, griba ‘Wunsch, Wille’, gribēt ‘wollen’. Weitere Beziehungen sind unklar. – greifbar Adj. ‘zum Greifen nahe, verfügbar’ (18. Jh.). Greifer m. ‘wer ergreift, faßt, fängt’ (17. Jh.), in der Technik ‘zum Greifen geeignete Vorrichtung an Maschinen, Kränen, Baggern’ (19. Jh.); voraus geht ein zum schwachen Verb gehörendes ahd. greifāri (um 1100), frühnhd. greifer ‘Schmeichler, Liebkosender’. angreifen Vb. ahd. anagrīfan (9. Jh.), mhd. an(e)grīfen ‘berühren, anfassen’, seit 16. Jh. auch ‘anfallen, feindlich entgegentreten’; Angriff m. ‘Offensive, Überfall’, ahd. anagrif ‘das Anfassen, Angreifen’ (11. Jh.), mhd. an(e)grif, auch ‘Handhabe’; vgl. langobard. anagrip ‘Antastung’ (7. Jh.); die heutige Bedeutung entwickelt sich über ‘feindliche Berührung, Tätlichkeit’ im 14./15. Jh.; Angreifer m. (15. Jh.). ergreifen Vb. ‘fassen, packen, im Innersten anrühren’, mhd. ergrīfen; vgl. ergreifend ‘rührend’, ergriffen ‘gerührt’, Ergriffenheit f. (19. Jh.). übergreifen Vb. ahd. ubargrīfan ‘überschreiten, übersteigen’ (10./11. Jh.), mhd. übergrīfen ‘über etw. hingreifen, es bedecken, beschädigen’; Übergriff m. ‘ungesetzliche Gewalttätigkeit’, ahd. ubargrif (11. Jh.), spätmhd. übergrif. vergreifen Vb. reflexiv ‘falsch, daneben greifen, einen Mißgriff tun, gegen jmdn. tätlich werden’, mhd. vergrīfen; vgl. vergriffen Part.adj. ‘ausverkauft, nicht mehr lieferbar’ (18. Jh.). S. auch Griff, Grippe.

Thesaurus

Synonymgruppe
Angriff · Attacke · Einfall · Offensive · Sturm · Vorstoß · Überfall · Übergriff
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Zugriff!  ●  Angriff!  ugs. · Attacke!  ugs. · Auf sie mit Gebrüll!  ugs., Spruch · Imme feste druff!  ugs. · Schnappt sie euch!  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Angriff‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Angriff‹.

Verwendungsbeispiele für ›Angriff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eben hätten sie erst einen Angriff auf die eigene Stellung abgeschlagen. [Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 233]
Dann wartete ich auf einen Angriff, wenigstens auf das Überfliegen durch feindliche Bomber. [Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 146]
Die Flucht ist älter als der Angriff, sagt die anthropologische Forschung. [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 402]
Sie findet sich innerhalb seines großen Angriffs auf die Dichtung. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 437]
Am nächsten Tag geriet ich mitten in der Stadt in einen noch viel schlimmeren Angriff. [Der Spiegel, 27.03.2000]
Zitationshilfe
„Angriff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Angriff>.

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