Anhänger, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Anhängers · Nominativ Plural: Anhänger
Aussprache
WorttrennungAn-hän-ger
Wortbildung mit ›Anhänger‹ als Erstglied: ↗Anhängerin · ↗Anhängerschaft  ·  mit ›Anhänger‹ als Letztglied: ↗Bernsteinanhänger · ↗Bootsanhänger · ↗Campinganhänger · ↗Fahrradanhänger · ↗Fußballanhänger · ↗Gepäckanhänger · ↗Kofferanhänger · ↗Lastanhänger · ↗Parteianhänger · ↗Pferdeanhänger · ↗Regimeanhänger · ↗Sattelanhänger · ↗Schlüsselanhänger · ↗Wohnanhänger · ↗Wohnwagenanhänger
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Wagen, der an einen anderen angehängt wird
Beispiele:
der Anhänger der Straßenbahn
ein Lastwagen mit Anhänger
2.
Schmuckstück, das an der Kette, am Band getragen wird
Beispiel:
ein goldener Anhänger
3.
Kärtchen mit Namen und Adresse des Eigentümers, das an Gepäckstücke angehängt wird
Beispiel:
den Anhänger am Koffer befestigen
4.
landschaftlich Bändchen, Schlaufe zum Anhängen eines Kleidungsstückes
Beispiel:
einen Anhänger annähen
5.
übertragen Gleichgesinnter, Parteigänger
Beispiele:
ein treuer, begeisterter, leidenschaftlicher, glühender Anhänger seiner Partei
Hagenström hatte Anhänger und Bewunderer [Th. MannBuddenbrooks1,419]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hängen · Hang · hangeln · Hangendes · Gehänge · Abhang · abhängig · Anhang · Anhänger · anhängig · anhänglich · Anhänglichkeit · Anhängsel · Aushang · Aushängeschild · Überhang · Umhang · Vorhang
hängen Vb. ‘am oberen Ende schwebend befestigen’ (transitiv) bzw. ‘oben befestigt sein’ (intransitiv). Das starke, ehemals reduplizierende Verb ahd. hāhan (transitiv) ‘(auf)hängen, kreuzigen’ (um 800; vgl. zuohāhan ‘aufhängen’, 8. Jh.), mhd. hāhen (transitiv und intransitiv) ‘hängen’, (md.) hangen (14. Jh.), asächs. hāhan (transitiv), mnd. hangen (transitiv und intransitiv), mnl. hanghen, nl. hangen (transitiv und intransitiv), aengl. hōn (transitiv und intransitiv), anord. hanga (transitiv und intransitiv), got. hāhan (transitiv) setzt germ. *hanhan voraus, das in den Einzelsprachen teilweise Nasalschwund mit Ersatzdehnung aufweist; im Dt. und Nl. später auftretendes ng wird aus den Präteritalformen übernommen. Außergerm. vergleichbar sind hethit. gank- ‘hängen, wiegen’ und wohl auch aind. śáṅkatē ‘zweifelt, befürchtet, ist mißtrauisch, sorgt sich’, lat. cūnctārī ‘zögern, zaudern’, so daß von einer Wurzel ie. *k̑enk-, *k̑onk- ‘schwanken, hängen, geistig in der Schwebe sein’ ausgegangen werden kann. Neben dem starken Verb steht ein intransitives schwaches ēn-Verb ahd. hangēn ‘hängen, abhängig sein’ (8. Jh.), anord. hanga, got. hāhan (Prät. hāhaida), ein intransitives schwaches ōn-Verb asächs. hangon, aengl. hangian und ein transitives schwaches jan-Verb ahd. hengen ‘erlauben, gehorchen, denken’ (9. Jh.; vgl. gihengen ‘zustimmen, erlauben, zulassen’, 8. Jh.), mhd. (md.) hengen ‘(die Zügel) hängen lassen, nachjagen, geschehen lassen, gestatten’, auch md. obd. ‘aufhängen’ (obd. nhd.henken, s. d.), mnl. henghen ‘zugestehen’, nl. gehengen ‘erlauben’, anord. hengja ‘hängen’. Im Mhd. mischen sich starke und schwache Präteritalformen, indem transitives hienc (zu hāhen) auch die intransitive Bedeutung von hangete (zu hangēn) übernimmt; vgl. mhd. (transitiv) sie hienc daʒ houbit neben (intransitiv) nū hienc ein tavele vor dem tor. Ferner wird (vom 12. Jh. an) intransitives hangen (aus ahd. hangēn) auch transitiv wie hengen verwendet. Von hāhen bleiben im Nhd. lediglich die Präteritalformen erhalten. Die aus alledem resultierende Gebrauchsunsicherheit wird erst im 19. Jh. dahingehend geregelt, daß der intransitive Gebrauch einem starken (hängen, hing, gehangen), der transitive einem schwachen Verb (hängen, hängte, gehängt) zugewiesen wird. Vgl. Rissleben D. Gesch. d. Verbgruppe „hāhan – hangēn – hengen – henken“, Phil. Diss. Greifswald (1931). Hang m. ‘Neigung, Geneigtsein, hängende Stellung (des Turners), abschüssige Stelle’ (15. Jh.). hangeln Vb. ‘sich hängend fortbewegen’ (Anfang 19. Jh.). Hangendes n. ‘Gesteinsschichten über der Lagerstätte’, mhd. hangendeʒ (bergmannssprachlich). Gehänge n. ‘das Herabhängende, Bergabhang’, mhd. gehenge ‘Vorrichtung zum Anhängen, Türangel’. Abhang m. ‘Berghang, das Herabhängende’, mhd. (westmd.) abehang (14. Jh.); abhängig Adj. ‘schräg abfallend’ (15. Jh.), ‘nicht selbständig, angewiesen auf’ (Anfang 18. Jh.). Anhang m. ‘Angehängtes, Beigefügtes, Begleitung’, mhd. anehanc; Anhänger m. ‘wer einer Person oder Sache anhängt, was angehängt wird’ (15. Jh.); anhängig Adj. ‘zugehörig, schwebend’; rechtssprachlich insbesondere einen Prozeß anhängig machen ‘ein Gerichtsverfahren einleiten’ (15. Jh.); anhänglich Adj. ‘zugetan, verbunden’, geläufig seit dem 18. Jh., frühnhd. im Sinne von ‘anhängend, hingezogen’ (15./16. Jh.); Anhänglichkeit f. ‘Verbundenheit, Treue’ (14. Jh.); Anhängsel n. ‘anhängender (Schmuck)gegenstand, nebensächlicher Anhang, Begleiter’ (17. Jh.). Aushang m. ‘öffentliche Bekanntmachung’ (17. Jh.); vereinzelt auch für Aushängebogen ‘zur letzten Kontrolle bestimmter Abzug eines fertigen Druckbogens’ (18. Jh.). Aushängeschild n. ‘Reklameschild, Werbemittel’, ursprünglich ein Schild, das auf einen bestimmten Beruf, auf ein Gewerbe hinweist (18. Jh.). Überhang m. ‘Umhang, was überhängt’, mhd. überhanc. Umhang m. ‘umgehängtes Kleidungsstück’, ahd. umbihang (um 900), mhd. umbehanc ‘Vorhang, aufgehängter Teppich’. Vorhang m. ‘was vor etw. gehängt wird’, mhd. vor-, vürhanc (dazu s. ↗Gardine).

Thesaurus

Synonymgruppe
Amulett · Anhänger · Schmuckanhänger
Oberbegriffe
Automobil
Synonymgruppe
Anhänger  ●  ↗Hänger  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anhänger · ↗Gefolgsleute · ↗Gefolgsmann · ↗Jünger · ↗Schüler  ●  ↗Adept  geh. · ↗Eleve  geh., veraltet · Getreuer  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Apostel · ↗Jünger · einer der Zwölf
  • Die Söhne des Osiris · ↗Freimaurer
  • Jakobiten · Jakobiter
  • Albigenser · Albingenser · ↗Katharer
  • Auspeitscher · ↗Flagellant · ↗Geißler
  • Chlysten · Gottesleute · Schaloputen
  • Skopzen · Weiße Lämmer · Weiße Tauben
Assoziationen
Synonymgruppe
...anhänger · ...begeisterter · ...enthusiast · ...fetischist · ...freak · ...freund · ...liebhaber · ...narr · Anhänger · ↗Enthusiast · ↗Fan · ↗Freund · ↗Liebhaber · ↗Sympathisant  ●  ↗Tifoso  ital. · ...fan  ugs. · ...philer  geh. · ...ratte  ugs. · ↗Fex  ugs. · ↗Freak  ugs., engl.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anhänger · ↗Mitstreiter · ↗Parteigänger · ↗Sympathisant · ↗Unterstützer
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (sich) jemandem anschließen · (zu jemandes) Anhänger werden  ●  ↗(jemandem) nachlaufen  abwertend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeiterpartei Gegner Grüne Lastwagen Opposition Partei Regime Religion Traktor Zusammenstoß aufrufen begeistert bewaffnet demonstrieren enttäuscht fanatisch feiern glühend jubelnd mitgereist mobilisieren mutmaßlich protestieren riefen tausend treu versammeln zahlreich zurufen überzeugt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anhänger‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gegenüber Journalisten geben sich die Anhänger des Regimes betont gleichgültig.
Die Zeit, 30.08.2013 (online)
Er rief seine Anhänger auf, auf den besetzten Höfen zu bleiben.
Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]
Wie sollten da die alten Frauen in den Anhänger einsteigen?
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 404
Irgendwo müssen die Anhänger des Regimes doch wohl sitzen, irgendwo muß die nationalsozialistische Propaganda doch wirken.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1942. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1942], S. 178
Seine antisemitische Agitation ging einer Anzahl seiner Anhänger nicht weit genug.
Friedländer, Hugo: Der Königliche Hof- und Domprediger Adolf Stöcker in dem Beleidigungsprozeß wider den Redakteur Heinrich Bäcker als Zeuge. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 7862
Zitationshilfe
„Anhänger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anhänger>, abgerufen am 16.12.2019.

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