Anker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ankers · Nominativ Plural: Anker
Aussprache
WorttrennungAn-ker
Wortbildung mit ›Anker‹ als Erstglied: ↗Ankerboje · ↗Ankergebühr · ↗Ankergeschirr · ↗Ankergrund · ↗Ankerhemmung · ↗Ankerkette · ↗Ankerklüse · ↗Ankerkreuz · ↗Ankerlift · ↗Ankermast · ↗Ankermieter · ↗Ankerplatz · ↗Ankerpunkt · ↗Ankerspill · ↗Ankertau · ↗Ankeruhr · ↗Ankerwickelei · ↗Ankerwicklung · ↗Ankerwinde · ↗Ankerwährung
 ·  mit ›Anker‹ als Letztglied: ↗Bauanker · ↗Bindeanker · ↗Bootsanker · ↗Buganker · ↗Heckanker · ↗Hoffnungsanker · ↗Kattanker · ↗Kettenanker · ↗Magnetanker · ↗Maueranker · ↗Notanker · ↗Reserveanker · ↗Rettungsanker · ↗Schiffsanker · ↗Seeanker · ↗Traganker · ↗Treibanker
 ·  mit ›Anker‹ als Grundform: ↗ankern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
schweres stählernes Gerät mit mehreren Armen, die sich in den Grund eines Gewässers eingraben und das angekettete Schiff festhalten
Beispiele:
das Schiff geht vor Anker, legt sich, liegt, treibt vor Anker
das Schiff muss Anker werfen, den Anker auswerfen, aufwinden, einholen, lichten
Seemannssprache
Beispiele:
das Schiff muss den Sturm vor Anker abwettern
klar bei Anker! (= bereit, den A. zu lichten!)
übertragen Halt, Stütze
Beispiel:
diese Überzeugung war ihm ein fester, starker, schwacher, der einzige, letzte Anker im Leben
2.
Bauwesen Stahlstange, Eisenhaken zur Befestigung von Mauerwerk
3.
Handwerk zweiarmiger Haken im Räderwerk der Ankeruhr
4.
Physik Weicheisenstück, das die Anziehung eines Magneten zeigt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Anker · ankern · verankern · Verankerung
Anker m. Der mehrarmig gekrümmte Eisenhaken zum Festmachen von Wasserfahrzeugen ist vermutlich eine Erfindung der Griechen, griech. ánkȳra (ἄγκυρα), eigentlich ‘Gerät mit gekrümmten Enden’, dem wie bei ↗Angel und ↗Anger (s. d.) die Wurzel ie. *ank-, *ang- ‘biegen, krümmen’ zugrunde liegt. Mit dem Gerät übernehmen die Germanen an Niederrhein und Nordsee, später auch die Nordgermanen, die bis dahin schwere Steine (ahd. senkil, sinkila, senkilstein) zum Festmachen der Schiffe gebrauchten, von den Römern auch die Bezeichnung lat. ancora in ahd. anker, ankero (Hs. 12. Jh.), mhd. mnd. mnl. anker, aengl. ancor, ancer, ancra, anord. akkeri. Die bildliche Verwendung von Anker als Symbol des Glaubens und der Hoffnung ist schon in mhd. Zeit üblich. In nhd. Fachsprache werden entsprechend der Form und Funktion verschiedene technische Vorrichtungen mit Anker bezeichnet, so u. a. der Eisenhaken, Bolzen, die Klammer zum Zusammenhalten, Befestigen von Bauteilen, der zweiarmige Teil der Hemmung einer Uhr oder das die Pole eines Magneten verbindende Eisenstück. ankern Vb. ‘vor Anker gehen, liegen’, mhd. ankern; verankern Vb. ‘durch Anker, Eisenhaken, befestigen’ und entsprechend Verankerung f. (18. Jh.); in übertragener Bedeutung wird verankern ‘festlegen’ in der 1. Hälfte des 20. Jhs. ein häufig gebrauchter Ausdruck.

Thesaurus

Elektrizität
Synonymgruppe
Abspannung · Anker · ↗Läufer
Synonymgruppe
Erinnerungsstütze · ↗Gedächtnishilfe · ↗Gedächtnisstütze · ↗Lernhilfe · Lernspruch · ↗Merkhilfe · Merkregel · Merkreim · ↗Merksatz · ↗Merkspruch · ↗Merkvers  ●  pons asini  lat. · pons asinorum  lat. · Anker  fachspr. · ↗Eselsbrücke  ugs. · Eselsleiter  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ankerrad Bucht Fjord Hafen Jacht Kreuzfahrtschiff Kriegsschiff Reede Schiff Schiffsschraube Segelboot Segelschiff Stabilität Tau Währungssystem auswerfen golden hieven lichten losreißen mental monetär nominal rasseln rettend rostig schmiedeeisern stabilisierend tonnenschwer verrostet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ganze Haus hängt also an seinem Anker im Fels.
Süddeutsche Zeitung, 10.04.2001
Derzeit ist China der letzte Anker wirtschaftlicher Stabilität in der Region.
Der Tagesspiegel, 10.06.1998
Bei Tag sah der "Blaue Anker" womöglich noch verkommener aus als in der Nacht.
Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 21
Hier warf ich Anker, hier war es für eine Stunde auszuhalten, auch für zwei.
Hesse, Hermann: Der Steppenwolf, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1955 [1927], S. 31
Der Dampfer geht vor Anker so nah, wie er herankommen kann.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Zitationshilfe
„Anker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anker>, abgerufen am 17.10.2019.

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