Anmaßung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Anmaßung · Nominativ Plural: Anmaßungen
Aussprache
WorttrennungAn-ma-ßung
eWDG, 1967

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von anmaßen
Beispiele:
eine freche, dreiste Anmaßung
eine Anmaßung von Befugnissen, Rechten
die Anmaßung eines Titels
etw. im Ton der Anmaßung sagen
eine solche Anmaßung nicht dulden, entschieden zurückweisen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Maß · dermaßen · einigermaßen · gewissermaßen · Maßnahme · Maßregel · Maßstab · maßvoll · anmaßen · Anmaßung · mäßig · mäßigen · Gemäß
Maß n. ‘Einheit zum Messen von Größen, die durch Messen festgestellte Größe, Meßinstrument, die richtige Mitte, das rechte Verhältnis’, spätmhd. (bair.-öst.) māʒ n. ‘eine bestimmte Quantität, Gefäß zum Messen, Grad, Art und Weise’ (14. Jh.) ist durch Vermischung hervorgegangen aus ahd. māʒa f. (um 1000), mhd. māʒe f. ‘Maß, angemessene Menge, richtig gemessene Größe, abgegrenzte Ausdehnung in Raum, Zeit, Gewicht, Kraft, Art und Weise, das Maßhalten’ (vgl. dazu mnd. mnl. māte f., nl. maat f.) und ahd. meʒ n. ‘Maß, Meßgerät, Ordnung, Art und Weise’ (8. Jh.), mhd. meʒ n. ‘Maß, womit (Flüssigkeit, Getreide) gemessen wird, Ausdehnung, Richtung, Ziel’, das im Obd. bis ins 16. Jh. mit der Bedeutung ‘Meßgerät’ bewahrt wird. Beide sind Bildungen zu dem unter ↗messen (s. d.) behandelten Verb. Luther verwendet Maß mit fem. und neutr. Genus; im 18. Jh. hat sich das Maß durchgesetzt, während die Maß nur noch im Obd. als Hohlmaß (‘ein Liter’) gilt (vgl. eine Maß Bier). Reste fem. Flexion bewahren die ursprünglichen Genitivfügungen dermaßen Adv. ‘derart’ (15. Jh.), einigermaßen Adv. ‘in gewissem Maße, Grade, ziemlich, erträglich, ungefähr’, anfangs (17. Jh.) in genitivischer Fügung einiger Maße. gewissermaßen Adv. ‘sozusagen, gleichsam’ (18. Jh.). Maßnahme f. ‘Regelung, Anordnung’ (19. Jh.), älter Maßnehmung (18. Jh.). Maßregel f. ‘Richtlinie, Vorschrift’ (18. Jh.). Maßstab m. ‘Meßlatte’ (15. Jh.), ‘Richtlinie, nach der etw. beurteilt wird’ (17. Jh.). maßvoll Adj. ‘beherrscht, zurückhaltend’ (19. Jh.). anmaßen Vb. reflexiv ‘über das Zustehende hinausgehen, übermäßig großen Anspruch erheben’, mhd. sich anemāʒen ‘für sich als angemessen beanspruchen’; Anmaßung f. ‘unberechtigter Anspruch, Überheblichkeit’ (um 1500). mäßig Adj. ‘maßvoll, durchschnittlich, nicht überragend’ (18. Jh.), ahd. māʒīg ‘Maß haltend’ (10./11. Jh.), mhd. mæʒic ‘enthaltsam, maßvoll, klein’, mhd. frühnhd. auch ‘angemessen, gemäß, entsprechend’. In der letztgenannten Bedeutung entwickelt sich -mäßig zu einem in moderner Sprache überaus produktiven Kompositionssuffix (vgl. bedeutungs-, funktions-, wetter-, wohnungsmäßig); in dieser Funktion belegt seit dem 16. Jh. mäßigen Vb. ‘auf das rechte Maß herabmildern’, reflexiv ‘sich beherrschen, zurückhalten’, mhd. mæʒigen ‘abmessen, ermessen, veranschlagen’, reflexiv ‘sich enthalten’. Gemäß n. Maßeinheit, Meßgerät (Hohl- und Landmaß), gemes (14. Jh.), Gemeß (16. Jh.), mnd. aengl. gemet, eine Kollektivbildung zu ↗Maß (s. oben und s. ↗ge-). Heute unüblich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anmaßung · ↗Hochmut · ↗Hybris · Selbstüberhöhung · ↗Vermessenheit
Assoziationen
Antonyme
  • Anmaßung
Synonymgruppe
Anmaßung  ●  ↗Dünkel  geh. · ↗Hoffart  geh. · ↗Stolz (herablassend, verletzend)  ugs. · ↗Überheblichkeit  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Anmaßung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Arroganz Besserwisserei Dummheit Eitelkeit Frechheit Hochmut Selbstgerechtigkeit Selbstherrlichkeit Unverschämtheit Unwissen Willkür Wissen arrogant bloßstellen dreist frech grotesk hybrid imperial paternalistisch pur selbstherrlich unerhört unerträglich ungeheuer ungeheuerlich unverschämt verhängnisvoll ziemlich Überheblichkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anmaßung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Anmaßung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Leser werden den Brief wider die obrigkeitsstaatliche Anmaßung trotzdem verstanden haben.
Süddeutsche Zeitung, 05.06.2004
In ihrem Stolz liegt nicht die geringste Anmaßung, gefallen zu wollen.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 90
Ja, schämt sich denn dieser Mann der dickfelligen Anmaßung nicht?
Die Zeit, 04.07.1986, Nr. 28
Aber vielleicht war es überhaupt Anmaßung, hier heilend eingreifen zu wollen.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 373
Denn bestraft muß er werden - allein schon wegen seiner Anmaßung.
Musil, Robert: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1983 [1906], S. 51
Zitationshilfe
„Anmaßung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anma%C3%9Fung>, abgerufen am 17.01.2020.

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