Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ansichtskarte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ansichtskarte · Nominativ Plural: Ansichtskarten
Nebenform Ansichtkarte · Substantiv · Genitiv Singular: Ansichtkarte · Nominativ Plural: Ansichtkarten
Aussprache  [ˈanzɪçʦˌkaʁtə] · [ˈanzɪçtˌkaʁtə]
Worttrennung An-sichts-kar-te · An-sicht-kar-te
Wortzerlegung Ansicht Karte
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Postkarte mit einem Motiv (z. B. Fotografie, Grafik o. Ä. eines Ortes) auf der Vorderseite
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: alte, bunte, historische Ansichtskarten
als Akkusativobjekt: eine Ansichtskarte kaufen, schreiben, schicken
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Sammeln von Ansichtskarten
hat Präpositionalgruppe/-objekt: eine Ansichtskarte mit einem [bestimmten] Bild, Motiv
Beispiele:
Beim Verein Niederbieberer Bürger gibt es Ansichtskarten mit sechs unterschiedlichen Motiven aus dem Ort zu kaufen. [Rhein-Zeitung, 09.11.2020]
Zusätzlich zeigt der Heimatverein über 30 Fotos und Ansichtskarten aus seinem Archiv mit Ansichten der Zuckerfabrik aus mehreren Jahrzehnten. [Heimatmuseum geöffnet:: Ausstellung über Zuckerfabrik, 31.03.2022, aufgerufen am 31.03.2022]
Ich selbst habe schon Ansichtskarten von meiner Enkelin erhalten, auf denen sie mit etwas ungelenken Druckbuchstaben aus dem Urlaub grüßt. [Kinder als Sprachrohr?, 20.09.2021, aufgerufen am 20.09.2021]
Jede Menge Sachen aus Uromas Zeiten gibt es am kommenden Samstag ab 10 Uhr [beim Trödelmarkt] in der Wandelhalle in Eisenach zu sehen und zu kaufen. Dabei werden Dinge wie Bücher, Porzellan, Ansichtkarten, Münzen und vieles mehr die Besitzer wechseln. [Thüringer Allgemeine, 28.05.2014]
Sie gondelt immerzu draußen in der Welt herum – und uns schickt sie Ansichtskarten, mit Grüßen von hier und von da. [Baumbach, Martina: Der Sommer, als wir reich wurden. München 2010]
Über den Wert des Sammelns von Ansichtskarten sich zu äußern, ist hier nicht der Platz. Hier möchte ich nur meine Meinung dahin aussprechen: man halte Maß in dem Schreiben von Ansichtskarten, wie man auch Maß halten soll in dem Schreiben der nicht illustrierten Postkarten. [Baudissin, Wolf von / Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 2263]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sehen · Sehe · Seher · sehenswürdig · Sehenswürdigkeit · Sehkraft · absehen · absehbar · ansehen · Ansehen · Ansicht · Ansichtskarte · angesehen · ansehnlich · aufsehen · Aufsehen · Aufseher · Aufsicht · beaufsichtigen · aussehen · Aussehen · Aussicht · nachsehen · Nachsicht · vorsehen · Vorsehung · Vorsicht · vorsichtig · versehen · Versehen · Zuversicht
sehen Vb. ‘mit dem Gesichtssinn wahrnehmen’. Mit ahd. sehan (8. Jh.), mhd. sehen, asächs. sehan, mnd. sēn, mnl. sien, nl. zien, afries. sia, aengl. sēon, engl. to see, anord. sjā, schwed. se, got. saíƕan (germ. *sehwan) sind verwandt ahd. gisiuni ‘Anblick, Erscheinung, Aussehen’ (8. Jh.), asächs. siun ‘Auge’, aengl. sīen ‘Aussehen’, anord. sjōn ‘Blick, Auge’, got. siuns ‘Gesicht, Gestalt’; s. auch die Verbalabstrakta Sicht und Gesicht. Außergerm. sind vergleichbar air. rosc (aus *prosk‐ͧo-) ‘Auge, Blick’, alban. sheh ‘sieht’, hethit. šakuwa (Plur.) ‘Augen’ sowie auch griech. hépesthai (ἕπεσθαι) ‘folgen, begleiten’, aind. sácatē ‘begleitet, steht zur Seite, geht nach, folgt’, lat. sequī ‘(nach)folgen, begleiten, verfolgen, gehorchen’, air. sechithir ‘folgt’. Man nimmt daher eine Bedeutungsentfaltung ‘folgen, mit den Augen folgen, sehen’ an, hervorgegangen aus der Wurzel ie. *seku̯- ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd), die sich in einem zweiten Bedeutungsstrang zu ‘zeigen, ankündigen’ (s. sagen) entwickelt hat. – Sehe f. ‘Pupille, Sehvermögen, Ansicht’, ahd. seha (9. Jh.), mhd. sehe; heute noch landschaftlich. Seher m. ‘Prophet’ (16. Jh.); vgl. mhd. sternseher. sehenswürdig Adj. ‘berühmt, außergewöhnlich und daher des Ansehens wert’ (18. Jh.); Sehenswürdigkeit f. (Anfang 19. Jh.). Sehkraft f. ‘Sehvermögen des Auges’ (Anfang 18. Jh.), älter Sehenskraft (Ende 17. Jh.). absehen Vb. ‘durch Beobachtung erlernen, woraus erkennen, merken, überblicken’ (16. Jh.), ‘auf etw. abzielen’ (17. Jh., dazu s. Absicht), ‘verzichten’ (18. Jh.), mhd. abesehen ‘hinabsehen’; absehbar Adj. ‘überschaubar, erkennbar’ (18. Jh.), in absehbarer Zeit ‘bald’ (Ende 19. Jh.). ansehen Vb. ‘seinen Blick auf etw. richten, betrachten’, ahd. anasehan (8. Jh.), mhd. anesehen; Ansehen n. ‘Erscheinung’, auch (seit 16. Jh.) ‘Achtung, Wertschätzung’, mhd. anesehen ‘Anblick, Angesicht’; Ansicht f. ‘Seite, von der etw. betrachtet wird, Anblick, Bild’, auch (seit 19. Jh.) ‘Meinung’, ahd. anasiht (9. Jh.), mhd. anesiht ‘Anblick’; Ansichtskarte f. ‘Postkarte mit Landschaftsbild’ (Ende 19. Jh.); angesehen Part.adj. ‘geachtet’ (Anfang 18. Jh.); frühnhd. angesehen, (daß) … ‘in Anbetracht’. ansehnlich Adj. ‘angesehen, stattlich, wohlgefällig anzusehen’ (Ende 15. Jh.). aufsehen Vb. ‘emporschauen’, ahd. ūfsehan (um 900), mhd. ūfsehen; Aufsehen n. ‘(öffentliche) Beachtung’, spätmhd. ūfsehen; Aufseher m. ‘Aufsichtführender, Wächter’, spätmhd. ūfseher; Aufsicht f. ‘das Aufpassen, Kontrolle’ (16. Jh.); beaufsichtigen Vb. ‘(über etw.) die Aufsicht haben, kontrollieren’ (Anfang 19. Jh.). aussehen Vb. ‘einen bestimmten Anblick bieten’ (16. Jh.), vgl. mhd. ūʒsehen ‘hinaussehen’; Aussehen n. ‘äußere Erscheinung’ (17. Jh.), ‘Aussicht, Ausblick’ (16. Jh.); Aussicht f. ‘Blick in die Ferne’ (17. Jh.), ‘Zukunftsmöglichkeit, Erwartung’ (18. Jh.). nachsehen Vb. ‘hinterherschauen’, mhd. nāchsehen, auch ‘nachforschen’ (17. Jh.), ‘duldend geschehen lassen, verzeihen’ (16. Jh.); Nachsicht f. ‘verzeihende Haltung’ (18. Jh.), ‘Beaufsichtigung’ (17. Jh.). vorsehen Vb. ‘sich in acht nehmen, planen, in Aussicht nehmen’, ahd. furisehan ‘vorhersehen’ (8. Jh.), forasehan ‘vorhersehen, bedenken’ (9. Jh.), mhd. vür-, vorsehen ‘vorwärts sehen, sich in acht nehmen, wofür Sorge tragen’; Vorsehung f. ‘Schicksal’, mhd. vürsehunge ‘Obsorge, Schutz, Schicksal’; Vorsicht f. ‘Achtsamkeit, Behutsamkeit’, ahd. forasiht ‘Voraussicht, Vorsehung’ (um 1000, für lat. prōvidentia), spätmhd. vorsiht; vorsichtig Adj. ‘achtsam, behutsam’, ahd. forasihtīg ‘vorherschauend, voraussehend’ (um 1000), mhd. vür-, vorsihtic ‘voraussehend, einsichtig, verständig’. versehen Vb. ‘sich um etw. kümmern, ausstatten, ausrüsten, sich irren’, ahd. firsehan ‘verachten, verschmähen’ (8. Jh.), sih firsehan ‘bedacht sein’ (9. Jh.), mhd. versehen ‘vorhersehen, vorherbestimmen, besorgen, ausstatten, versorgen, übersehen, verachten, hoffen auf’; Versehen n. ‘Irrtum, unbeabsichtigter Fehler’ (17. Jh.), häufig aus Versehen ‘ohne Absicht’ (Anfang 19. Jh.). Zuversicht f. ‘Vertrauen in die Zukunft’, ahd. zuofirsiht ‘ehrfurchtsvolles Aufschauen, Hoffen’ (um 1000), mhd. zuoversiht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ansichtskarte · Ansichtspostkarte  ●  Karte  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Ansichtskarte‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ansichtskarte‹.

Zitationshilfe
„Ansichtskarte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ansichtskarte>.

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