Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Anspielung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Anspielung · Nominativ Plural: Anspielungen
Aussprache 
Worttrennung An-spie-lung
Wortbildung  mit ›Anspielung‹ als Erstglied: anspielungsreich
eWDG

Bedeutung

absichtlich verhüllter Hinweis, Andeutung
Beispiele:
eine geheimnisvolle, versteckte, deutliche, unmissverständliche, leise, scherzhafte, bissige Anspielung
eine Anspielung machen, verstehen, überhören
sich in Anspielungen ergehen
auf eine Anspielung reagieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spiel · spielen · spielend · abspielen · aufspielen · zuspielen · Anspielung · Spieler · spielerisch · Spielmann · Spielraum · Spielsachen · Spielwaren · Spielzeug
Spiel n. ‘nicht auf Nutzen ausgerichtete, vergnügliche, mit Ernst betriebene Tätigkeit, Zeitvertreib, Vergnügen, Wettkampf’. Die Herkunft des nur kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (bzw. Verbs, s. unten) ahd. (9. Jh.), mhd. spil ‘Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Waffen-, Kampfspiel, Wettkampf’, asächs. spil, mnd. mnl. spel, spil, nl. spel, afries. spil, spel (schwed. spel, dän. spil, norw. spill sind wie aengl. spilian, schwed. spela, dän. spille Entlehnungen) ist unbekannt. Vom Substantiv westgerm. *spila- ist abgeleitet schwach flektierendes spielen Vb. ahd. spilōn (8. Jh.), mhd. spiln, spilen ‘Scherz treiben, sich vergnügen (mit Leibesübungen, Kampfspiel, Brett- oder Würfelspiel), sich lebhaft bewegen, fröhlich sein, musizieren’, asächs. spilon, mnd. spēlen, spillen, mnl. spēlen, nl. spelen, afries. spilia (westgerm *spilōn). Die Ausgangsbedeutung ist ‘Tanz, tänzerische Bewegung’ bzw. ‘tanzen, sich lebhaft bewegen’. Das Substantiv erscheint vielfach in festen Wendungen, vgl. das Spiel verderben ‘einen Spaß zunichte machen’, (mit) im Spiel sein ‘aktiv beteiligt sein, von Bedeutung sein’ (16. Jh.), die Hand mit im Spiel haben ‘beteiligt sein’, ins Spiel bringen ‘beteiligen, einbeziehen’ (18. Jh.). – spielend Adv. ‘leicht, mühelos wie im Spiel’ (17. Jh.), eigentlich Part. Präs. zum oben genannten Verb. abspielen Vb. ‘probeweise durchspielen’ (16. Jh.), ‘etw. bis zum Ende darbieten’ (17. Jh.), ‘(sich) durch Spielen ermüden, abnutzen’ (17. Jh.), ‘abgewinnen’ im Spiel (17. Jh.), ‘von einer Vorlage spielen’ (19. Jh.), im Fußball ‘den Ball an den nächsten Spieler abgeben’, auch ‘eine Schallplatte, ein Tonband ablaufen lassen’ (20. Jh.), reflexiv ‘sich ereignen, vor sich gehen’ (Anfang 19. Jh.). aufspielen Vb. ‘(auf einem Instrument Musik) vortragen, musizieren’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich in den Vordergrund rücken, großtun’ (19. Jh.). zuspielen Vb. ‘jmdm. etw. (heimlich) verschaffen, einen Vorteil zukommen lassen’ (17. Jh., ausgehend vom Kartenspiel). Anspielung f. ‘(versteckte) Andeutung’ (17. Jh.), nach gleichbed. lat. allūsio. Spieler m. ‘wer spielt’ (besonders Schauspieler), ‘wer ein Glücksspiel spielt’, ahd. spilāri ‘Handpaukenschläger, Tänzer, Gaukler, Schauspieler’ (um 900), mhd. spilære, spiler. spielerisch Adj. ‘ohne ernste Absicht, locker, leicht’ (17. Jh.), ‘wie ein Spieler’ (16. Jh.). Spielmann m. ‘volkstümlicher Musikant’ (16. Jh.), ‘Regimentsmusiker’ (18. Jh.), ahd. spilman ‘Spaßmacher, Schauspieler, Musiker’ (9. Jh.), mhd. spilman ‘fahrender Sänger, Musikant, Gaukler’. Spielraum m. ‘Bewegungsraum, Möglichkeit’ (18. Jh.); anfangs besonders das Verhältnis der Weite eines Geschützrohres zu dem angepaßten, die Gleitfähigkeit gewährenden Durchmesser des Geschosses. Spielsachen Plur. ‘für Kinder zum Spielen hergestellte Gegenstände’, Spielwaren Plur. ‘Spielsachen als Handelsgegenstand’ (beide 18. Jh.). Spielzeug n. ‘Spielsachen’ (17. Jh.), ‘Musikinstrument’ (17. Jh.), ‘Gewinnspiel, Brett-, Würfel-, Kartenspiel’ (16. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(versteckter) Hinweis · Andeutung · Anspielung · Anzüglichkeit · Fingerzeig · Zweideutigkeit · Zwischenton  ●  Allusion  geh., lat. · Innuendo  geh., bildungssprachlich · Wink  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Anspielung · Spiel mit Mehrdeutigkeiten · Wortspiel
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Anspielung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anspielung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Anspielung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist wahrscheinlich eine ironische Anspielung auf den furchtsamen Charakter des Tieres. [Röhrich, Lutz: Chamäleon. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6250]
Das sind Anspielungen auf einen großen Prozeß, der dennoch nicht mißverstanden werden darf. [Die Zeit, 14.11.1997, Nr. 47]
Kaum je fällt sein Name ohne die entsprechende freundliche Anspielung. [Die Zeit, 23.05.1997, Nr. 22]
Er spielte gelegentlich darauf an; sie indes, die alles begriff, begriff die Anspielungen nicht. [konkret, 1992]
Es gebe früher wie heute "diejenigen, die damit drohen, uns auszulöschen", sagte er in Anspielung auf den Iran. [Die Zeit, 14.04.2013 (online)]
Zitationshilfe
„Anspielung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anspielung>.

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