Ansporn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ansporn(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungAn-sporn
Grundformanspornen
eWDG, 1967

Bedeutung

Antrieb
Beispiele:
jmdm. einen Ansporn geben
einen (neuen) Ansporn für etw. brauchen
der Ansporn fehlte ihm
das soll dir zum Ansporn dienen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sporn · spornen · anspornen · Ansporn · spornstreichs
Sporn m. (Plur. Sporen) ‘nach hinten gerichteter Hornstachel an der Ferse mancher Vögel, am Absatz des Reitstiefels angebrachter Metallstachel, mit dem das Pferd angetrieben wird’. Neben ahd. sporo (9. Jh.), mhd. spor(e) ‘Reiter-, Hahnensporn, Antrieb’, mnd. spōre, asächs. sporo, mnl. spōre, nl. spoor, aengl. spora, spura, engl. spur, anord. spori, schwed. sporre (germ. *spuran-) stehen die (Nasalsuffix aufweisenden) stark flektierenden Verben ahd. spurnan ‘mit dem Fuß treten, anstoßen’ (10. Jh.; vgl. bispurnan ‘beleidigen’, 9. Jh., firspurnan ‘anstoßen’, 8. Jh.), spirnan ‘eine Spur eindrücken’ (um 1000; vgl. firspirnan ‘anstoßen, stolpern’, 9. Jh.), asächs. aengl. spurnan, anord. sperna, spenna, sporna ‘treten, fortstoßen’, schwed. spjärna (germ. *spurnan), die die Neigung haben, schwach flektierende Formen zu entwickeln wie ahd. spurnen ‘mit dem Fuß stoßen, ausschlagen’ (10. Jh.; vgl. widarspurnen ‘störrisch, widerspenstig sein’, 9. Jh.), mhd. spürnen, mengl. spurnen ‘mit dem Fuß, dem Sporn antreiben’, engl. to spurn ‘verschmähen, verächtlich wegstoßen’, anord. sperna ‘treten, drängen’. Verwandt sind aind. sphuráti ‘schnellt, tritt, stößt (weg), schleudert, funkelt, blinkt’, griech. spá͞irein (σπαίρειν) ‘zucken, zappeln’ (von sterbenden Lebewesen), lat. spernere ‘wegstoßen, verwerfen, verschmähen, verachten’, asper ‘rauh, barsch, abstoßend’, air. seir (aus *sperets) ‘Ferse’, lit. spìrti ‘mit dem Fuß stoßen, nach hinten ausschlagen, trotzen, sich widersetzen’. Zugrunde liegt eine Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, mit dem Fuß wegstoßen, zappeln, schnellen’ (wozu auch ↗Spur und ↗Sperling, s. d.). Das auslautende -n des Nominativs der nhd. Form (seit etwa 1700) entstammt den flektierten Kasus des Sing. bzw. dem (häufiger belegten) Plur. Sporen. Auszugehen ist wohl von einer alten Bedeutung ‘Fußstoß, -tritt’, die auf das den Hackentritt (zum Antreiben des Pferdes) verstärkende Gerät, danach auf die damit verglichene rückwärts gerichtete Kralle des Hahnes übergeht. Vielfach in festen Wendungen, vgl. dem Roß, Pferd die Sporen geben ‘es antreiben’ (16. Jh.), sich (goldene) Sporen (ehemals Kennzeichen des Ritters) verdienen ‘sich gut bewähren’ (18. Jh.), mit den Sporen klirren ‘sich kämpferisch gebärden’ (19. Jh.). spornen Vb. ‘mit dem Sporn antreiben, mit Sporen versehen’ (17. Jh.), von nhd. Sporn abgeleitet. Älter gleichbed. mhd. spor(e)n, nhd. sporen (bis ins 18. Jh. bezeugt), abgeleitet von mhd. spor(e), frühnhd. Spore. Dazu die Wendung gestiefelt und gespornt ‘startbereit, fertig’ (18. Jh.), zuvor gestiefelt und gesport (16. Jh.). anspornen Vb. ‘antreiben, ermuntern’ (17. Jh.), eigentlich ‘mit den Sporen vorwärtstreiben’. Daraus rückgebildet Ansporn m. ‘Aufmunterung, Unterstützung’ (19. Jh.). spornstreichs Adv. ‘in höchster Eile, schleunigst’ (17. Jh.), sporstreichs ‘unter Anwendung von Streichen, Stößen mit den Sporen’ (um das Pferd zur Eile anzutreiben, 16. Jh.); adverbieller Genitiv von vorauszusetzendem Spor(en)streich (s. ↗Streich). Seit dem 18. Jh. nur noch im oben genannten übertragenen Sinne.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anregung · Ansporn · ↗Belebung · ↗Stimulation
Synonymgruppe
Anregung · ↗Anreiz · Ansporn · ↗Antrieb · ↗Aufhänger · ↗Motivation · ↗Motivierung · ↗Reiz · ↗Sinnesreiz  ●  ↗Inzentiv  fachspr., bildungssprachlich, selten
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ansporn · ↗Antrieb · ↗Beweggrund · ↗Grund · ↗Leitgedanke · ↗Motiv

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anreiz Auszeichnung Belohnung Bestätigung Ehrgeiz Ehrung Erfolgsgeschichte Ermutigung Höchstleistung Innovation Kreativität Leistungssteigerung Lob Mahnung Motivation Schaffen Trost Verbesserunge Verpflichtung Vorbild Warnung begreifen besonder dienen enorm erwachsen materiell stet werten zusätzlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ansporn‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn Politiker fordern, dass wir die Zinsen senken sollen, dann betrachten wir das nicht als besonderen Ansporn.
Die Welt, 26.10.2001
Aber es war ein Ansporn, es auch einmal so weit zu bringen.
Der Tagesspiegel, 24.03.2000
Dadurch sähen viele Arbeiter keinen Ansporn mehr darin, sich in ihren Leistungen anzustrengen.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 131
Gerade letztere wurde wichtig, denn sie enthielt den Ansporn zu einer nach außen drängenden Energie.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8983
So wurde ihr Sterben uns immer wieder nur Ansporn zu noch härterem Einsatz.
o. A.: Eröffnung des Gautages der NSDAP Ostpreußen im Königsberger Schloss, 16.06.1938
Zitationshilfe
„Ansporn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ansporn>, abgerufen am 25.06.2019.

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