Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Anstalt, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Anstalt · Nominativ Plural: Anstalten
Aussprache 
Worttrennung An-stalt
Wortbildung  mit ›Anstalt‹ als Erstglied: Anstaltsarzt · Anstaltserziehung · Anstaltsgeistliche · Anstaltskost · Anstaltskosten · Anstaltslast · Anstaltsleiter · Anstaltsleitung · Anstaltszögling · anstaltsreif
 ·  mit ›Anstalt‹ als Letztglied: Arbeitsanstalt · Armenanstalt · Badanstalt · Badeanstalt · Bedürfnisanstalt · Besserungsanstalt · Bestattungsanstalt · Bewahranstalt · Bildungsanstalt · Blindenanstalt · Brutanstalt · Bundesanstalt · Bügelanstalt · Entlausungsanstalt · Entziehungsanstalt · Erziehungsanstalt · Fernsehanstalt · Filmförderungsanstalt · Forschungsanstalt · Fürsorgeanstalt · Gasanstalt · Gefangenenanstalt · Gravieranstalt · Haftanstalt · Heilanstalt · Idiotenanstalt · Irrenanstalt · Justizanstalt · Justizvollzugsanstalt · Kadettenanstalt · Klenganstalt · Kopieranstalt · Korrektionsanstalt · Krankenanstalt · Kreditanstalt · Landesanstalt · Lehranstalt · Lehrerbildungsanstalt · Leihanstalt · Lernanstalt · Mastanstalt · Medienanstalt · Missionsanstalt · Münzanstalt · Pfandleihanstalt · Pflegeanstalt · Plättanstalt · Postanstalt · Privatanstalt · Präparandenanstalt · Rehabilitationsanstalt · Reinigungsanstalt · Rentenanstalt · Rundfunkanstalt · Sendeanstalt · Strafanstalt · Strafvollzugsanstalt · Studienanstalt · Tierkörperbeseitigungsanstalt · Tierkörperverwertungsanstalt · Treuhandanstalt · Tötungsanstalt · Verlagsanstalt · Versicherungsanstalt · Versorgungsanstalt · Versuchsanstalt · Verwahranstalt · Vollzugsanstalt · Vulkanisieranstalt · Waschanstalt · Wohltätigkeitsanstalt

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. öffentliche Einrichtung
    1. a) Lehrstätte
    2. b) Heilstätte
    3. c) Unternehmen, Betrieb
  2. 2. ...
    1. [umgangssprachlich] ⟨(keine) Anstalten machen⟩ sich (nicht) anschicken, etw. zu tun
    2. [veraltet] Vorbereitung, Vorkehrung
eWDG

Bedeutungen

1.
öffentliche Einrichtung
a)
Lehrstätte
Beispiele:
eine staatliche, technische Anstalt besuchen
[die Schule] war keine öffentliche Anstalt, sondern das Werk eines gemeinnützigen Vereins [ G. KellerGr. Heinrich4,76]
b)
Heilstätte
Beispiele:
jmdn. in einer Anstalt für Lungenkranke unterbringen, in eine Anstalt einweisen, aus einer Anstalt entlassen
verhüllender ist in die Anstalt (= ins Irrenhaus) gekommen, gebracht worden
eine Anstalt … wo allerlei Sieche und vom Teufel Besessene Aufnahme und Behandlung fänden [ G. Hauptm.Quint1,33]
c)
Unternehmen, Betrieb
Beispiel:
eine kartographische, typographische Anstalt
2.
umgangssprachlich (keine) Anstalten machensich (nicht) anschicken, etw. zu tun
Beispiel:
er machte (keine) Anstalten zu gehen
papierdeutsch (keine) Anstalten treffen
Beispiel:
wir haben die erforderlichen, nötigen Anstalten getroffen
veraltet Vorbereitung, Vorkehrung
Beispiel:
wenn man mit wenigem soviel ausrichtet wie andere mit ihren weitläufigen Anstalten [ G. KellerFähnlein7,303]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Anstalt · veranstalten
Anstalt f. ‘bestimmten öffentlichen Zwecken dienende Einrichtung’. Das seit mhd. Zeit belegte Wort (mhd. anstalt) folgt als Verbalabstraktum zu anstellen (s. stellen) den unterschiedlichen Bedeutungen des Verbs. Vorherrschend wird die der verbalen Verwendung ‘anordnen, einrichten’ entsprechende Bedeutung ‘Anordnung, Unternehmung, Bemühung’, speziell ‘Vorbereitung, Vorkehrung’, spätestens im 17. Jh., d. h. zu der Zeit, da Anstalt sehr häufig gebraucht wird. Die genannten Bedeutungen liegen auch der bis heute üblichen Wendung Anstalt(en) machen ‘an etw. gehen, etw. ins Werk setzen, Vorkehrungen treffen’ (15. Jh.) zugrunde. Die Übertragung des Wortes Anstalt auf institutionalisierte, räumlich und rechtlich faßbare Einrichtungen erfolgt in der 2. Hälfte des 18. Jhs. Sie schlägt sich in vielen Zusammensetzungen für Einrichtungen des öffentlichen und gewerblichen Lebens nieder (Verlags-, Heil- und Pflege-, Bade-, Strafanstalt). – veranstalten Vb. ‘stattfinden lassen, organisieren, durchführen’ (1. Hälfte 18. Jh.) ersetzt älteres anstellen ‘organisieren’ (ein Fest anstellen).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anstalt · Einrichtung · Institut · Institution · Organisation · feste Einrichtung  ●  Laden  ugs., salopp
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Anstalt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anstalt‹.

Direktor Insasse Recht Sicherheitsstufe Theater Union alsterdorfer biologisch bodelschwinghsch eidgenössisch gebührenfinanziert geschlossen hamburgisch interkommunal lithographisch mainzer meteorologisch moralisch nürnberger oeffentlich-rechtlichen oeffentlichrechtliche oeffentlichrechtlichen psychiatrisch rummelsberger schweizerisch selbständig sozialtherapeutisch unselbständig öffentlich-rechtlich öffentlichrechtlich

Verwendungsbeispiele für ›Anstalt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Übergang aus der häuslichen Atmosphäre in diese Anstalt ist kraß. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 38]
Aber in einer öffentlich‑rechtlichen Anstalt war allein das bereits verdächtig. [Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 87]
Vermutlich ist sein Wirken an dieser Anstalt schon bald über das Unterrichten hinausgegangen. [Eller, Rudolf: Vivaldi. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 17397]
In der Kirche schließlich faßte sich das gesamte Dasein der Anstalt zu gemeinsamem Hören auf das Wort Gottes zusammen. [Janssen, K.: Wichern. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 41864]
Schließlich beherberge die Stadt bereits eine psychiatrische Anstalt mit 232 Patienten. [Die Zeit, 11.10.1996, Nr. 42]
Zitationshilfe
„Anstalt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anstalt>.

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