Anstand, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Anstand(e)s · Nominativ Plural: Anstände
Aussprache 
Worttrennung An-stand
Grundformanstehen
Wortbildung  mit ›Anstand‹ als Erstglied: Anstandsbesuch · Anstandsdame · Anstandsfrist · Anstandsgefühl · Anstandshappen · Anstandspflicht · Anstandsregel · Anstandsstück · Anstandsunterricht · Anstandswauwau · anstandshalber · anstandslos · anständig
 ·  formal verwandt mit: beanstanden · beanständen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Schicklichkeit, gutes Benehmen
  2. 2. [gehoben] ⟨(keinen) Anstand nehmen⟩ (keinen) Anstoß nehmen, (kein) Bedenken haben
    1. [süddeutsch, österreichisch] Beanstandung
    2. Schwierigkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
Schicklichkeit, gutes Benehmen
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
den Anstand wahren, verletzen
keinen Anstand haben
umgangssprachlichjmdm. Anstand beibringen
der Anstand erlaubt das nicht
das (er)fordert, verlangt, verbietet (schon) der Anstand
die Grenzen des Anstandes nicht überschreiten
Sitte und Anstand lernen
inneren, äußeren Anstand zeigen
auf Anstand halten, sehen
etw. aus Anstand unterlassen
kein Gefühl, keinen Sinn für Anstand besitzen
das ist gegen den, gegen allen Anstand
in ihm war auch nicht ein Funken (von) Anstand
etw. mit Anstand tun
sich mit Anstand bewegen, aus einer Affäre ziehen
(im Spiel, Wettkampf) mit Anstand (= Würde, Haltung) verlieren (können)
mit Anstand (= gut, ohne sich schämen zu müssen) vor der Kritik bestehen
2.
gehoben (keinen) Anstand nehmen(keinen) Anstoß nehmen, (kein) Bedenken haben
Beispiele:
er nahm an seinem gebrochenen Deutsch, an ihrem Aufzug keinen Anstand
er nahm keinen Anstand (= er zögerte nicht), die Geschichte umherzuerzählen [ H. MannUntertan4,440]
süddeutsch, österreichisch Beanstandung
Beispiele:
Anstände machen, gegen etw. erheben
dass es ja keinen Anstand gibt!
Habe ich nicht zwölf Jahre unter euch gelebt? … Und es hat keinen Anstand gegeben [ WerfelMusa Dagh180]
Schwierigkeit
Beispiele:
Anstände mit jmdm. bekommen
Wir haben schon die größten Anstände mit ihr gehabt [ BrechtMutter9]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Anstand · anstandslos · beanstanden · anständig · unanständig
Anstand m. in verschiedenen Verwendungsweisen dem Präfixverb anstehen (s. stehen) folgend. Anfangs (mhd. anstant) ‘das Anstehen-Lassen’, insbesondere ‘Aufschub der Kampfhandlungen, Waffenstillstand, Friede’, in dem allgemeinen Sinne ‘Aufschub, Einwand’ noch im 19. Jh.; dazu die Wendung (keinen) Anstand nehmen ‘(keine) Bedenken tragen’; ‘das Anstehen’, um zum Schuß zu kommen (18. Jh.), daraus ‘An-, Hochsitz’ des Jägers; ‘was wohl ansteht, der guten Sitte entsprechendes Benehmen’ (Ende 17. Jh.). anstandslos Adj. ‘ohne Einwände, ohne weiteres’ (19. Jh.). beanstanden Vb. nur vereinzelt ‘anstehen lassen, aufschieben’, sonst ‘Einwände erheben, rügen’ (19. Jh.). anständig Adj. ‘zuständig, geziemend’ (Ende 15. Jh.), ‘schicklich, höflich’ (17. Jh.); unanständig Adj. ‘anstößig’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Anstand‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anstand‹.

Verwendungsbeispiele für ›Anstand‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus Anstand macht er das mit sich selbst ab, allein. [Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 67]
Die Partner werden aus Anstand erst einmal in der Defensive bleiben. [Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 134]
Der menschliche Anstand ist wichtiger als die Reinheit irgendeiner Lehre. [Die Zeit, 02.12.1999, Nr. 49]
Sein verschmitzter Ernst wird mir fehlen wie sein lässiger Anstand. [Die Zeit, 21.03.1997, Nr. 13]
Man mußte da hinten wohl den letzten Rest von Anstand verloren haben. [Borchardt, Rudolf: Vereinigung durch den Feind hindurch, Frankfurt a. M.: Ullstein 1982 [1937], S. 214]
Zitationshilfe
„Anstand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anstand#1>.

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Anstand, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Anstand(e)s · Nominativ Plural: Anstände
Aussprache 
Worttrennung An-stand
Grundformanstehen
eWDG

Bedeutung

Jägersprache Ort, an dem der Jäger auf das Wild wartet, Ansitz
Beispiel:
auf (den) Anstand gehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Anstand · anstandslos · beanstanden · anständig · unanständig
Anstand m. in verschiedenen Verwendungsweisen dem Präfixverb anstehen (s. stehen) folgend. Anfangs (mhd. anstant) ‘das Anstehen-Lassen’, insbesondere ‘Aufschub der Kampfhandlungen, Waffenstillstand, Friede’, in dem allgemeinen Sinne ‘Aufschub, Einwand’ noch im 19. Jh.; dazu die Wendung (keinen) Anstand nehmen ‘(keine) Bedenken tragen’; ‘das Anstehen’, um zum Schuß zu kommen (18. Jh.), daraus ‘An-, Hochsitz’ des Jägers; ‘was wohl ansteht, der guten Sitte entsprechendes Benehmen’ (Ende 17. Jh.). anstandslos Adj. ‘ohne Einwände, ohne weiteres’ (19. Jh.). beanstanden Vb. nur vereinzelt ‘anstehen lassen, aufschieben’, sonst ‘Einwände erheben, rügen’ (19. Jh.). anständig Adj. ‘zuständig, geziemend’ (Ende 15. Jh.), ‘schicklich, höflich’ (17. Jh.); unanständig Adj. ‘anstößig’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Anstand‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anstand‹.

Verwendungsbeispiele für ›Anstand‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus Anstand macht er das mit sich selbst ab, allein. [Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 67]
Die Partner werden aus Anstand erst einmal in der Defensive bleiben. [Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 134]
Der menschliche Anstand ist wichtiger als die Reinheit irgendeiner Lehre. [Die Zeit, 02.12.1999, Nr. 49]
Sein verschmitzter Ernst wird mir fehlen wie sein lässiger Anstand. [Die Zeit, 21.03.1997, Nr. 13]
Man mußte da hinten wohl den letzten Rest von Anstand verloren haben. [Borchardt, Rudolf: Vereinigung durch den Feind hindurch, Frankfurt a. M.: Ullstein 1982 [1937], S. 214]
Zitationshilfe
„Anstand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anstand#2>.

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