Anstrich, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Anstrich(e)s · Nominativ Plural: Anstriche
Aussprache
WorttrennungAn-strich (computergeneriert)
Grundformanstreichen
Wortbildung mit ›Anstrich‹ als Letztglied: ↗Außenanstrich · ↗Goldanstrich · ↗Innenanstrich · ↗Schutzanstrich · ↗Silberanstrich · ↗Tarnanstrich · ↗Ölanstrich
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
meist im Singular
das Anstreichen
Beispiel:
der Maler F hat den Anstrich in dem Neubau übernommen, ausgeführt
2.
die aufgetragene Farbe
Beispiele:
der Anstrich war bald getrocknet
dieser (dunkle, helle) Anstrich gefällt mir nicht
die Mauer hatte einen grauen Anstrich
3.
nur im Singular
übertragen Gepräge, Note
Beispiele:
etw. gibt, verleiht einer Sache, jmdm. einen amtlichen, feinen, würdigen Anstrich
bei ihm hat alles einen persönlichen Anstrich
die Ausführungen erhalten, gewinnen dadurch einen besonderen Anstrich
sich [Dativ] einen besonderen Anstrich geben
etw. Besonderes vorspiegeln
Beispiel:
sich einen vornehmen Anstrich, den Anstrich von Gelehrsamkeit geben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streichen · Streicher · Streichholz · abstreichen · Abstrich · anstreichen · Anstreicher · Anstrich · verstreichen
streichen Vb. ‘sich fortbewegen, gehen, (mit der Hand) etw. streifend berühren, über etw. hinstreifen, (be)schmieren, durch streichende Bewegung entfernen, einen Strich ziehen’, ahd. strīhhan (8. Jh.), mhd. strīchen ‘Striche machen, streichend bewegen, glätten, bestreichen, schärfen, streichend berühren, schlagen, sich rasch bewegen, herumstreifen’, mnd. mnl. strīken, nl. strijken, afries. strīka, aengl. strīcan, engl. to strike (germ. *strīkan), daneben anord. strӯkja, strӯkva (germ. *streukan) sowie (ablautend) schwach flektierendes ahd. streihhōn ‘streicheln’ (um 1000), mhd. streichen (s. ↗streicheln) führen mit dem zugehörigen, unter ↗Strich (s. d.) behandelten Abstraktum und lat. (mit n-Infix) stringere ‘schnüren, zusammenbinden, (ab)streifen’, striga ‘Strich, Schwaden, Zeltreihe, Längsfurche’, strigilis ‘Schabeisen’, aslaw. strišti, russ. strič’ (стричь) ‘scheren’ auf ie. *streig-, eine durch Guttural erweiterte Form der Wurzel ie. *ster- ‘Streifen, Strich, Strähne, Strahl’, in Erweiterungen auch ‘über etw. hinwegstreifen, -streichen’, wohl eine semantische Variante der unter ↗streuen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *ster(ə)- ‘ausbreiten, (aus)streuen’. Streicher m. ‘Landstreicher, Vagabund’ (16. Jh.; s. ↗Landstreicher), ‘Maler’ (17. Jh.; s. unten Anstreicher), ‘Spieler eines Streichinstruments’ (1. Hälfte 20. Jh.), mhd. strīcher als Bezeichnung für unterschiedliche Handwerker. Streichholz n. ‘Zündholz’ (19. Jh.), älter Bezeichnung für unterschiedliche Geräte, z. B. zum Abstreichen gefüllter Gefäße (15. Jh.). abstreichen Vb. ‘durch streichende Bewegung entfernen, sich entfernen, herumstreifen, beschmieren, streichend berühren, durch einen Strich tilgen’, mhd. abestrīchen ‘beseitigen, abwischen, forteilen’; Abstrich m. ‘Abzug’ (17. Jh.), ‘abwärtsgehender Schriftstrich’ (19. Jh.), in der Medizin ‘Entnahme von Haut, Schleimhaut’ zu Untersuchungen (19. Jh.), mhd. abestrich ‘Tilgung’. anstreichen Vb. ‘mit Farbe bedecken, mit einem Strich versehen, bezeichnen’, mhd. anestrīchen ‘bedecken, beschmieren (mit Salbe), sich putzen’; Anstreicher m. ‘Maler, Tüncher’ (18. Jh.), bei Kepler für Tangente im Sinne von ‘Berührer, berührende Linie’ (17. Jh.); Anstrich m. ‘aufgemalte Farbe, Tünche, Salbe’ (16. Jh.), mhd. anstrich ‘auf den Geigenbogen gestrichenes Harz, Kolophonium’. verstreichen Vb. ‘verschmieren, breitstreichen, durch Streichen aufbrauchen, vergehen (von der Zeit)’, ahd. firstrīhhan ‘tilgen’ (8. Jh.), mhd. verstrīchen ‘ver-, überstreichen, verschmieren, ausstreichen, sich bewegen, sich schnell oder heimlich davonmachen, vergehen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anstrich · ↗Bemalung · ↗Lackierung
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anstrich · ↗Firnis · ↗Politur · ↗Schutzanstrich · ↗Überzug
Synonymgruppe
Anflug (von) · Anstrich · ↗Beigeschmack · ↗Geruch · ↗Touch · ↗Unterton · ↗Zwischenton (häufig: Zwischentöne) · etwas von (haben)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Legalität Leuchtfarbe Putz Seriosität Tapete Verputz Wissenschaftlichkeit blau-weiß deckend esoterisch farbig folkloristisch frisch himmelblau humoristisch kosmopolitisch legal mondän ockerfarben offiziös pastellfarben pinkfarben provinziell pseudowissenschaftlich rosafarben seriös verleihen verpassen versehen vertragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anstrich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für Boote unter 25 Meter Länge sind die Anstriche mittlerweile fast europaweit verboten.
Süddeutsche Zeitung, 06.03.1997
So schön der neue Anstrich auch aussieht, so schön darf er nicht bleiben.
Rosenzweig, Gerhard: Unsere Modelleisenbahn, Gütersloh: Bertelsmann Verlag 1966, S. 75
Das gab dem ganzen Haus noch einen besonders fröhlichen Anstrich.
Berliner Tageblatt (Montags-Ausgabe), 05.03.1917
Es wird dem Abend dadurch ein gemütlicherer und zwangloserer Anstrich gegeben.
Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 134
Das gab dem ganzen seltsamen Handel einen ehrbaren, offiziellen Anstrich.
Heyking, Elisabeth von: Tschun. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 8625
Zitationshilfe
„Anstrich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anstrich>, abgerufen am 23.05.2019.

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